Operabase

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Operabase (Kofferwort aus Opera und Database) ist eine online verfügbare Datenbank mit Informationen über Opernproduktionen und -aufführungen, Solisten und künstlerische Mitwirkende sowie Opernhäuser und -ensembles. Operabase wurde 1996 gegründet und wird von der englischen Operabase Ltd. in Luton betrieben. Die Nutzung der Grundversion der Website ist kostenlos, gegen Bezahlung bietet Operabase zusätzliche Inhalte und Dienstleistungen für Künstler, deren Agenten und für Casting-Verantwortlichen.

Inhalt[Bearbeiten]

Zentraler Inhalt von Operabase ist eine Datenbank, die weltweit Opernproduktionen und ihre Mitwirkenden mit Aufführungsterminen und -orten verknüpft. Diese Daten sind relational miteinander verknüpft, so dass die Suche aus allen Richtungen durchgeführt werden kann. So können zum Beispiel folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wo und wann tritt eine bestimmte Solistin auf?
  • Wo und wann werden Opern eines bestimmten Komponisten aufgeführt?
  • Wie ist die Besetzung einer Produktion in einer bestimmten Spielzeit?
  • Welche Opernaufführungen finden im Umkreis eines Ortes während einer bestimmten Zeitspanne statt?

Seit 2005 sind auch Statistiken über Opernaufführungen weltweit verfügbar. Die kostenlose Sicht auf die Daten ist für unregistrierte Benutzer auf die letzte, aktuelle und kommende Spielzeit beschränkt. In der Professional-Version sind alle Daten seit 1996 verfügbar, dazu bestimmte Verknüpfungen, wie der Link zwischen Solist und Rolle. Für Besetzungen Verantwortliche können so nach Solisten suchen, die eine bestimmte Rolle vor kurzem gesungen haben und haben über deren Auftrittskalender gleich Einblick in Verfügbarkeit bzw. Terminkonflikte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Datenbank und Website wurde 1996 durch den englischen Opernliebhaber Mike Gibb als Hobby begonnen, der anfänglich die Rollen des „Designers, Programmierers, der Eingabe-Schreibkraft und des Praktikanten“ einnahm. 1999 machte Gibb sein Projekt zur Vollzeitbeschäftigung.[1] Zweite Mitarbeiterin ist Muriel Denzler. Die Website ist frei von Werbung, der Umsatz wird durch die Abonnements für die Professional-Version erzeugt. 2006 waren 96 % der täglich 10.000 Website-Besucher Nutzer der kostenlosen Version.[2]

2006 wurde Operabase in der Fachzeitschrift opernwelt als „umfangreichste Online-Datenbank zum internationalen Musiktheater“ bezeichnet. Die Idee sei „bestechend, ihre Ausführung bewundernswert“. In jenem Jahr waren in der Datenbank 160.000 Vorstellungen eingetragen, von denen 30.000 im Zeitfenster des kostenfreien Bereichs lagen.[3] 2011 gab es 270.000 Vorstellungen in der Datenbank, die Produktionen unter Beteiligung von 35.000 Künstlern an weltweit mehr als 600 Häusern erfassten. Unverändert lagen 30.000 dieser Vorstellungen im Zeitfenster des kostenfreien Bereichs.

Die Benutzeroberfläche der Website war von Anfang an mehrsprachig in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Niederländisch verfügbar. 2006 kamen Oberflächen für Dänisch (übersetzt vom Royal Danish Theatre), Estnisch (übersetzt durch die Rahvusooper Estonia), Finnisch (übersetzt durch die Kansallisooppera), Isländisch (übersetzt durch Íslenska Óperan), Litauisch (übersetzt durch Lietuvos Nacionalinis Operos), Norwegisch (übersetzt durch Den Norske Opera) und Slowenisch (übersetzt durch Festival Ljubljana) hinzu. 2006 benutzten knapp die Hälfte der Website-Besucher die englische Version der Website, es folgten 17 % für Deutsch, 12 % für Italienisch, 10 % für Französisch und 9 % für Spanisch.[2] Zwischen 2006 und 2012 wurden weitere Übersetzungen für Katalanisch, Tschechisch, Griechisch, Lettisch, Polnisch, Schwedisch, Maltesisch und Russisch angefertigt, so dass Operabase mit Stand 2012 in 22 Sprachen verfügbar ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charlotte Higgins: Operabase.com. In: The Guardian vom 23 Mai 2003.
  2. a b Mike Gibb, Muriel Denzler: Operabase marks its Tenth Anniversary with Three Ambitious Projects (PDF-Datei; 1,21 MB). In: Newsletter of Opera Europa. Nr. 15 (Herbst 2006), S. 6.
  3. Albrecht Thiemann: Grenzenlos vernetzt: Zehn Jahre Operabase. In: opernwelt. Dezember 2006, S. 25.