Danzig

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Danzig (Begriffsklärung) aufgeführt.
Danzig
Gdańsk
Wappen von Danzig
DanzigGdańsk (Polen)
DanzigGdańsk
Danzig
Gdańsk
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 262,20 km²
Geographische Lage: 54° 21′ N, 18° 39′ O54.35055555555618.652777777778Koordinaten: 54° 21′ 2″ N, 18° 39′ 10″ O
Einwohner: 460.815
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 80-009 bis 80-958
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 1 Danzig ↔ Cieszyn
DK 6 KołbaskowoPruszcz Gdański
DK 7 ŻukowoChyżne
Nächster int. Flughafen: Danzig (Gdańsk)
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 262,20 km²
Einwohner: 460.815
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 1757 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2261011
Verwaltung (Stand: 2013)
Stadtpräsident: Paweł Adamowicz (PO)
Adresse: ul. Nowe Ogrody 8/12
80-803 Gdańsk
Webpräsenz: www.gdansk.pl

Danzig (polnisch Gdańsk Zum Anhören bitte klicken! [ɡdaɲsk] [3], kaschubisch Gduńsk) ist eine Hafen- und ehemalige Hansestadt in Polen. Sie liegt westlich der Weichselmündung in der historischen Landschaft Pommerellen und ist Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern. Die Stadt hat über 460.000 Einwohner und bildet zusammen mit Gdynia (Gdingen) und Sopot (Zoppot) die Trójmiasto (Dreistadt) mit mehr als 740.000 Einwohnern. Im gesamten städtisch geprägten Ballungsraum Danzig (polnisch Aglomeracja gdańska) leben mehr als 1,2 Millionen Menschen.

Danzigs Name dürfte von der mittelalterlichen Bezeichnung für „gotische Schanze“[4] abgeleitet sein. Der Wahlspruch der Stadt Danzig lautet: Nec temere, nec timide (lat. für weder unbesonnen noch furchtsam).

Seit 1925 ist die Stadt Sitz des Bistums (seit 1992 Erzbistum) Danzig.

Klima[Bearbeiten]

Danzig
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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3
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Danzig
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,4 2,1 5,5 10,1 15,6 19,0 21,0 21,3 16,9 12,0 6,0 2,9 Ø 11,2
Min. Temperatur (°C) -3,4 -3,0 -0,5 2,7 7,4 11,0 13,3 13,1 9,7 5,8 1,5 -1,6 Ø 4,7
Niederschlag (mm) 24,6 17,9 22,4 29,5 48,9 63,5 66,7 55,8 54,9 47,4 42,0 33,7 Σ 507,3
Regentage (d) 15 13 13 11 12 13 13 12 14 14 16 16 Σ 162
T
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19,0
11,0
21,0
13,3
21,3
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16,9
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2,9
-1,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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66,7
55,8
54,9
47,4
42,0
33,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: WMO

Geschichte[Bearbeiten]

Antike und Völkerwanderung[Bearbeiten]

Im Jahrhundert vor der Zeitenwende siedelten sich an der untereren Weichsel und der Weichselmündung die Goten an. Vielseitige Gräberfunde in der Gegend von Marienburg zwischen Braunswalde und Willenberg gaben der Willenberg-Kultur, nach 1945 auch Wielbark-Kultur genannt, ihren Namen. Da um die spätere Wikinger-Zeit auch reger Verkehr der preußischen Handelsorte mit Birka und Haithabu usw. geschah, fand man auch eine Mischung von skandinavischen und anderen Elementen. Die Weichsel selbst war in dieser Zeit ein ungefährer Grenzfluss zwischen dem germanischen und sarmatischen Einflussgebiet. Die im 1. Jahrhundert im Weichselgebiet lebenden Ostgermanen bezeichnete Plinius als Vandili (Vandalen). Claudius Ptolemaeus zufolge lebten an der Danziger Bucht, die er Venedische Bucht nannte, aber auch die Venedi maiores, möglicherweise Veneder im weiteren Sinne. Als der Geschichtsschreiber Jordanes im 6. Jahrhundert in den Getica die Geschichte der Goten beschrieb, erwähnte er Gothiscandza (Gotische Küste). Es ist umstritten, ob die damaligen Siedlungen mit dem Standort des heutigen Danzig identisch sind. Ab etwa 200 n. Chr. wanderten die Goten nach Südosten ab. Die Willenberg-Kultur erlosch um 400 n. Chr. im Zuge der Völkerwanderung. Seit dem 10. Jahrhundert sind Slawen, die an die Küste westlich der unteren Weichsel kamen, als Pomoranen („po-morje“ am Meer) in Pommern dokumentiert.

Östlich der Weichsel dagegen lebten schon vor der Zeitenwende baltische Stämme. Tacitus nannte sie Aesti und lobte an ihnen ihren Fleiß im Ackerbau („nicht so faul wie die Germanen“) und ihr Interesse an der Bernsteingewinnung. Wulfstan, der im 10. Jahrhundert im Auftrag Alfreds des Großen von Haithabu nach Truso reiste, berichtete, dass westlich der Weichsel die Vinodi wohnten, östlich die Esthi. Der Bernstein war im Altertum im Mittelmeerraum bis nach Ägypten und darüber hinaus sehr begehrt. Schon seit vorgeschichtlicher Zeit verbanden Handelswege von der Nordsee und Ostsee, besonders die so genannte Bernsteinstraße, das Weichseldelta mit der mediterranen Welt.

Slawische Staaten[Bearbeiten]

Zwantepolc de Danceke, 1228

Das Küstenland Pommern (polnisch po morze = am Meer), zu dem Gydanzik gehörte, sah sich abwechselnd polnischen und dänischen Unterwerfungsversuchen ausgesetzt. 997 kam der Prager Bischof Adalbert im Geleit von Soldaten des späteren polnischen Königs Bolesław Chrobry nach Danzig und taufte nach einer eintägigen Predigt viele Heiden.[5] In seiner Chronik erwähnt Johannes Canaparius als erster „Gyddanyzc“, zudem schon als „urbs“, Stadt.[6][7]

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurden die Samboriden als Herrscherfamilie in Danzig urkundlich erwähnt. Ob sie von den Piasten als Statthalter eingesetzt worden waren, wird diskutiert. Als sich im 12. Jahrhundert der größere westliche Teil Pommerns um Cammin, Wolgast und Stettin unter dem Geschlecht der Greifen dem Heiligen Römischen Reich annäherte, nahm der auf Deutsch Pommerellen genannte, aber eher der heutigen Woiwodschaft Pomorze entsprechende, östliche Landesteil um Danzig daran nicht mehr teil.

