Niedrigwasser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Niedrigwasser der Elbe in Dresden (Pegelstand bei 1 Meter, Juni 2005)
Ebbe, Aquarell auf Papier, Sir William Fettes Douglas, 1882

Als Niedrigwasser bezeichnet man den Wasserstand von Gewässern, der deutlich unter einem als normal definierten Zustand liegt. Am Meer tritt Niedrigwasser periodisch alle 12 bis 12½ Stunden auf, bei Flüssen hingegen jahreszeitlich.

Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen Niedrigwasser im Tidebereich und Niedrigwasser bei Binnengewässern.

Niedrigwasser im Tidebereich[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel Gezeiten

Im Gezeiten-Zyklus der Meere ist Niedrigwasser der tiefste Wasserstand beim Übergang von der Ebbe zur Flut. Umgangssprachlich wird Niedrigwasser häufig mit der Ebbe verwechselt.
Der arithmetische Mittelwert aus Tidenstieg (TS) und Tidenfall (TF) heißt Tidenhub (TH).

Niedrigwasser in Binnengewässern[Bearbeiten]

Bei Binnengewässern ist Niedrigwasser primär die Folge eines meteorologisch bedingten Niederschlags- bzw. Wassermangels. Durch Niedrigwasser können erhebliche Einschränkungen der Binnenschifffahrt resultieren. Des Weiteren kann die Produktion von Betrieben, die auf Entnahme von Kühl- oder Betriebswasser angewiesen sind, eingeschränkt werden. Bei gleichbleibender Einleitung von Schadstoffen kommt es durch das fehlende Verdünnungswasser zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen. Da häufig gleichzeitig auftretende langsame Fließbewegungen und hohe Temperaturen einen zu geringen Sauerstoffgehalt im Wasser hervorrufen können, besteht erhöhte Gefahr eines Fischsterbens. Ufersicherungen und Bauwerke auf Holzpfählen verrotten, wenn sie durch zu niedrigen Wasserstand dem Einfluss von Sauerstoff ausgesetzt sind.[1] Niedrigwasser kann durch menschliche Eingriffe sowohl verschärfend (Wasserentnahmen) als auch abmildernd (Niedrigwasseraufhöhung) beeinflusst werden.

Neben dieser Definition wird Niedrigwasser auch anhand von Schwellenwerten definiert, die je nach Gesichtspunkt (Ökologie, Bewässerung, Schifffahrt usw.) unterschiedlich angesetzt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konrad Simmer: Grundbau. Band 2: Baugruben und Gründungen. 17. neubearbeitete und erweiterte Auflage. B. G. Teubner, Stuttgart 1992, ISBN 3-519-25232-5, S. 269–279: Kapitel Holzpfähle.