Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig
| Port lotniczy Gdańsk im. Lecha Wałęsy |
|
|---|---|
| Kenndaten | |
| ICAO-Code | EPGD |
| IATA-Code | GDN |
| Koordinaten |
54° 22′ 39″ N, 18° 27′ 58″ O54.37756944444418.466222222222149Koordinaten: 54° 22′ 39″ N, 18° 27′ 58″ O
149 m ü. MSL |
| Verkehrsanbindung | |
| Entfernung vom Stadtzentrum | 10 km westlich von Danzig, 22 km südwestlich von Gdynia |
| Basisdaten | |
| Passagiere | 2.464.000 (2011)[1] |
| Flug- bewegungen |
32 000 (2010) |
| Start- und Landebahn | |
| 11/29 | 2800 m × 45 m Asphalt |
Der Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig (IATA-Code: GDN, ICAO-Code: EPGD, poln. Port lotniczy Gdańsk im. Lecha Wałęsy, englisch Gdansk Lech Walesa Airport) ist ein internationaler Flughafen 10 km westlich des Zentrum Danzigs (Gdańsk). Der mit 1.890.925 Passagieren (2009) viertgrößte Flughafen Polens ist nach dem ehemaligen polnischen Präsidenten Lech Wałęsa benannt.
Inhaltsverzeichnis |
Geographische Lage [Bearbeiten]
Der Flughafen liegt im Stadtteil Rębiechowo etwa zehn Kilometer von Danzig und Sopot (Zoppot) und etwa 23 km von Gdynia (Gdingen) entfernt. Die Fläche des Flughafens beträgt etwa 240 ha. Der namensgebende Ort (deutsch: Ramkau) gehört jedoch nicht zur Stadt Danzig, sondern zur Gemeinde Żukowo.
Fluggesellschaften und Ziele [Bearbeiten]
Vom Flughafen Danzig werden Flüge von LOT, Lufthansa, Wizz Air, Norwegian und Air Berlin ins In- und Ausland angeboten.
Geschichte [Bearbeiten]
Das erste Danziger Flugfeld entstand 1910 im damaligen Langfuhr – einem Vorort von Danzig, heute Wrzeszcz. Im Ersten Weltkrieg wurde die Anlage militärisch genutzt. Danach fiel der Flugplatz an die Stadt Danzig und 1922 endgültig an den Freistaat. Ab 1921 nahm der Luftverkehr von und nach Danzig stetig zu und machte einen Ausbau notwendig.[2] Der erste reguläre polnische Flugbetrieb begann am 5. September 1922 mit der Aufnahme von Flügen nach Warschau.
Der neue Flughafen wurde am 17. Juni 1923 ebenfalls in Danzig-Langfuhr eröffnet und bildete bis 1939 den wichtigsten Knotenpunkt im skandinavisch-baltischen Raum Europas. Neben drei Danziger und polnischen Fluggesellschaften wurde er auch durch die DERULUFT (Deutsch-Russische Luftverkehrsgesellschaft) bedient. Zwischen 1923 und 1936 wurde der Flughafen mehrfach erweitert.[3] Das Passagieraufkommen lag in dieser Zeit bei jährlich ca. 1500 Personen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die im Krieg erstellte Start- und Landebahn aus Beton auf 2 km verlängert. Der Flughafen erhielt den neuen Namen Gdansk-Zaspa, Namensgeber war das Dorf Zaspa (ehemals deutsch: Saspe). Die innerstädtische Lage machte den weiteren Ausbau für Düsenflugzeuge unmöglich. Mit der Eröffnung des heutigen Flughafens wurde Gdansk-Zaspa im Jahre 1974 geschlossen und mit einer Wohnsiedlung überbaut.[4]
Verkehrszahlen [Bearbeiten]
| Jahr | Fluggastaufkommen | Flugbewegungen | Fracht (Tonnen) |
|
|---|---|---|---|---|
| 2000 | 270.000 | 11.600 | 1.552 | |
| 2001 | 319.000 | 14.000 | 1.950 | |
| 2002 | 318.000 | 13.500 | 2.210 | |
| 2003 | 365.000 | 14.300 | 2.686 | |
| 2004 | 467.000 | 17.500 | 3.100 | |
| 2005 | 672.000 | 19.000 | 3.458 | |
| 2006 | 1.256.000 | 24.200 | 4.037 | |
| 2007 | 1.715.000 | 28.200 | 4.757 | |
| 2008 | 1.954.000 | 31.000 | 4.610 | |
| 2009 | 1.911.000 | 30.000 | 4.016 | |
| 2010 | 2.232.000 | 32.000 | 4.487 | |
| 2011 | 2.464.000 | |||
| Quelle: Website des Gdansk Lech Walesa Airport[5] | ||||
Name [Bearbeiten]
Nach 1945 begann wieder der reguläre zivile Flugbetrieb sowohl für innerpolnische Ziele als auch – in geringem Maße – internationale. Durch die Verstärkung des Flugbetriebes und die damit verbundene Notwendigkeit eines Ausbaus wurde außerhalb des Stadtzentrums, in der Nähe von Rębiechowo, ein neuer Flughafen gebaut. Dieser wurde am 2. Mai 1974 eröffnet. 1991 wurden etwa 78.000 Passagiere abgefertigt.
