Nordostrundingen

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81.440277777778-11.489444444444Koordinaten: 81° 26′ 25″ N, 11° 29′ 22″ W

Reliefkarte: Grönland
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Nordostrundingen
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Grönland
Karte von Nordgrönland mit Nordostrundingen
Auf dem MODIS-Satellitenbild ist Nordostrundingen im Osten wegen der Eisbedeckung nur undeutlich zu erkennen

Nordostrundingen (Dänisch korrekt Nordøstrundingen) ist der östlichste Punkt Grönlands und gleichzeitig der östlichste Punkt Nordamerikas und des Amerikanischen Doppelkontinents. Er liegt am östlichen Ende der Halbinsel Prinsesse Ingeborg Halvø, Kronprins Christians Land, im nahezu menschenleeren und zu keiner Gemeinde gehörigen Nordost-Grönland-Nationalpark, 89 Kilometer östlich der Station Nord, und im äußersten Nordosten des früheren Verwaltungsbezirks Tunu (Ostgrönland). Der Punkt liegt weiter östlich als Island.

An dieser Küste sind häufig kleine Eisberge zu sehen, die vom Gletscher Flade Isblink kalben und in einiger Entfernung von der Küste auf Grund laufen. Große Eisberge kommen hier nicht vor, obwohl es zahlreiche aktive Gletscher gibt.[1]

Nordostrundingen trennt die Grönlandsee im Süden von der Wandelsee im Norden. Der Seeweg vom Atlantischen zum Arktischen Ozean heißt Framstraße. An der östlichen Küste der Grönlandsee gegenüber liegt in rund 435 km Entfernung Spitzbergen.

Nordostrundingen wurde von Europäern erstmals durch die gescheiterte Danmark-Expedition unter der Leitung von Ludvig Mylius-Erichsen im August 1906 mit Schlitten entdeckt und benannt. Bis dahin war nicht bekannt, dass Grönland an dieser Stelle so weit nach Osten reicht. Die Expedition legte dort ein Depot für die Rückkehr an, bevor sie sich in zwei Gruppen teilte (eine Richtung Independence-Fjord, die andere über Meereis Richtung Pearyland).

Das Gebiet wurde auch von der dänischen Hovedekspeditionen 1910 unter der Leitung von Ejnar Mikkelsen bei der Suche nach Spuren von Mylius-Erichsen bereist, wobei Aufzeichnungen der früheren Expedition gefunden wurden.

Die Stelle war jedoch bereits der Thule-Kultur bekannt, da ganz in der Nähe archäologische Artefakte gefunden wurden, und vermutlich auch der Independence I-Kultur (Fundort rund 80 km westlich).[2]

Das Gebiet wird von der Sirius-Patrouille erfasst.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. National Geospatial-Intelligence Agency: Sailing Directions (enroute), Pub. 181: Greenland and Iceland, Bethesda 2010, Tenth Edition (PDF; 5,6 MB), S. 128
  2. Bjarne Grønnow und Jens Fog Jensen: The Northernmost Ruins of the Globe. Eigil Knuth's Archaeological Investigations in Peary Land and Adjacent Areas of High Arctic Greenland. Museum Tusculanum Press: 2003, ISBN 8763512629
  3. Sirius starter deres forårstur . Slædepatruljen SIRIUS påbegynder den 20. januar deres Forårspatruljering af kystlandet langs Nord- og Nordøstgrønland. (Norwegisch)