Nokia Siemens Networks

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Nokia Siemens Networks B.V.
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Rechtsform B.V.
Gründung 2007
Sitz Espoo FinnlandFinnland Finnland
Leitung Jesper Ovesen (Chairman)
Rajeev Suri (CEO)
Mitarbeiter 58.411 (2012)
Umsatz 13.779 Mio. EUR (2012)
Branche Telekommunikation
Website www.nokiasiemensnetworks.com
Standort St. Martinstraße in München
Standort München-Neuperlach
(2008 geschlossen)

Nokia Siemens Networks B.V. ist ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der finnischen Nokia Oyj und der deutschen Siemens AG. Am 1. April 2007 wurde Siemens Networks mit Nokia Networks Business zusammengeführt. Beide Mutterfirmen sind daran beteiligt, die Nokia Oyj führt das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Status einer Minderheitengesellschaft. Es entstand so das nach addiertem Pro-forma-Umsatz zweitgrößte Unternehmen für Mobilfunk- und das viertgrößte für Festnetz-Infrastruktur[1]. Nokia Siemens Networks beschäftigte nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Gründung etwa 60.000 Mitarbeiter weltweit. Firmensitz ist Espoo in Finnland, eingetragen ist es als Unternehmen niederländischen Rechts (B.V.).

Das Unternehmen verkauft Hard- und Softwarekomponenten für Sprach-, Daten- und Mobilfunknetze sowie entsprechende Installations-, Wartungs- und Beratungsleistungen.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Nokia Siemens Networks ist nach eigenen Angaben in etwa 150 Ländern weltweit vertreten, gegliedert nach 7 Vertriebsregionen. Hauptstandorte für Forschung und Entwicklung befinden sich in Finnland, Portugal, Deutschland (München, Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Bruchsal, Ulm, Greifswald), Indien, China und USA. Die Produktion ist überwiegend in China, Finnland, Deutschland, Indien und Italien angesiedelt. Das Unternehmen ist aktiv in den Geschäftsbereichen Radio Access, Broadband Access, Service Core & Applications, IP / Transport, Operations and Business Software und Services. Nokia Siemens Networks hat etwa 600 Kunden und zählt dazu 75 der größten Netzwerkbetreiber.

Am 19. Juli 2010 kündigten Nokia Siemens Networks und Motorola den Abschluss einer Vereinbarung darüber an, dass Nokia Siemens Networks die Mehrheit der Vermögenswerte im Geschäftssegment Mobilfunknetzinfrastruktur von Motorola für 1,2 Milliarden US-Dollar erwerben werde. Das Closing sollte ursprünglich bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Da bis zu diesem Zeitpunkt aber die Genehmigung des Kaufs durch die Behörden in China noch nicht erfolgt war, musste der Abschluss des Geschäfts verschoben werden.[2] Am 20. April stimmte die zuständige chinesische Behörde dem Kauf zu, so dass der Zusammenschluss am 29. April abgeschlossen werden konnte[3]. Der endgültige Kaufpreis betrug statt der ursprünglich vereinbarten 1,2 Milliarden Dollar nur 975 Millionen[4].

Durch den Kauf bekommt Nokia Siemens Networks rund 50 Mobilfunkbetreiber als neue Kunden.[5][6]

Restrukturierung[Bearbeiten]

Am 4. Mai 2007 gab das Unternehmen bekannt, dass geplant sei, bis Ende 2010 weltweit ca. 9000 Mitarbeiter zu entlassen. Davon seien in Deutschland etwa 2900 Stellen (dies entspricht ungefähr 23 Prozent der Belegschaft) und in Finnland etwa 1500–1700 Stellen (ca. 15–17 Prozent) betroffen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen auch Auslagerungen von Tätigkeiten an externe Geschäftspartner vorgenommen werden. Erste Auslagerungen zu IBM sind bereits erfolgt. Der Geschäftsbereich „Intelligence Solutions“ wurde am 31. März 2009 an den Münchener Finanzinvestor Perusa Partners Fund 1 LP[7] verkauft und bildet jetzt das Unternehmen trovicor.

