Olaikirche

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Blick vom Domberg auf die Olaikirche in Tallinn

Die Olaikirche (estnisch Oleviste kirik) in Tallinn, Estland. Die älteste Erwähnung der Kirche ist datiert auf 1267. Über die frühen Jahre dieser gotischen Kirche ist nur wenig bekannt, aber es wird davon ausgegangen, dass an gleicher Stelle schon vor dem 12. Jahrhundert eine Kirche gestanden hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Benannt wurde die Kirche nach dem norwegischen König Olav II. Haraldsson, der heiliggesprochen wurde und als ein Beschützer der Seefahrer betrachtet wird.

Die von verschiedenen Stellen aufgestellte Behauptung, die Kirche sei zwischen 1549 und 1625 mit einem angeblich 159 Meter hohen Turm das höchste Gebäude der Welt gewesen, beruht auf einem Irrtum.[1] Tatsächlich lag die Höhe des 1549 erbauten Kirchturms nach neuen Schätzungen bei 115 bis 125 Meter, also ähnlich wie der heutige, 1820 errichtete Turm. Damit war der Kirchturm immer noch hoch genug, um als Signal für die Seefahrt zu dienen. Somit war die Hansestadt Tallinn schon von weitem auf See zu erkennen. Allerdings brachte ein hoher Turm auch Risiken mit sich, mindestens acht Mal schlug ein Blitz in den Kirchturm ein und drei Mal brannte die Kirche komplett nieder. Die Flammen waren selbst auf der anderen Seite des Finnischen Meerbusens in Finnland zu sehen. Seit dem erst 1820 erfolgten Wiederaufbau nach dem Brand von 1625 hat der Turm eine Höhe von 123,7 Meter.

Heinrich Stiehl war von 1880 bis zu seinem Tod 1886 Organist an der Olaikirche und führte hier 1883 zum ersten Mal im Baltikum Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion auf.

Die Kirche ist heute ein Gotteshaus der Baptisten.

Ausstattung[Bearbeiten]

Blick auf die Orgel

Die Orgel wurde 1842 von der Orgelbaufirma E.F. Walcker erbaut und 1914 umgebaut und erweitert. Das Instrument hat 76 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind pneumatisch.[2]

I Hauptwerk C–gf
Principal 16'
Bourdon 16'
Principal 8'
Gedackt 8'
Floete 8'
Rohrflöte 8'
Flute harmonique 8'
Gemshorn 8'
Gamba 8'
Dulciana 8'
Quinte 51/3'
Oktave 4'
Fugara 4'
Gemshorn 4'
Terz 31/5'
Nasard 22/3'
Oktave 2'
Mixtur V
Cornett I-V
Tuba 16'
Trompete 8'
Clairon 4'
II Oberwerk C–g3
Bourdon 16'
Geigenprincipal 8'
Gedackt 8'
Fugara 8'
Flute harmonique 8'
Salicional 8'
Dolce 8'
Quintflöte 51/3'
Octave 4'
Violine 4'
Traversflöte 4'
Quinte 22/3'
Octave 2'
Cornett-Mixtur III-V
Scharff III
Klarinette 8'
Horn 8'
III Schwellwerk C–g3
Gedackt 16'
Gamba 16'
Principal 8'
Konzertflöte 8'
Gedackt 8'
Hohlpfeife 8'
Quintatoen 8'
Viola 8'
Voix celeste 8'
Aeoline 8'
Spitzflöte 4'
Flute d'amour 4'
Dolce 4'
Waldflöte 2'
Harmonia aetheria III
Trompette harm. 8'
Oboe 8'
Pedal C–f1
Principalbass 32'
Untersatz 32'
Oktavbass 16'
Subbass 16'
Gedecktbass (aus III) 16'
Gambenbass (aus III) 16'
Violon 16'
Quintbass 102/3'
Oktavbass 8'
Floetenbass 8'
Cello 8'
Dulciana 8'
Quinte 51/3'
Principalbass 4'
Flautobass 4'
Waldflöte 2'
Serpent 16'
Posaune 16'
Trompete 8'
Clairon 4'
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P,
    • Superoktavkoppeln: II/I, II/II, III/I, III/II, III/III, II/P, III/P
    • Suboktavkoppeln: II/I, II/II, III/I, III/II, III/III, III/P

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wikipedia auf Englisch mit Verweis auf: Ants Hein: Oleviste pole kunagi olnud maailma kõrgeim ehitis ("Die Olaikirche war nie das höchste Gebäude der Welt"). In: Imeline Ajalugu. 2012.
  2. Informationen zur Domorgel

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St Olaf's Church, Tallinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

59.44141724.747806Koordinaten: 59° 26′ 29,1″ N, 24° 44′ 52,1″ O