Herzog Sobiesław I. gründete um 1185 das Kloster Oliva. Es wurde durch Zisterzienser aus dem pommerschen Kloster Kolbatz besetzt. Es diente unter anderem auch als Hauskloster und Grablege für die Herrscherfamilie.

Erste Stadt 1224–1308[Bearbeiten]

Um 1224 verlieh der pommerellische Herzog Swantopolk II. (Zwantepolc de Danceke) das Lübische Recht an die deutsche Kaufmannssiedlung, die in der Gegend des heutigen Langen Marktes entstanden war. Um 1295 verlieh der polnische König Przemysław II. ihr das Magdeburger Recht.

Deutscher Orden 1308–1454[Bearbeiten]

Pommerellen mit Danzig im damaligen Deutschordensstaat Preußen
siehe auch Pommerellen und Übernahme von Danzig durch den Deutschen Orden

Anfang des 14. Jahrhunderts eskalierten Konflikte um Erbfolgerechte zwischen den lokalen kaschubischen Fürsten von Pommern untereinander sowie mit dem Markgrafen von Brandenburg. Dazu kam die Beteiligung des polnischen Königs, der ab 1306 eine kleine Garnison in der Hafenstadt stationierte, die sich in Dokumenten und auf den Siegeln über 100 Jahre lang als Dantzik(e) bezeichnete. Als die Brandenburger im Sommer 1308 in die Stadt einrückten, baten die „Königlichen in der Burg“ sowie die Vertreter der Stadt den Deutschen Orden um Hilfe, der Jahrzehnte zuvor Mewe (Gniew) geerbt hatte und somit seither auch links der Weichsel vertreten war. Die Deutschritter zogen als Alliierte der königlich-polnischen Truppen im August in die Burg ein und verteidigten sie im September gegen die brandenburgischen Truppen, denen von deutschen Bürgern Danzigs die Stadttore geöffnet worden waren.[8] Es gab jedoch bald Streit um die Kostenfrage für diese Waffenhilfe, dies führte zur Übernahme von Danzig durch den Deutschen Orden.

Die weiteren Ereignisse werden, insbesondere im Rahmen der deutsch-polnischen Konflikte des 20. Jahrhunderts, konträr dargestellt. Von polnischer Seite wurde und wird behauptet, dass die Ritter sich nun plötzlich gegen die Garnison wendeten und es am 13. November zum Massaker an den wenigen Soldaten und zahllosen Zivilisten kam. Es ist von bis zu 10.000 Opfern die Rede, die sowohl ethnisch als auch politisch als Polen bezeichnet werden.

Tatsache ist, dass der Orden sich in der Stadt und der Umgebung (Pommerellen) festsetzte und dies im Vertrag von Soldin, in dem die Rechte der Brandenburger abgekauft wurden, fixiert wurde. Das Königreich Polen wehrte sich dagegen mit juristischen Mitteln und übertriebenen Darstellungen bei Papst Clemens V., gerade in jenem Zeitraum, als dieser die Tempelritter bekämpfte. Der Orden verlegte 1309 deswegen auch seinen Sitz von Venedig in die Ordensburg Marienburg.

In der traditionell nach Selbstständigkeit strebenden Stadt gab es Opposition gegen die Herrschaft der Kreuzritter, die mit Gewalt unterdrückt wurde, was wiederum von jenen gerne übersehen wurde, die eine rein innerdeutsche Einigkeit unterstreichen wollen. Hierbei stellten insbesondere die deutschen Händler der Hanse eine Konkurrenz zu Elbing dar, der nahegelegenen Hafenstadt des Ordens, die jedoch damals durch Verlandung ihren direkten Zugang durch die Frische Nehrung zur Ostsee verlor, was das plötzliche Interesse an Danzig erklären mag. Durch den Konflikt mit dem Königreich Polen war zudem nun der Handel entlang der Weichsel beeinträchtigt, so dass die Danziger aus eigenem Interesse immer auch auf ein gutes Verhältnis zu den Herrschern im Hinterland bedacht sein mussten.

Zur Ordenszeit bestand Danzig aus vier oder fünf Teilen:

  • Ordensburg
  • Hakelwerk (erste Stadt mit Magdeburger Recht, wahrscheinlich bis Ende 14 Jh.)
  • Rechtstadt (seit 1343) – stärkste der Städte Danzigs, seit 1361 – Vollmitglied der Hanse; mit zwei zusätzlichen Teilen:
  • Altstadt (seit 1370) – großteils Stadt der Handwerker
  • Neustadt („Junge Stadt Danzig“, 1380–1455) – gegründet vom Orden gegen die Rechtstadt, nach dem Aufstand der Bürger der Rechtstadt von 1454 total zerstört.

Nach der Eroberung durch den Orden stieg die Zuwanderung Deutscher stark an, ausgelöst durch die wirtschaftliche Prosperität der Hansestadt. 1343 verlieh der Orden der Stadt Kulmer Recht, 1361 wurde man Vollmitglied der Hanse.

Hansestadt[Bearbeiten]

Flagge Danzigs, Version nach 1945

Danzig war bedeutendes Mitglied der Hanse und nahm seit 1361 an den Hansetagen teil. Es blieb bis zum letzten Hansetag im Jahr 1669 Teil der Hanse, die jedoch ab Ende des 15. Jahrhunderts immer unbedeutender wurde. Zusammen mit Elbing und Thorn war Danzig die führende preußische Hansestadt.

Freie Stadtrepublik unter polnischer Oberhoheit 1454–1793[Bearbeiten]

Heutige Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer

Der weitere Verlauf der Geschichte der Stadt wird im Artikel über Pommerellen im Detail ausgeführt. Aus Unzufriedenheit über die Politik des Ordens nach der Schlacht bei Tannenberg 1410 stellte sich der Preußische Bund 1454 unter den Schutz der polnischen Krone, was den Dreizehnjährigen Krieg auslöste, in dem die Städte gegen die Burgen des Ordens kämpften bzw. diese wie in Thorn schleiften. Der polnische König hatte zunächst Schwierigkeiten, ein Heer des polnischen Adelsaufgebots für den Krieg zusammenzubekommen, das in der Schlacht bei Konitz durch ein Söldnerheer des Deutschen Ordens geschlagen wurde. Der Fortgang des Krieges zwang jedoch den Orden wirtschaftlich in die Knie.

