Oregon-Petition

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Die Oregon-Petition ist die gebräuchliche Bezeichnung für eine Erklärung gegen das Kyoto-Protokoll als Teil der Klimaschutzpolitik. Die Erklärung wurde vom Oregon Institute of Science and Medicine (OISM) 1999 herausgegeben. Der OISM-Vorsitzende Frederick Seitz, ehemaliger Präsident der National Academy of Sciences und Mitbegründer des konservativen Think-Tanks George C. Marshall Institute, erstellte das Impulsschreiben für die Erklärung.

Unterschriften[Bearbeiten]

Die Petition wurde nach OISM-Angaben 31.000 mal unterzeichnet.[1] Darunter befinden sich neben zahlreichen originären Unterstützungen auch doppelte Einträge, Namen von Personen, die sich an eine Unterzeichnung nicht erinnern können, sowie offensichtliche Spaßeinträge[2][3], die mittlerweile aber nicht mehr auf der Liste zu finden sind. Der Scientific American versuchte anhand einer nicht repräsentativen Stichprobe von 30 der 1.400 Unterzeichnenden, die in einem Fach, das mit Klimaforschung zu tun hat, promoviert haben, herauszufinden, wie viele Klimawissenschaftler die Petition tatsächlich unterzeichnet haben. 11 dieser 30 gaben an, immer noch die Petition zu unterstützen, während 6 ihre Unterstützung heute nicht mehr geben würden und der Rest sich entweder nicht an die Petition erinnern konnte, nicht auffindbar oder gestorben war. Daraus schloss das Magazin, dass grob vielleicht nur 200 Unterzeichner der Petition an der Klimaforschung beteiligte Personen gewesen seien.[4]

Kritik[Bearbeiten]

In einem Meinungsbeitrag für die New York Times kritisierten der Physiker John Holdren und der Ökologe George Woodwell neben der zweifelhaften Authentizität der Unterschriften, dass das 8-seitige Abstract zum angeblich neuesten Forschungsstand, das die Petition begleitete, voller Fehler und Verdrehungen gewesen sei und Frederick Seitz keine Expertise in Klimafragen besitze.[5]

Die Verbreitung der Petition geschah durch Frederick Seitz, der für die erste Welle der Bekanntmachung ein mit früheren Veröffentlichungen der National Academy of Science vergleichbares Layout verwendete. Aufgrund der zahlreichen Anfragen bei der Academy gab diese kurz darauf eine Veröffentlichung heraus, in der sie ihre Nichtbeteiligung an der Petition klarstellte und überdies erklärte, dem Inhalt ganz und gar zu widersprechen.[6]

Text[Bearbeiten]

Der Text des Aufrufes:
Global Warming Petition (Erklärung zur Globalen Erwärmung)

Wir richten die eindringliche Bitte an die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, die Kyoto-Vereinbarung von 1997 und jedwede ähnliche Erklärung nicht zu unterzeichnen. Die vorgeschlagenen Begrenzungen von Treibhausgas-Emissionen würden der Umwelt schaden, den Fortschritt in Wissenschaft und Technologie hemmen und Gesundheit und Wohlergehen der Menschheit schädigen.

Es gibt keinen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis, dass menschengemachtes CO2, Methan oder andere Treibhausgase heute oder in absehbarer Zukunft eine katastrophale Erwärmung der Erdatmosphäre und eine Umwälzung des Erdklimas bewirken. Darüber hinaus ist wissenschaftlich eindeutig belegt, dass eine CO2-Zunahme in der Atmosphäre viele positive Auswirkungen auf die natürliche Pflanzen- und Tierwelt erbringt.

Englischer Originaltext:
Global Warming Petition

We urge the United States government to reject the global warming agreement that was written in Kyoto, Japan in December, 1997, and any other similar proposals. The proposed limits on greenhouse gases would harm the environment, hinder the advance of science and technology, and damage the health and welfare of mankind.

There is no convincing scientific evidence that human release of carbon dioxide, methane, or other greenhouse gasses is causing or will, in the foreseeable future, cause catastrophic heating of the Earth's atmosphere and disruption of the Earth's climate. Moreover, there is substantial scientific evidence that increases in atmospheric carbon dioxide produce many beneficial effects upon the natural plant and animal environments of the Earth.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.oism.org/pproject/s33p1845.htm
  2. Todd Shelly (2005): Bashing the Scientific Consensus on Global Warming, in: HawaiiReporter, online
  3. Josef Hebert (1998): Jokers Add Fake Names To Warming Petition, in: Seattle Times, online
  4. Scientific American-Artikel im Webarchiv
  5. John P. Holdren und George M. Woodwell: Climate-Change Skeptics Are Wrong, in: The New York Times, 14. November 1998
  6. Pressemitteilung der National Academy of Sciences, 20. April 1998