Kaija Saariaho

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Kaija Saariaho (* 14. Oktober 1952 in Helsinki) ist eine finnische Komponistin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Saariaho studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki bei dem Avantgardisten Paavo Heininen und gründete mit Magnus Lindberg und anderen die Gruppe Open Ears. Sie setzte ihre Ausbildung dann in Freiburg im Breisgau bei Brian Ferneyhough und Klaus Huber fort, nahm an den Darmstädter Ferienkursen teil und studierte ab 1982 am IRCAM im Centre Pompidou in Paris, wo sie 2010 noch immer lebte, computergestützte Komposition und Arbeit mit dem Tonband und Live-Elektronik.

Es entstanden Kompositionen wie Verblendungen (1984), ein Wechselspiel zwischen Orchester und Tonband sowie Du Cristal (1989) und …à la Fumée (1990) unter Verwendung von Live-Elektronik. Unter dem Einfluss der spectralists, einer französischen Komponistengruppe, deren Kompositionen auf der Computeranalyse des Klangspektrums einzelner Töne auf verschiedenen Instrumenten basieren, wandte sich Saariaho einem Stil zu, der von lang gehaltenen Bassnoten und der Verwendung mikrotonaler Intervalle geprägt ist. In diesem Stil komponierte sie ihr bekanntestes Werk, Graal théâtre für Violine und Orchester (1994-97).

Saariahos Werke wurden bei internationalen Festivals in London (1989), Jakarta (1989), Paris (1989, 1991) und Wien (1993) aufgeführt. Sie erhielt 1986 den Kranichsteiner Musikpreis der Darmstädter Ferienkurse, 1988 den Prix Italia für Stillleben, 1989 den Ars Electronica Prize für Stillleben und Io und 2000 den Musikpreis des Nordischen Rates für Lonh sowie zusammen mit Michael Daugherty den Stoeger Prize. 1999 dirigierte Kurt Masur mit dem New York Philharmonic Orchestra ihre Komposition Oltra mar für Chor und Orchester.

Bei den Salzburger Festspielen dirigierte Kent Nagano 2000 mit großem Erfolg ihre erste Oper L’Amour de loin (auf ein Libretto von Amin Maalouf nach der Biografie des Troubadours Jaufré Rudel La Vida Breve). 2006 fand die Uraufführung ihrer Oper Adriana Mater an der Opéra Bastille in Paris statt. 2010 wurde in Lyon Saariahos dritte Oper Émilie uraufgeführt. Das Libretto zu dieser Einpersonenoper schrieb wiederum Amin Maalouf, Dirigent war Kazushi Ono.

Für L'Amour de loin wurde Saariaho mit dem Grawemeyer Award für Musik ausgezeichnet. Im Januar 2009 wurde Saariaho mit dem Heidelberger Künstlerinnenpreis, dotiert mit 5.000 Euro, ausgezeichnet.[1] Auf Einladung von Walter Fink erschien sie im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival 2010, als zweite Frau nach Sofia Gubaidulina. Im Metternichsaal von Schloss Johannisberg erklangen unter anderem Sept Papillons für Violoncello solo (2000), gespielt von Anssi Karttunen, und Quatre Instants für Sopran und Klavier (2002) mit Pia Freund und David Lively. 2011 erhielt sie den Léonie-Sonning-Musikpreis. 2011 wurde der Einspielung ihrer Oper L'Amour de loin durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und den Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Kent Nagano der Grammy Award in der Kategorie Best Opera Recording zuerkannt. Im Mai 2013 wurde Saariaho gemeinsam mit Youssou N’Dour mit dem Polar Music Prize ausgezeichnet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BAZ, Ausgabe B vom 17./18. Januar 2009, Seite 5
  2. Kaija Saariaho och Youssou N´Dour får Polarpriset 2013, dn.se, abgerufen am 7. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]