Im Zweiten Frieden von Thorn verblieb 1466 dem Deutschen Orden das spätere Ostpreußen, jedoch ohne die Marienburg, Elbing und das Ermland. Die westlichen Teile des „Deutschordensstaates in Preußen“ mit dem ehemaligen Herzogtum Pommerellen, Danzig, dem Kulmer- und Ermland und Thorn wurden dem König von Polen als Königliches Preußen unterstellt, wobei die Stadtrepubliken Danzig, Thorn und Elbing eine weitgehende politische, wirtschaftliche und kulturelle Autonomie erhielten, die ihnen teilweise schon während des Krieges garantiert worden waren. Dazu gehörte das sogenannte Große Privileg, das König Kasimir IV. 1457 der Stadt Danzig verliehen hatte.[9]

Danzig gelangte zur Vorrangstellung als Haupthafen von Polen-Litauen, dem die Hansestadt ab 1454 aus eigenem Willen politisch angehörte und für das es bis zu 80 Prozent des Außenhandels abwickelte. Ihre Glanzzeit begann im Jahre 1453 mit dem Fall Konstantinopels an die osmanischen Türken. Er führte zur Sperrung des Bosporus und brachte einen Bedeutungsverlust der Schwarzmeerhäfen. Getreide aus den südöstlichen Kornkammern Europas wurde nun noch mehr als zuvor weichselabwärts transportiert und musste qua Stapelprivileg (ius emporium) vor dem Export nach Skandinavien, England und die Niederlande durch die Danziger Speicher. Mit einem maximalen Umschlag von 116.000 Last (über 230.000 Tonnen) im Jahre 1618 wurde die Stadt zum wichtigsten europäischen Umschlagsplatz für Brotgetreide. Sie blühte dabei so mächtig auf, dass sie den Polenkönig Stephan Batory (reg. 1576-1586), der ihre Privilegien einschränken wollte, in einem wechselvollen Krieg (April bis Dezember 1577) zur Einhaltung des status quo zwingen konnte. Zwischen 1626 und 1629 wurde selbst Nordeuropas gefürchtetster Herrscher, Gustav II. Adolf von Schweden (reg. 1611-1632), nicht minder erfolgreich abgewehrt.[10]

Im Jahr 1470 wurde die Peter von Danzig, ein ursprünglich französisches Schiff, als erster großer Kraweel der Hanse für Kriegszwecke ausgerüstet.

Ab 1522 begann in Danzig die Reformation mit dem evangelischen Prediger Jacob Hegge. Ab etwa 1534 siedelten sich in und um Danzig auch die aus den Niederlanden geflüchteten radikal-reformatorischen Mennoniten an.[11]

Die Union von Lublin von 1569 gefährdete die Autonomie auch von Danzig. In zahlreichen Konflikten behauptete Danzig weiterhin Eigenständigkeit.[12] So wurde im Danziger Krieg 1577 dem neuen König Stefan Bathory die Huldigung verweigert, solange dieser nicht die Privilegien erneuerte. Nach erfolglosen Belagerungen von Danzig willigte der König ein.

Das Hochtor in Danzig

1612 kam es zum Streit zwischen Lutheranern und Reformierten um den Bau eines Hochaltars in der Kirche zu Sankt Johann, den die Reformierten, allen voran Pfarrer Jakob Adam, ablehnten.

1615 führte der Stadtsekretär Reinhold Kleinfeld in einem Streit der Stadt Elbing mit dem ermländischen Bischof – dem Initiator der Gegenreformation in Polen – zusammen mit dem Bürgermeister und dem Ratsverwandten die Delegation Danzigs an. Hauptstreitpunkt war die Forderung des Bischofs an die Evangelischen nach Herausgabe einer Kirche. Im letzten Moment wurde 1616 ein Krieg abgewendet.

Um 1650 war die Stadtrepublik Danzig mit ca. 77.000 Menschen (Schätzungen reichen bis zu 100.000 Einwohner für die Danziger Agglomeration[13][14]) – vor Wien, Augsburg, Köln und Hamburg – die volkreichste Stadt mit einer deutschen Einwohnerschaft. So ist es kein Zufall, dass St. Marien – eine der dreizehn gotischen Kirchen Danzigs – im 15. Jh. zur weltweit größten Hallenkathedrale aus Backstein ausgebaut wurde (105,5 m lang und im Querschiff 60 m breit).[15]

1701 wurde in Danzig und Königsberg mit den Arbeiten am Bernsteinzimmer begonnen.

Königreich Preußen 1793–1807[Bearbeiten]

Ansicht um 1850
Langgasse, im Hintergrund das Rechtsstädter Rathaus (Museum) 2004
Peinkammer Danzig

Im Rahmen der Zweiten Polnischen Teilung kam Danzig 1793 zum Königreich Preußen. Damit verlor die Stadt innerhalb der absoluten Monarchie der Hohenzollern ihren besonderen Autonomiestatus und städtische Freiheit.

Napoleonische Freie Stadtrepublik 1807–1813[Bearbeiten]

Hauptartikel: Republik Danzig

Im Preußisch-Französischen Krieg kapitulierte Danzig am 25. Mai 1807 nach dreimonatiger Belagerung.[16] Infolge des Friedens von Tilsit hatte die Stadt formal den Status einer „freien Stadt“, wurde aber von einem französischen Gouverneur regiert und musste 20 Millionen Francs Kriegssteuer aufbringen. Im November 1813 ergaben sich französische und polnische Truppen nach elfmonatiger Belagerung einem russisch-preußischen Heer, und Danzig kam durch den Wiener Kongress 1815 wieder an das Königreich Preußen.

