Office 39

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Als Office 39 (auch Bureau 39, Room 39, Division 39 und Büro 39) wird eine geheime Einrichtung des Zentralkomitees (ZK) der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) bezeichnet, die der Finanzierung des nordkoreanischen Regimes dient.

Indizien weisen darauf hin, dass sich die Organisation weltweiter krimineller Machenschaften bedient, um den luxuriösen Lebensstandard der politischen Elite und deren militärische Einrichtungen erhalten zu können. So soll das Office 39 in Falschgeldhandel, Zigarettenschmuggel, Drogenkriminalität und Versicherungsbetrug verwickelt sein.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Office 39 wurde in den 1970er Jahren im Umfeld des ZK der PdAK als zentrale Schaltstelle gegründet, um sich mittels dubioser Devisengeschäfte eine unabhängige Machtbasis zu sichern.

Erste internationale Bekanntheit erlangte die Organisation mit der Produktion von hochwertig gefälschten 100-Dollar-Scheinen, den sogenannten Superdollars, in den späten 80er und frühen 90er Jahren. Ob das Office 39 tatsächlich für die gefälschten Dollarnoten verantwortlich ist, ist umstritten.

Im europäischen Raum war das Office 39 in die Aktivitäten der seit 1982 in Wien ansässigen einzigen nordkoreanischen Bank Europas, der Golden Star Bank, verwickelt. 2004 stellte die Bank ihre Geschäftstätigkeit ein, weil sie laut österreichischem Innenministerium unter Verdacht stand, in Geldwäsche und den Handel mit waffentauglichem Material verwickelt zu sein. Die USA forderten bereits im Vorfeld die österreichische Regierung auf, die Bank zu schließen.[1]

2009 wurde durch mehrere Gerichtsdokumente bekannt, dass die Geheimorganisation mit dem Betrügen westlicher Versicherungskonzerne durch das Vortäuschen angeblicher Katastrophen in der Vergangenheit mehrere hundert Millionen Dollar erwirtschaftet hatte.[2]

Indizien für die kriminelle Verstrickung[Bearbeiten]

Neben den Einschätzungen mehrerer Staatsregierungen und einigen Urteilen aus Gerichtsprozessen bezeugen sowohl nordkoreanische als auch ausländische Manager und Versicherungsunternehmen und nordkoreanische Flüchtlinge die kriminellen Aktivitäten des Office 39.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b orf.at – Falschgeld und Drogenhandel
  2. a b spiegel online – Wie Kim Jong Il ausländische Versicherungen abzockte, 18. Juni 2009

Weblinks[Bearbeiten]