Orłowo (Gdynia)

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Gdynia, Stadtteil Orłowo
(Adlershorst / Òrzłowò)
Wappen von Gdynia Gdynia-Orlowo.PNG
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 4.44 km km²
Geographische Lage: 54° 29′ N, 18° 33′ O54.47583333333318.553333333333Koordinaten: 54° 28′ 33″ N, 18° 33′ 12″ O
Einwohner:

7277 (2005)

Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GA
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Danzig (Gdańsk)
Verwaltung
Webpräsenz: www.gdynia.pl

Orłowo (deutsch Adlershorst, kaschubisch Òrzłowò) ist ein am Meer gelegener südlicher Stadtteil von Gdynia in der Woiwodschaft Pommern (Polen).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographische Lage

Orłowo grenzt an Redłowo (Hochredlau; nördlich), Mały Kack (Klein-Katz; westlich) die Stadt Sopot (Zoppot; südlich) und ebenfalls die Danziger Bucht (östlich). Durch Orłowo fließt das Flüsschen Kacza (das Katzer Fließ, die Katzbach), das in die Ostsee mündet. In Orłowo befindet sich das für den Stadtteil charakteristische Kliff der Hochredlauer Kämpe (Kępa Redłowska). Dieses ist auch der Namensgeber des Einkaufszentrums Klif in Orłowo.

[Bearbeiten] Geschichte

Kliff in Orłowo

„Zu Hochredlau gehört das vom Seebad Zoppot aus wegen der schönen Aussicht viel besuchte (Restaurant) Adlershorst. Dieses zu Hochredlau gehörende Mühlengrundstück wurde 1828 von dem Bordschiffer Johann Adler und dessen Ehefrau, eine geborene Klotz, als Strandland von etwa 3 Morgen für 170 Taler dem Müller Bömelt abgekauft und in Erbpacht genommen. Der auch sonst geschäftstüchtige Adler wurde von der Kgl. Regierung zum «Seeschulzen» (Strandvogt) ernannt und richtete um 1840 hier einen kleinen Schankbetrieb für fremde Gäste ein. Der Name Adlershorst, als Etablissement von Fremden beigelegt, wurde 1857 als offizielle amtliche Bezeichnung übernommen.“[1]

Żeromski-Häuschen in Orłowo.

Adler nahm bei seinem Gasthaus Adlershorst (Polnisch Adlerówka) auch einen Badebetrieb auf.[2] Am 20. Januar 1920 kam Adlershorst (heute Orłowo, abgeleitet von Orzeł, der polnischen Übersetzung für Adler) an die Zweite Polnische Republik. Schon im ersten Sommer der Zugehörigkeit zu Polen verbrachten viele polnische Sommerfrischler ihre Ferien in Adlershorst.[3] Unter ihnen war auch einer der größten seinerzeitigen polnischen Schriftsteller Stefan Żeromski, der sich in Adlershorst in einer ehemaligen Fischerhütte niederließ.[4]

Ab 1931 bildete Adlershorst die selbständige Gemeinde Orłowo Morskie im Powiat Morski (Seekreis), Woiwodschaft Pommerellen. 1931 entstand die Villa Weneda, ulica Przebendowskich 1, sowie die Pension Gryf, ulica Przemysława 6. In den 1930-ern wurde die Strandpromenade gebaut. 1934 wurden Koliebken und das Vorwerk Klein-Katz (auch: Brauchitschhof; zuvor zu Klein-Katz) nach Orłowo Morskie eingemeindet, das 1935 selber ans kreisfreie Gdingen kam. In Adlershorst und das benachbarte Koliebken, die direkt an das Staatsterritorium der Freien Stadt Danzig grenzten, rückte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 als erstes die Danziger Heimwehr ein. Im März 1945 nahm die Rote Armee Gdingen über Adlershorst kommend ein.

[Bearbeiten] Stadtbild

Gutshaus Klein-Katz, heute Akademisches Gymnasium.

In der ulica Folwarczna (Vorwerksstraße) befindet sich das im 17. bis 18. Jahrhundert neogotisch erbaute Vorwerk Klein-Katz (pl. Mały Kack, kasch. Małë Kack), das selbst nicht zum gleichnamigen benachbarten Stadtteil gehört. Das Gutshaus, Geburtshaus des klassischen Archäologen Georg von Brauchitschs, dient heute dem Akademischen Allgemeinbildenden Lyceum Nr. 1 (pl. I Akademickie Liceum Ogólnokształcące im. Zasłużonych Ludzi Morza w Gdyni). Es ist ein Gymnasium zum Erwerb der polnischen Hochschulreife (Matura) mit künstlerischem Schwerpunkt, das mit den Hochschulen der Dreistadt Danzig–Zoppot–Gdingen zusammenarbeitet.

Café Galeria, ehemals Adlershorst (Adlerówka)

Johann Adlers ehemaliges Gasthaus, ulica Orłowska 7, am Katzer Fließ beherbergt heute das Café Galeria.[2] In Żeromskis Fischerhütte werden heute die mit ihm verbundenen Erinnerungsstücke sorgfältig aufbewahrt und die Gesellschaft der Orłowo-Freunde organisiert regelmäßig Ausstellungen und Treffen mit historischem oder anderem Hintergrund.[5] In Orłowo steht eine hölzerne Mole (molo orłowskie).

Seebrücke in Orłowo.

Unterhalb der Strandpromenade spielt im Sommer das Witold-Gombrowicz-Theater der Stadt Gdingen auf einer Strandbühne vor der Kulisse von Danziger Bucht und Kliff.[6] Am Strand finden jetzt Spülungsarbeiten für den Bau einer Marina statt. In Orłowo befindet sich zudem seit 1952 eine Haltestelle der örtlichen S-Bahn SKM (Szybka Kolej Miejska), sie verbindet die Dreistadt.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Orłowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Fritz Schulz, "Hochredlau (Kreis Neustadt / Westpreußen)", auf: Herzlich Willkommen: Auf den folgenden Seiten wird das nördliche Grenzgebiet zwischen den ehemaligen preußischen Provinzen Pommern und Westpreußen näher behandelt, abgerufen am 6. Oktober 2011. Hinzufügungen in runden Klammern und Hervorhebung im Original.
  2. a b Wojciech Antoszkiewicz, Mariusz Jablonski, Bogdan Kwiatkowski u.a., Gdynia: Touristen-Vademekum, Gdingen: Gdynia Turystyczna, 2009, p. 39. ISBN 978-83-929-211-0-3.
  3. Über die Stadt: Geschichte, Abschnitt 'Am Anfang war nur ein Traum', abgerufen am 28. September 2011.
  4. Historia Gdyni, Abschnitt Powstanie o Rozwoj Portu i Miasta, abgerufen am 27. September 2011.
  5. Wojciech Antoszkiewicz, Mariusz Jablonski, Bogdan Kwiatkowski u.a., Gdynia: Touristen-Vademekum, Gdingen: Gdynia Turystyczna, 2009, p. 33. ISBN 978-83-929-211-0-3.
  6. Wojciech Antoszkiewicz, Mariusz Jablonski, Bogdan Kwiatkowski u.a., Gdynia: Touristen-Vademekum, Gdingen: Gdynia Turystyczna, 2009, p. 50. ISBN 978-83-929-211-0-3.
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