Oromo-Befreiungsfront

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Flagge der Oromo-Befreiungsfront
Emblem der Oromo-Befreiungsfront

Die Oromo-Befreiungsfront (kurz: OLF; oromiffa: Adda Bilisummaa Oromoo, amharisch ኦሮሞ ፡ ነጽነት፡ ግንባር, englisch Oromo Liberation Front) ist eine politische und militärische Organisation in Äthiopien, die hauptsächlich im Süden und Südwesten des Bundesstaates Oromiyaa aktiv ist. Ihr Ziel ist die Gründung eines unabhängigen Staates des Oromo-Volkes, das ihrer Ansicht nach in Äthiopien unterdrückt wird.

Der bewaffnete Arm der OLF, die Oromo-Befreiungsarmee (Oromo Liberation Army, OLA), verübt gelegentliche Angriffe gegen die äthiopische Regierung und Armee. Dabei kooperiert sie zum Teil mit der Nationalen Befreiungsfront für den Ogaden (ONLF).

Die OLF ist Mitglied der UNPO. Ihr Rückhalt in der Oromo-Bevölkerungsgruppe ist jedoch nicht sehr groß.

Die äthiopische Regierung betrachtet die OLF/OLA als terroristische Organisation, die von der feindlich gesinnten Regierung Eritreas unterstützt werde und für diverse Anschläge in Äthiopien verantwortlich sei.[1] Der legalen Oppositionspartei der Föderalistischen Demokratischen Bewegung der Oromo (WAFIDO) werden Verbindungen zur Oromo-Befreiungsfront nachgesagt. Der Generalsekretär dieser Partei, Bekele Jirata, wurde daher inhaftiert[2], später jedoch wieder auf Kaution freigelassen.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Kämpfer der OLA

Die OLF wurde 1973 gegründet. Sie wurde von der eritreischen Unabhängigkeitsbewegung Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF) trainiert und kooperierte mit der Westsomalischen Befreiungsfront (WSLF).

Nach dem Sturz der Derg-Militärregierung 1991 war die Gruppe zunächst an der neuen Regierung Äthiopiens beteiligt. Nach den Wahlen 1992 trat sie aber aus der Regierung und aus dem Übergangsparlament aus und befindet sich seither mit der regierenden EPRDF im Konflikt. Die OLF steht in Opposition zur regierenden Partei in Oromiyaa, der Demokratischen Organisation des Oromovolkes (OPDO). Im Juli 2006 wurde sie aus dem im Jahr 2000 von ihr mitbegründeten Bündnis Vereinigte Befreiungskräfte von Oromia (ULFO) ausgeschlossen, da sie sich dem politischen Bündnis Allianz für Freiheit und Demokratie (AFD) anschloss.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statement on the TPLF Regime’s accusation of the OLF of the Minibus Blast in Finfinne/Addis Ababa
  2. "Ethiopia: Arbitrary detention/torture or other ill-treatment" Amnesty International-Bericht AFR 25/012/2008, 14. November 2008 (letzter Zugriff am 13. Mai 2009)
  3. "OFDM leader Bekele Jirata released on bail", Jimma Times am 4. Februar 2009 (letzter Zugriff am 9. März 2009)
  4. Addisvoice.com über den Ausschluss der OLF aus der ULFO

Weblinks[Bearbeiten]