Rückkehr zu Preußen 1815–1919[Bearbeiten]

In der zwischen 1816 und 1823 sowie 1878 und 1919 bestehenden Provinz Westpreußen war Danzig die Hauptstadt. Während der Märzrevolution 1848 beteiligte sich Danzig an den Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung. 1848 waren im Danziger Hafen 104 Handelsschiffe beheimatet.[17]

1831 hatte die preußische Verwaltung erstmals eine Erhebung über die Muttersprache der Einwohner des Regierungsbezirks Danzig durchgeführt. Laut der Erhebung waren im Regierungsbezirk Danzig, der die Stadt Danzig und das Umland umfasste, 24 Prozent der Bewohner polnisch- bzw. kaschubisch- und 76 Prozent deutschsprachig.

1852 erhielt Danzig im Zuge des Eisenbahnbaus Anschluss an die seit 1842 im Aufbau befindliche preußische Ostbahn Berlin–Königsberg. Der erste direkte Eisenbahnanschluss eröffnete via Berlin den Zugang zum mitteleuropäischen Eisenbahnnetz.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte Danzig einen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde wie auch das nahegelegene Elbing zu einem Zentrum des modernen Schiffbaues (Schichau-Werke) und der Industrialisierung in Westpreußen. Begleitet wurde die Industrialisierung durch einen beschleunigten Bevölkerungsanstieg.

Danzig blieb Festung. Zur Garnison, die sich auf Danzig, Langfuhr und Neufahrwasser mit dem Fort Weichselmünde verteilte, gehörten im Jahr 1909 das Grenadier-Regiment Nr. 5, das Infanterie-Regiment Nr. 128, die Leib-Husaren-Brigade mit den zwei Regimentern Nr. 1. und Nr. 2., das Feldartillerie-Regiment Nr. 36 und das 1. Bataillon des Fußartillerie-Regiments Nr. 17.[18] Seit 1890 war Danzig Sitz des Generalkommandos des XVII. Armee-Korps.

Bis 1895 wurden lediglich die die Entwicklung der Stadt beschränkenden Stadtwälle entfernt und durch Straßen ersetzt, während der von Wasser umflossene Kranz aus 20 Bastionen weiterhin bestand.

Freie Stadt Danzig 1920–1939[Bearbeiten]

Hauptartikel: Freie Stadt Danzig

Mit dem Vertrag von Versailles 1919 wurde Danzig mit seinen umliegenden Gebieten vom Deutschen Reich getrennt und am 15. November 1920 zu einem unabhängigen Staat, der Freien Stadt Danzig, erklärt. Dieser Staat stand allerdings unter Aufsicht des Völkerbunds; polnische und britische Truppen gewährleisteten den neuen Status der Stadt. Da diese Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig gemacht wurde, sahen das Deutsche Reich und die mehrheitlich deutschen Bewohner der Stadt das vom US-Präsidenten Wilson geforderte Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzt.

Am 6. Dezember 1920 konstituierte sich der erste Danziger Volkstag, der aus freien Wahlen hervorgegangen war. Er bestand aus 120 Abgeordneten. Oberbürgermeister Heinrich Sahm wurde zum Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig gewählt. Die Parteien stellten die folgenden Abgeordneten:

1923 gaben im Rahmen einer Volkszählung 95 Prozent der Bürger Deutsch und vier Prozent Polnisch bzw. Kaschubisch als Muttersprache an.

Ergebnis der Volkszählung vom 1. November 1923:

Sprecherzahl Gesamt Deutsch Deutsch und

Polnisch

Polnisch und

Kaschubisch

Russisch und

Ukrainisch

Jiddisch Keine Angabe
Stadt Danzig 335.921 327.827 1.108 6.788 99 22 77
Landkreis Danzig 30.809 20.666 521 5.239 2.529 580 1.274
Gesamt 366.730 348,493 1.629 12.027 2.628 602 1,351
Prozent 100 % 95,03 % 0,44 % 3,28 % 0,72 % 0,16 % 0,37 %
Die zugefrorene Motława (deutsch: Mottlau) in Danzig mit dem Krantor (ganz rechts) Ende Dezember 2010

Die Freie Stadt Danzig bestand damals aus den Städten Danzig und Zoppot sowie den kleinen Städten Tiegenhof, Praust, Neuteich, Oliva und Ohra, wobei Neuteich und Tiegenhof im Danziger Werder bzw. im Kreis Großes Werder lagen. Die polnische Minderheit besaß eigene Schulen und ein Vereinswesen, wurde aber von der deutschen Bevölkerung des Öfteren mit Missgunst betrachtet und diskriminiert; außerdem lebten in Danzig vor 1939 Kaschuben und Russen. Unter den Einwohnern fanden sich auch zahlreiche Juden, die nach 1939 enteignet und deportiert wurden.

Danzig hatte in der Zwischenkriegszeit nach einem anfänglichen Wirtschaftsaufschwung erhebliche wirtschaftliche Probleme, bedingt durch die Zollgrenzen zum Deutschen Reich, die globale Wirtschaftskrise und eine wenig entwickelte Industrie.

Der Hafen und der Zoll sowie die internationalen Eisenbahnverbindungen – jedoch nicht die Straßenbahn und Kleinbahnen im Freistaatgebiet – wurden unter polnische Verwaltung gestellt. Die Republik Polen legte im Danziger Hafen (Westerplatte) ein Munitionslager an und stationierte dort ihr Militär. Des Weiteren war es dem polnischen Staat zwecks Verbindung des Hafengebiets mit Polen erlaubt, eine Post- und Telegrafenverwaltung, das so genannte „polnische Postamt“, im Hafengebiet einzurichten.

Die problematischen Verhältnisse, die Anlass für viele – unbeachtet gebliebene – Beschwerden der Freien Stadt Danzig an den Völkerbund waren, schufen unter der Bevölkerung Ressentiments gegen Polen. Diese Stimmung wurde verstärkt durch die Zuwanderer aus den ehemals deutschen Gebieten um Posen, die unter Diskriminierungen zu leiden hatten, wie sie dort nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von offizieller polnischer Seite wenn nicht gefördert, so doch wohlwollend geduldet wurden.