Am 30. April 1993 wurde der bisher staatliche Flughafenbetrieb formell einer privaten Gesellschaft übertragen, die ein Jahr später ihre Tätigkeit aufnahm. Im Jahr 2003 wurde der Name des Flughafens in Lech Wałęsa geändert. In diesem Jahr wurden 365.036 Passagiere abgefertigt.
Heute [Bearbeiten]
Der Passagierterminal ist dreistöckig mit einer Fläche von 7.260 m² und hat eine Maximalkapazität von drei Millionen Passagiere im Jahr. Weiterhin besteht ein Cargo-Terminal. Der Flughafen wird u. a. von der polnischen Fluggesellschaft Polskie Linie Lotnicze, von der SAS, von der Lufthansa sowie von Billig-Airlines wie Wizz Air, Ryanair, Air Berlin, OLT Express Regional oder Norwegian Air Shuttle angeflogen.
Zukunft [Bearbeiten]
Zurzeit findet ein Ausbau des Danziger Flughafens mit einem neuen Terminalgebäude statt, das 2012 eröffnet werden soll. Weiterhin soll ein neues Cargo-Terminal errichtet werden. Darüber hinaus sollen u.a. die Start- und Landebahnen und das Flugleitsystem ausgebaut und modernisiert werden, für welches der Flughafen das Geld von dem polnischen Infrastruktur-Ministerium schon bekommen hat. Dank der ansteigenden Zahl von Billigairlines hat sich die Passagierzahl gegenüber 2004 vervierfacht.
Öffentliches Verkehrsnetz [Bearbeiten]
Bisher bestehen nur Busanschlüsse vom Flughafen zur Stadt. Bis 2012 sollen die Fahrzeiten vom Flughafen in die Stadtmitte von Danzig und Gdingen über eine S-Bahn-Strecke wesentlich verkürzt werden. Folgende Buslinien bestehen:
- nach Gdańsk-Orunia (Danzig-Ohra): Linie 210 (alte Linie B); über Gdańsk Piecki-Migowo (Danzig Pietzkendorf-Müggau), Gdańsk Dworzec Główny (Danzig Hauptbahnhof), Altstadt.
- nach Gdańsk-Wrzeszcz (Danzig-Langfuhr): Linie 110; nach Gdańsk-Wrzeszcz PKP (Danzig-Langfuhr Bahnhof).
- nach Gdynia (Gdingen): Linie 510; nach SKM Gdynia-Redłowo (Gdingen-Hochredlau S-Bahn), Gdynia Dworzec Główny (Gdingen Hauptbahnhof).
- nach Gdańsk-Osowa PKP (Danzig-Espenkrug Bahnhof): Linie 210.
Im Nachtbusverkehr gibt es wenige Fahrten der Linie N3 nach Gdańsk Dworzec Główny (Danzig Hauptbahnhof) und Gdańsk-Wrzeszcz PKP (Danzig-Langfuhr Bahnhof).
Weblinks [Bearbeiten]
Belege [Bearbeiten]
- ↑ http://www.ulc.gov.pl/index.php?option=com_content&task=view&id=324&Itemid=466
- ↑ Günter Frost: Auszüge aus der Luftfahrtgeschichte der Freien Stadt Danzig 1920–1939, 2012, S. 9 f. (PDF).
- ↑ Günter Frost: Auszüge aus der Luftfahrtgeschichte der Freien Stadt Danzig 1920–1939, 2012, S. 10 ff. (PDF).
- ↑ Günter Frost: Auszüge aus der Luftfahrtgeschichte der Freien Stadt Danzig 1920–1939, 2012, S. 13. (PDF).
- ↑ Flughafen Statistik. Abgerufen am 10. Januar 2012.
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