Ende Juni wurde die Zahl der in Deutschland zu entlassenden Mitarbeiter von 2900 auf 2290 gesenkt. Im Juli wurden die Abbau-Zahlen konkretisiert: In München fallen demnach 1500 (von ca. 6400), in Bruchsal rund 220 und in Berlin 450 (von ca. 1800) Stellen weg. In Bruchsal wechselten 150 Mitarbeiter für maximal zwei Jahre zum 1. November 2007 bzw. 1. April 2008 in eine Transfergesellschaft.

Am 23. November 2011 kündigte die Unternehmensleitung an, bis 2013 weitere 17.000 Stellen abbauen zu wollen.[8] Im Zuge der angekündigten Restrukturierung beschloss die Leitung von NSN, auch das Festnetzgeschäft komplett aufzugeben und sich auf das Kerngeschäft mit mobilen Breitbandnetzen und Service zu konzentrieren. Randbereiche sollten verkauft oder verwertet werden.[9]

Am 31. Januar 2012 teilte das Unternehmen mit, dass 2900 der 9100 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden sollen. Nokia Siemens Networks wollte sich in Deutschland auf die Standorte Berlin, Bonn, Bruchsal, Düsseldorf und Ulm konzentrieren und die übrigen circa 30 Standorte schließen, darunter auch die deutsche Firmenzentrale in München.[10] Nach Verhandlungen mit der IG Metall einigte man sich auf einen Erhalt des Standorts in München. Von den 3600 Arbeitsplätzen bleiben 2000 erhalten, und 1600 Mitarbeiter wechselten in eine Transfergesellschaft bzw. in Altersteilzeit.[11] Im November 2012 kündigte Nokia Siemens Networks die Schließung des Standorts Bruchsal mit 650 Mitarbeitern an.[12]

Zum Jahresende 2013 wird das Tochterunternehmen NSN Services mit 1000 Mitarbeitern in Deutschland aufgelöst. Außerdem wurden die Kundendienstsparte Business Support Systems mit 1200 Mitarbeitern an Redknee und die Glasfasersparte Nokia Siemens Optical mit 1900 Mitarbeitern an Marlin Equity Partners verkauft.[13]

Kritik an der Unternehmensführung[Bearbeiten]

Allgemein geäußerte Kritikpunkte betreffen die Unternehmensführung, das Produktspektrum und Lieferbeziehungen zu bestimmten Kunden bzw. Staaten. Die Lieferung von Telekommunikationssystemen mit der zugehörigen Technik zur Überwachung der Telekommunikation an den Iran hat zu einer intensiven Diskussion geführt.[14][15]

Management[Bearbeiten]

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Milliardendeal von Siemens und Nokia
  2. Verzögerung des Kaufs der Mobilfunknetzinfrastruktursparte von Motorola. Abgerufen am 7. Januar 2011.
  3. Nokia Siemens Networks kann Motorola-Deal abschließen
  4. NSN zahlt weniger für Motorolas Netzwerksparte
  5. Nokia Siemens erkauft sich größere Präsenz auf US-Markt
  6. Pressemitteilung zum Kauf von Teilen der Mobilfunknetzinfrastruktur-Vermögenswerte von Motorola (PDF; 123 kB)
  7. Perusa Partners: Beteiligungen
  8. Nokia Siemens Networks baut 17.000 Jobs ab
  9. Nokia Siemens baut erneut massiv Stellen ab
  10. Nokia Siemens Networks macht größten deutschen Standort dicht
  11. Zentrale bleibt doch in München
  12. Nokia Siemens schließt Werk in Bruchsal
  13. NSN schließt Service-Tochter: 1000 Jobs weg
  14. BBC: "Hi-tech helps Iranian monitoring"
  15. NSN Press Release: "Provision of Lawful Intercept capability in Iran"
  16. Nokia Siemens Networks names Hossein Moiin as CTO
  17. Board of directors