„Reichsgau“ Danzig-Westpreußen (August 1943)

Mitte 1933 kamen auch in Danzig die Nationalsozialisten (NSDAP) an die Macht, die sich aber wegen der internationalen Kontrolle des Gebietes bis 1936/37 mit Oppositionsparteien abfinden mussten, die bei den Volkstagswahlen von 1935 (trotz versuchter Wahlbeeinflussungen) eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Nationalsozialisten klar verhindern konnten. Während Hermann Rauschning 1933/34 als Senatspräsident eine Annäherung zu Polen versuchte, blieb sein Nachfolger Arthur Greiser dazu auf Distanz und führte die Freie Stadt Danzig in zunehmende (auch finanzielle) Abhängigkeit zum Deutschen Reich. Ende August 1939 erklärte sich der Gauleiter Albert Forster selbst zum Staatsoberhaupt und verfügte am 1. September 1939 völkerrechtswidrig, nachdem reichsdeutsche Streitkräfte das polnische Munitionsdepot auf der Westerplatte angegriffen hatten, den Anschluss Danzigs an das Deutsche Reich. Der deutsche Angriff auf die Westerplatte wird heute als Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa gesehen.

Zweiter Weltkrieg: Reichsgau Danzig-Westpreußen 1939–1945[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs wurden insbesondere die Juden, aber auch die polnische Minderheit in Danzig deportiert (Juden wurden bereits seit 1933 systematisch verfolgt und entrechtet), viele verloren ihr Leben. Andere wiederum ließen sich auf der sogenannten Volksliste als Deutsche eintragen und entgingen so der Verfolgung durch Nationalitätswechsel. Dazu wurden viele dieser Menschen in Konzentrationslager (wie das KZ Stutthof) deportiert und ermordet. Im Ortsteil Matzkau (heute Maćkowy) befand sich nach Kriegsbeginn ein Strafvollzugslager der SS und Polizei. 1941 befand sich in Danzig-Langfuhr die Flugzeugführerschule A/B 6. Die Flugzeugführerschule war bis Ende 1941 in der Pestalozzi-Schule untergebracht. 1942 wurde die Fliegerschule in Flugzeugführerschule A/B 52 umbenannt und war in der Bölcke-Kaserne am Heeresanger untergebracht. Ende März 1945 wurde Danzig von der Roten Armee und polnischen Militäreinheiten[19][20] im Zuge der Schlacht um Ostpommern eingeschlossen und erobert. Durch die Kampfhandlungen sind große Teile der Innenstadt (bestehend aus Rechtstadt, Altstadt, Vorstadt und Niederstadt) zerstört worden. Während und nach dem Einmarsch wurden die noch erhaltenen Häuser der Innenstadt von den sowjetischen Soldaten geplündert und in Brand gesteckt. Insgesamt wurde ein sehr hoher Anteil der Bebauung zerstört.

Nachkriegszeit 1945–1990[Bearbeiten]

Panorama von Danzig 1982

Bereits in den ersten Nachkriegsmonaten wurden die meisten in Danzig verbliebenen Deutschen von den polnischen Behörden vertrieben. Zurück blieb eine Minderheit von etwa fünf Prozent der ursprünglichen Stadtbevölkerung mit zumeist auch polnischen Vorfahren.

Aufgrund des Bierut-Dekretes wurde das Eigentum von Personen deutscher Nationalität und Herkunft enteignet. Straftaten, die gegen die deutsche Zivilbevölkerung begangen wurden, wurden juristisch nur bedingt verfolgt. Erst nach der politischen Wende in Polen wurde damit angefangen, diese Geschehnisse aufzuarbeiten.

Die Danziger Rechtstadt sowie zahlreiche Baudenkmäler der Altstadt wurden in Anlehnung an frühneuzeitliche Vorbilder rekonstruiert.

Zugleich wurden, insbesondere in den Sechzigern, in den Vorstädten wie Przymorze Trabantensiedlungen errichtet. Charakteristisch sind hier die sogenannten Wellenhäuser (Falowiec) – Wohnblöcke von teilweise mehreren hundert Metern Länge in Plattenbauweise, die mäandrieren und so eine Assoziation zum nahe gelegenen Meer hervorrufen sollen.

Mit Streiks in den Danziger Werften begannen sowohl der Aufstand vom Dezember 1970 in Polen als auch die August-Streiks 1980 in Polen. Aus einem lokalen Streikkomitee der Danziger Werft unter Führung von Lech Wałęsa entwickelte sich die landesweite Gewerkschaftsbewegung Solidarność, deren Wirken schließlich zum Zusammenbruch der Volksrepublik Polen und zur Errichtung der Dritten Polnischen Republik führte.

Blick vom Langen Markt auf das Grüne Tor – 2010

Gegenwart[Bearbeiten]

Innenstadt von Danzig von oben

Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges veränderte sich die Lage der nationalen Minderheiten in der Republik Polen, auch die der deutschen Minderheit. In Danzig wurde am 15. März 1990 der Bund der Deutschen Minderheit gegründet, der etwa 5000 Mitglieder zählt.[21]

Günter Grass fasste im Roman Die Blechtrommel die Geschichte Danzigs lapidar so zusammen (bevor er sie ausführlicher nachzeichnet):

Zuerst kamen die Rugier, dann kamen die Goten und Gepiden, sodann die Kaschuben, von denen Oskar in direkter Linie abstammt. Bald darauf schickten die Polen den Adalbert von Prag. Der kam mit dem Kreuz und wurde von Kaschuben oder Pruzzen mit der Axt erschlagen.
Das geschah in einem Fischerdorf und das Dorf hieß Gyddanyzc. Aus Gydannyzc machte man Danczik, aus Danczik wurde Dantzig, das sich später Danzig schrieb, und heute heißt Danzig Gdańsk. (Die Blechtrommel, Luchterhand 1959, S. 379)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl[Bearbeiten]


Jahr 1821 1831 1852 1861 1871 1880 1890 1900 1910 1929 1946 1970 2005
Einwohnerzahl[22] 55.395 54.660 61.349 72.280 87.968 108.551 120.338 140.563 170.337 256.403 118.000 365.600 458.053

Konfessionen[Bearbeiten]

Entwicklung zwischen 1815 und dem Ersten Weltkrieg (nur Stadt, zum Umland siehe Landkreis Danzig)[23]:

Jahr evangelisch katholisch jüdisch
absolut  % absolut  % absolut  %
1821 39.343 71,0 13.137 23,7 2.288 4,1
1852 43.957 71,7 14.410 23,5 2.550 4,2
1871 62.015 70,5 23.428 26,6 1.625 1,8
1890 80.723 67,1 35.851 29,8 2.535 2,1
1910 110.253 64,7 55.513 32,6 2.390 1,4

Laut Staatshandbuch des Jahres 1926 war das religiöse Bekenntnis in Danzig wie folgt verteilt:

Datum evangelisch katholisch mosaisch andere
1.12.1910 207.324 112.692 2.717 7.519
1.11.1923 218.137 130.174 7.282 11.137
31.8.1924 222.818 140.797 9.239 11.141

Bemerkenswert ist, dass von den Danziger Juden am Stichtag 1. November 1923 nur 2500 die Danziger Staatsangehörigkeit besaßen.[24]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Danziger Bucht mit den Stadtteilen Brösen und Neufahrwasser im Jahr 1932 (heutige polnische Namen in Klammern)

Gdańsk bestand seit 1973 aus 30 administrativen Bezirken, im Jahre 2010 erhöhte sich deren Zahl durch Bezirksteilungen auf 34.[25]

Eine Aufteilung in administrative Bezirke gab es in Danzig vor 1945 nicht.

