Spitzbergen (Insel)

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Spitzbergen (Spitsbergen)
Das De Geerdalen an der Südküste des Isfjord
Das De Geerdalen an der Südküste des Isfjord
Gewässer Arktischer Ozean
Inselgruppe Svalbard
Geographische Lage 78° 11′ N, 16° 34′ O78.177516.5672222222221713Koordinaten: 78° 11′ N, 16° 34′ O
Lage von Spitzbergen (Spitsbergen)
Fläche 39.044 km²
Höchste Erhebung Newtontoppen
1713 m
Einwohner 2698 (1. Juli 2013[1])
<1 Einw./km²
Hauptort Longyearbyen
Karte der Insel Spitzbergen
Karte der Insel Spitzbergen

Spitzbergen (norwegisch: Spitsbergen) ist eine zu Norwegen gehörende Insel des gleichnamigen Archipels im Arktischen Ozean, die eine Gesamtfläche von 39.044 km² hat. Ihre Ausdehnung ist rund 380 km in nord-südlicher und etwa 220 km in west-östlicher Richtung. Traditionell war Spitzbergen (bzw. Spitsbergen) auch in Norwegen die Bezeichnung für die gesamte Inselgruppe, bis sie 1920 mit dem Spitzbergenvertrag in Svalbard umbenannt wurde. Zur Unterscheidung vom Archipel war für die Insel Spitzbergen auch die Bezeichnung Westspitzbergen im Gebrauch.

Die höchste Erhebung ist der Newtontoppen mit einer Höhe von 1.713 m.[2]

Die heutige und späteiszeitliche Vergletscherung auf der Halbinsel Dickson-Land[Bearbeiten]

Die Halbinsel Dickson-Land befindet sich im Zentrum West-Spitzbergens (78° 27′ 23.71″ N – 78° 40’ N und 15° 7′ 57.07″ E - 16° 2′ 20.12″ E) zwischen den nördlichen und nordöstlichen Ausläufern des Isfjords. Die derzeitige Vergletscherung besteht aus Plateaugletschern mit Auslasszungen. Die Gletscherschneegrenze (ELA) verlief im Jahr 1976 in ca. 500 m Höhe. Ihre orographischen Variationen sind abhängig von der Windexposition. Dickson-Land befand sich während des späteiszeitlichen Gletschervorstoßes im Randbereich zweier lokaler Vereisungszentren. Eine übergeordnete Inlandvereisung Westspitzbergens kann für diesen Zeitraum ausgeschlossen werden.

Über die Ausbildung eines Kerbtalsystems durch subglaziale Schmelzwassererosion ist der Höhepunkt der späteiszeitlichen Vereisung auf die Zeit vor etwa 17.500 (±2000–1375) Jahren zu datieren. Hier ist eine Korrelation nacheiszeitlicher Gletscherenden mit Radiokarbon-datierten (C14) Meeresterrassen möglich.[3][4] Unter Berücksichtigung der isostatischen Landhebung wurde für ein nacheiszeitliches Stadium vor etwa 10.400 Jahren eine klimatische Gletscherschneegrenze in ca. 270 m Höhe ermittelt. Eine Gletscherstagnation vor etwa 9650 Jahren fällt mit einer Schneegrenzhöhe von ca. 320 m zusammen. Die historische Gletscherschwankung um das Jahr 1890 erfolgte bei einer Gletscherschneegrenze in etwa 420 m Höhe, was einer Schneegrenzabsenkung von ca. 60 Höhenmetern gegenüber 1976 entspricht.[5] Auf die Warmzeit vor 7000 bis 2000 Jahren[6][4] ist die Entstehung der noch heute erhaltenen starken periglazialen Oberflächenformen mit Frostmusterböden zurückzuführen. Ursächlich hierfür war die große Frostwechselmächtigkeit des Bodens infolge des tiefgründig aufgetauten Permafrostes.[5] Derartige Frostmusterböden werden mit zunehmender Meereshöhe wegen der abnehmenden Temperatur immer kleiner, weil die Sortierungstiefe im Frostschutt geringer wird.[7]

Siedlungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spitzbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anflug auf Spitzbergen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Even Høydahl, Øivind Rustad: Population of Svalbard, 1 July 2013. Statistics Norway's Information Centre, 24. September 2013, abgerufen am 16. Dezember 2013 (englisch).
  2. Newtontoppen, auf Peakbagger.com (englisch)
  3. R. W. Feyling-Hanssen, I. Olsson: Five radiocarbon datings of post glacial shorelines in central Spitsbergen. In: Norsk Geogr. Tidsskr. 17 (1–4), 1960
  4. a b R. W. Feyling-Hanssen: Shorline displacement in Central Spitsbergen. In: Ergebnisse d. Stauferland-Expedition (F.-Nansen-Gedächtnis-Symposium) 3, 1965, S. 24–28.
  5. a b M. Kuhle: Zur Geomorphologie von S-Dicksonland (W-Spitzbergen) mit Schwerpunkt auf der quartären Vergletscherungsgeschichte. In: Polarforschung 53 (1), 1983, S. 31–57.
  6. R. W. Feyling-Hanssen: Stratigraphy of the marine Late-Pleistocene of Billefjorden, Vestspitsbergen. Norsk Polarinst. Skr. 107, 1955.
  7. M. Kuhle: Obergrenze von Frostbodenerscheinungen. In: Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 22 (3), 1978, S. 350–356.