Die aktuellen und die historischen Bezirks- bzw. Ortsteilgrenzen sind nicht immer hundertprozentig deckungsgleich.

Heutiger Bezirksname ehemaliger Orts- oder Ortsteilname Fläche in km²[25] Bevölkerung[25] Bevölkerungsdichte in Ew./km²[25] Anmerkungen
VII Dwór Pelonken 3,0115 3.820 1.268 deutsche Übersetzung des polnischen Namens: VII. (siebenter) Hof; bis 1945 existierten in der Umgebung sieben Patriziersitze, die oft als I. Hof, II. Hof, III. Hof usw. bezeichnet wurden
Aniołki Aller Gottes Engel 2,3079 4.922 2.133
Brętowo Brentau 7,0843 7.643 1.079
Brzeźno Brösen 2,7409 13.457 4.910
Chełm Stolzenberg 11,0788 45.704 4.125 Chełm war bis 2010 ein gemeinsamer Bezirk mit Jasień und Ujeścisko-Łostowice[26]
Jasień Nenkau 11,4833 8.157 710 Jasień war bis 2010 ein gemeinsamer Bezirk mit Chełm und Ujeścisko-Łostowice[26]
Kokoszki Kokoschken 19,8447 7.465 376
Krakowiec-Górki Zachodnie Westlich-Neufähr 8,3796 1.994 238
Letnica Lauenthal 4,029 1.333 331
Matarnia Mattern 14,4268 5.787 401
Młyniska Schellmühl 4,1813 3.404 814
Nowy Port Neufahrwasser 2,2786 10.684 4.689
Oliwa Oliva 18,3997 17.728 963 bis 1926 eigenständige Stadt
Olszynka Walddorf, Bürgerwalde 7,9696 3.209 403
Orunia-Św. Wojciech-Lipce Ohra, St. Albrecht und Guteherberge 19,634 15.867 808 Ortschaft Altschottland gehört mit zum heutigen Bezirk Orunia-Św. Wojciech-Lipce
Osowa Espenkrug 14,1338 13.245 937
Piecki-Migowo Pietzkendorf-Müggau 4,3165 22.852 5.294
Przeróbka Troyl 7,0978 4.816 679 Przeróbka war bis 2010 ein gemeinsamer Bezirk mit Stogi[26]
Przymorze Małe Konradshammer 2,3274 15.348 6.594 Übersetzung des polnischen Namens: Klein-Przymorze; Konradshammer war 1907 bis 1926 Teil der damals eigenständigen Stadt Oliva
Przymorze Wielkie Konradshammer 3,117 30.346 9.736 Übersetzung des polnischen Namens: Groß-Przymorze; Konradshammer war 1907 bis 1926 Teil der damals eigenständigen Stadt Oliva; das heutige Gebiet von Przymorze Wielkie diente vor dem Zweiten Weltkrieg als Rieselfeld für Oliva
Rudniki 14,1853 1.452 102
Siedlce Schidlitz 2,6429 14.359 5.433
Stogi Heubude 10,9634 12.128 1.106 Stogi war bis 2010 ein gemeinsamer Bezirk mit Przeróbka[26]
Strzyża Hochstrieß / Strießbach 1,0863 5.759 5.301
Suchanino Zigankenberg 1,4011 11.234 8.018
Śródmieście Stadtmitte 5,6245 30.648 5.449 mit historischen Stadtteilen Altstadt, Rechtstadt, Neugarten, Hagelsberg, Bischofsberg, Vorstadt, Speicherinsel, Bleihof, Langgarten, Niederstadt, Strohdeich
Ujeścisko-Łostowice Wonneberg und Schönfeld 7,7945 17.797 2.283 Ujeścisko-Łostowice war bis 2010 ein gemeinsamer Bezirk mit Chełm und Jasień[26]
Wrzeszcz Dolny Langfuhr 3,5219 25.817 7.330 Übersetzung des polnischen Namens: Unter-Wrzeszcz; Wrzeszcz wurde im Jahr 2010 in Wrzeszcz Dolny und Wrzeszcz Górny geteilt; Wrzeszcz Dolny befindet sich östlich der Bahnlinie Gdańsk–Sopot[26]
Wrzeszcz Górny Langfuhr 6,4572 24.298 3.763 Übersetzung des polnischen Namens: Ober-Wrzeszcz; Wrzeszcz wurde im Jahr 2010 in Wrzeszcz Dolny und Wrzeszcz Górny geteilt; Wrzeszcz Górny befindet sich westlich der Bahnlinie Gdańsk–Sopot[26]
Wyspa Sobieszewska Neue Binnennehrung 35,7897 3.443 96 Übersetzung des polnischen Namens: Bohnsacker Insel; Sobieszewo (Bohnsack) und andere Ortschaften auf der Neuen Binnennehrung wurde 1973 nach Gdańsk eingemeindet
Wzgórze Mickiewicza Neuwonneberg 0,5277 2.570 4.870
Zaspa-Młyniec Saspe, Mühlenhof 1,2322 14.295 11.601
Zaspa-Rozstaje Saspe, Eckhof 2,0322 12.794 6.296
Żabianka-Wejhera-Jelitkowo-Tysiąclecia Glettkau 2,3336 18.546 7.947 Glettkau (Jelitkowo) war 1907 bis 1926 Teil der eigenständigen Stadt Oliva; die heutige Siedlung Żabianka hieß Poggenpfuhl

Bildung[Bearbeiten]

In Danzig gibt es u. a. zehn Hochschulen mit rund 60.000 Studenten und jährlich ca. 10.000 Absolventen (Stand: 2001). Das sind

  • Universität Danzig (Uniwersytet Gdański) (33.000 Studenten)
  • Technische Universität Danzig (Politechnika Gdańska) (18.000 Studenten)
  • Danziger Medizinische Universität (Gdański Uniwersytet Medyczny)
  • Sporthochschule Danzig (Akademia Wychowania Fizycznego im. Jędrzeja Śniadeckiego)
  • Musikakademie Danzig (Akademia Muzyczna im. Stanisława Moniuszki)
  • Kunstakademie Danzig (Akademia Sztuk Pięknych)
  • Ateneum – Szkoła Wyższa
  • Gdańska Wyższa Szkoła Humanistyczna
  • Gdańska Wyższa Szkoła Administracji
  • Wyższa Szkoła Bankowa
  • Wyższa Szkoła Społeczno-Ekonomiczna
  • Wyższa Szkoła Turystyki i Hotelarstwa w Gdańsku
  • Wyższa Szkoła Zarządzania sowie
  • Polnische Akademie der Wissenschaften, Danzig (regionale Abteilung).

Wappen[Bearbeiten]

Das Großwappen der Stadt Danzig besteht aus einem von zwei goldenen Löwen flankierten, gotischen Schild. Der rote Wappenschild enthält oben eine offene goldene Krone und darunter zwei gleicharmige, silberne (weiße) Kreuze. Zu Füßen des Schildes und der Schildhalter zeigt es in einer goldenen Schleife die schwarz geschriebene Devise: nec temere nec timide – weder unbesonnen noch furchtsam.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Danzig ist seit der Hansezeit als Handelsstadt bekannt vor allem wegen der günstigen Lage an der Ostsee. Der Hafen spielt immer noch eine große Rolle für die polnische Wirtschaft mit 23,3 Mio. t Frachtumschlag (2004). Die wichtigsten Industrien der Stadt sind der Schiffbau (z. B. die Werft DanzigStocznia Gdańsk, die Reparatur- und Offshore-Servicewerft Remontowa SA, die Northern Shipyard SA), die petrochemische und chemische Industrie (z. B. die Grupa LOTOS SA) sowie neuerdings Hochtechnologien wie Elektronik (z. B. Intel oder WS OY (Young Digital Poland)), Telekommunikation und Informationstechnologie (z. B. Wirtualna Polska, Lido Technologies). Auch die pharmazeutische Industrie, die Lebensmittelindustrie (z. B. PepsiCo (USA), Dr. Oetker (Deutschland), Fazer OY (Finnland) und Baltic Malt/Weissheimer Malz (Deutschland)) und der Kosmetiksektor gewinnen an Bedeutung.

Verkehr[Bearbeiten]

Danzig wird bis 2013 über die Autobahn A1 an Mittel- und Südpolen sowie die Slowakei und Tschechien angeschlossen.

Danzig Hauptbahnhof

Die Stadt ist mit der Eisenbahn direkt von Kaliningrad (ehemals Königsberg (Preußen)) und den wichtigsten polnischen Städten zu erreichen. Seit dem 6. Juni 2012 wird mit dem EuroCity 55 auch wieder eine durchgehende Verbindung von und nach Berlin angeboten.

Es gibt eine S-Bahn (SKM Szybka Kolej Miejska w Trójmieście), die Danzig mit Sopot (Zoppot), Gdynia (Gdingen) und Wejherowo (Neustadt in Westpreußen) verbindet.

Der innerstädtische Verkehr wird durch die Straßenbahn Danzig und ein dichtes Busliniennetz bewältigt.

Seit dem Beitritt Polens zur EU wächst der Danziger Flughafen stark. Er ist derzeit der drittgrößte Flughafen Polens (nach Warschau und Krakau). Im Jahr 2010 wurden über 2,23 Mio. Passagiere abgefertigt. Angeflogen wird er von über 40 nationalen und internationalen Fluggesellschaften, unter anderem von der Lufthansa oder den Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizzair.

Der Hafen von Danzig ist derzeit der größte polnische Hafen. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 26,9 Mio. t umgeschlagen.[27] Ferner ist die Stadt über eine Fährverbindung von Schweden (Nynäshamn) zu erreichen.

Von kleineren innerstädtischen Anlegern an der Mottlau verkehren Ausflugsschiffe regelmäßig hauptsächlich auf den touristischen Routen Richtung Westerplatte, Sopot und Gdynia (Linien F1 und F2). Seit Juni 2012 verbinden auf der Mottlau zusätzlich zwei neue touristische bzw. innerstädtische Linienfährverbindungen regelmäßig vom Anfang Juni bis Anfang September die Innenstadt vom Anleger Poggenpfuhl (Żabi Kruk) mit der Westerplatte (Linie F5) sowie den Fischmarkt (Targ Rybny) mit der Weichselmündung (Narodowe Centrum Żeglarstwa) (Linie F6).[28][29]

Tourismus[Bearbeiten]

Danzig ist der Startpunkt des Radweges EuroVelo 9 (Ostsee-Adria-Route oder Bernstein-Route, polnisch Szlak bursztynowy), der von Danzig durch Polen, Tschechien, Österreich und Slowenien nach Pula in Kroatien führt. Die rund um die Ostsee angelegte EuroVelo 10 (Ostsee-Radweg oder Hanse-Route, polnisch Obwód Hanzeatycki) führt ebenfalls durch Danzig.

Der Tourismus ist eine wichtige Einkommensquelle mit etwa 1,5 Mio. Touristen jährlich.

Regelmäßige Veranstaltung: Im August findet in der Altstadt der Dominikanermarkt statt, zu dem auch zahlreiche Auswärtige anreisen.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Danzig war einer von vier polnischen Austragungsorten der Fußball-Europameisterschaft 2012. Drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale des Turniers fanden in der neu erbauten PGE Arena Gdańsk statt. Lechia Gdańsk spielt seit 2008 in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Fußballliga.

Eishockey[Bearbeiten]

Die Danziger Eishockeymannschaft Stoczniowiec Gdańsk spielt aktuell in der zweitklassigen I liga. Ihre Heimstätte ist das aus dem Jahr 1972 stammende Eisstadion „Olivia“ mit ca. 5000 Zuschauerplätzen. Es war Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaft (Div. I, Gr. B) 2004 sowie der Basketball-Europameisterschaft 2009.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schiffsmuseum mit SS Sołdek

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Persönlichkeiten der Stadt Danzig sind die in der Stadt geborenen Persönlichkeiten aufgeführt sowie solche, die ihren Wirkungskreis in Danzig hatten. Die von der Stadt zu Ehrenbürgern ernannten Persönlichkeiten sind in der Liste der Ehrenbürger von Danzig zu finden.

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten von Danzig gehören: Abraham van den Blocke, Izaak van den Blocke, Ludwig August Clericus, Daniel Gabriel Fahrenheit, Andreas Schlüter, Arthur Schopenhauer, Johannes Hevelius, Daniel Nikolaus Chodowiecki, Holger Czukay, Hugo Conwentz, Günter Grass, Klaus Kinski, Anton Möller (der " Maler von Danzig "), Horst Ehmke, Rupert Neudeck, Pawel Huelle, Lech Wałęsa, Dariusz Michalczewski, Tomasz Wałdoch, Andrzej Grubba, Donald Tusk und Jakob Friedrich von Rüchel-Kleist.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Udo Arnold: Danzig : sein Platz in Vergangenheit und Gegenwart. Warschau 1998, ISBN 3-932267-07-9
  • Frank Fischer: Danzig. Die zerbrochene Stadt. Propyläen Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-549-07204-2
  • Peter Oliver Loew: Danzig. Biographie einer Stadt. Verlag C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-60587-1 (Rezension)
  • Peter Oliver Loew: Literarischer Reiseführer Danzig. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2009, ISBN 978-3-936168-43-3
  • Peter Oliver Loew: Danzig und seine Vergangenheit 1793-1997. Die Geschichtskultur einer Stadt zwischen Deutschland und Polen (Einzelveröffentlichungen des DHI Wahrschau, 9), Osnabrück 2003, ISBN 3-929759-73-X (Volltext online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Danzig – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Danzig – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Danzig – Reiseführer
 Wikisource: Danzig – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 12. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 12. Dezember 2013.
  3. Edmund Gussmann: The phonology of Polish. Oxford University Press, 2007, S. 4
  4. Daniel Gralath: Versuch einer Geschichte Danzigs aus zuverlässigen Quellen und Handschriften. Hartung, Königsberg 1789. Erster Band, 545 Seiten (Volltext)
  5. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden der Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 700 ff., online.
  6. http://www.pomorskie.eu/res/kultura/kultura_kopia/zabytki/zapis_urbs_gyddanyzc_520.jpg
  7. Ipse vero (Adalbertus) adiit primo urbem Gyddanyzc quam ducis (Poloniorum Bolizlavi) latissima regna dirimentum maris confinina tangunt. Kazimierz Lucyan Ignacy Römer: Beiträge zur Beantwortung der Frage nach der Nationalität des Nicolaus Copernicus, 1872, 212 Seiten
  8. Johannes Voigt: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Vierter Band: Die Zeit von der Unterwerfung Preußens 1283 bis zu Dieterichs von Altenburg Tod 1341, Königsberg 1830, S. 210–219, online.
  9. Danzig Museum: Aus der Geschichte der Stadt Danzig
  10. http://www.fantomzeit.de/?p=203
  11.  Mennonitisches Lexikon, Band 1. 1913, S. 426.
  12. Antoni Walewski: Geschichte der hl. Ligue und Leopolds I. vom Umschwung im ... S. 344
  13. Walter Leitsch,Stanisław Trawkowski (Hrsg.): Polen und Österreich im 17. Jahrhundert, S. 210
  14. Corina Heß: Danziger Wohnkultur in der frühen Neuzeit, S. 47
  15. http://www.fantomzeit.de/?p=203
  16. Großer Generalstab (Hrsg.):1806 – Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
  17. Übersicht übder die Preußische Handelsmarine (E. Wendt & Co., Hrsg.), Stettin 1848, S. 6-8
  18. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl., Bd. 4, Leipzig , Wien 1909: „Danzig“ (S. 508) und „Deutschland“ (Beilage nach S. 793 u. S. 795)
  19. Jerzy Kukliński, Danzig gestern und heute, Wydawnictwo Parma Press, Marki 2005, ISBN 83-7419-054-X
  20. vgl. Peter Oliver Loew, Danzig. Biographie einer Stadt, Verlag C. H. Beck, München 2011, S. 227, ISBN 978-3-406-60587-1. Danach pflanzte ein polnischer Soldat auf der Fassade de Artushofs die weiß-rote Fahne mit dem polnischen Adler auf.
  21. Bund der deutschen Minderheit, Bund der Deutschen Minderheit in Danzig, abgerufen am 28. April 2012
  22. Für 1821, 1831, 1852, 1861, 1871, 1890, 1900, 1910: Leszek Belzyt: Sprachliche Minderheiten im preußischen Staat 1815–1914. Marburg 1998. S.95;
    für 1880 und 1929; http://www.geschichte-on-demand.de/dan_danzig.html
    für 31. Dez. 2005; Główny Urząd Statystyczny; http://www.stat.gov.pl/dane_spol-gosp/ludnosc/stan_struk_teryt/2005/31_12/tablica8.xls
  23. Leszek Belzyt: Sprachliche Minderheiten im preußischen Staat 1815–1914. Marburg 1998. S. 95
  24. Samuel Echt: Die Geschichte der Juden in Danzig, Verlag Rautenberg, Leer/Ostfriesland 1972
  25. a b c d Podział administracyjny Gdańska – Gdańsk – oficjalna strona miasta – Offizielle Website der Stadt Danzig. Stand 12. Januar 2011. Abgerufen am 23. Juni 2012
  26. a b c d e f g Uchwała nr liii/1550/10 Rady Miasta Gdańska PDF-Datei, 73 KB; abgerufen am 23. Juni 2012
  27. Flüssiggasterminal Gazoport verzögert sich. In: Täglicher Hafenbericht vom 2. Oktober 2013, S. 13
  28. Gazeta Wyborcza: Gdańsk jak Amsterdam. Od czerwca małe stateczki na Motławie, Artikel vom 9. Mai 2012, abgerufen am 21. Juni 2012
  29. Offizielle Website der Danziger Nahverkehrsbetriebe: Rejsy tramwajem wodnym, abgerufen am 22. Juni 2012