Oromia

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Dieser Artikel behandelt die Region Oromia, für die gleichnamige Zone in der Region Amhara siehe Oromia-Zone.
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Oromiyaa
Oromia
de-facto Kenia (mit Südsudan umstritten) Kenia Somalia Eritrea Dschibuti Jemen Südsudan Sudan Uganda Addis Abeba Harar (Region) Dire Dawa Gambela Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker Afar (Region) Tigray (Region) Benishangul-Gumuz Somali (Region) Amhara OromiaLage
Über dieses Bild
Symbole
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Äthiopien
Hauptstadt Adama (Nazret)Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 353.632 km²
Einwohner 27.158.471 (2007)
Dichte 77 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 ET-OR
Politik
Regierungschef Abadula GemedaVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei Demokratische Organisation des OromovolkesVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges

Oromia (Oromo: Oromiyaa, amharisch ኦሮሚያ Oromiya) ist eine der neun Verwaltungsregionen von Äthiopien. Die größte Volksgruppe und Titularnation sind die Oromo.

Oromia ist flächen- und bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Region Äthiopiens und umfasst Gebiete im Westen, Zentrum und Süden des Landes. Die Region wurde 1991 aus Teilen der historischen Provinzen Wollega, Illubabor, Shewa, Arsi, Sidamo, Harerge und Bale gebildet. Zunächst war die Landeshauptstadt Addis Abeba – von den Oromo Finfinnee genannt – zugleich Hauptstadt von Oromia, im Jahr 2000 wurde sie zur unabhängigen Stadt und Adama/Nazret zur neuen Regionshauptstadt erklärt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2007 sind die Oromo mit 87,83 % (23.708.767) die mit Abstand größte Volksgruppe. Nächstgrößere Gruppen sind die 7,20 % (1.943.578) Amharen, 0,92 % Gurage (248.100), 0,90 % (242.529) Gedeo und 0,33 % (89.533) Somali.[1]

Aufgrund der unterschiedlichen historischen Entwicklung von Untergruppen und Gebieten gehören die Oromo heute verschiedenen Religionen an. In den früheren Provinzen Shewa und Wollo, wo die Oromo in engem Kontakt mit dem äthiopischen Kaiserreich standen, ist bei ihnen das äthiopisch-orthodoxe Christentum verbreitet. In den meisten anderen Gebieten sind Oromo mehrheitlich Muslime, vor allem im Süden bestehen daneben noch Teile des traditionellen Glaubens an einen Gott Waaqa. Der Protestantismus wurde vor allem im Westen in der früheren Provinz Wollega von deutschen Missionaren verbreitet.[2] Gemäß Volkszählung sind 47,5 % der Einwohner von Oromia Muslime, 30,4 % äthiopisch-orthodoxe Christen, 17,7 % Protestanten und 3,3 % Anhänger traditioneller Religionen.[1]

12,3 % leben in Städten, was unter dem landesweiten Durchschnitt liegt.[1] Die größte Stadt ist Adama/Nazret, weitere Städte mit über 20.000 Einwohnern sind nach Angaben der Zentralen Statistikagentur für 2005 Gimbi, Dembi Dolo, Shambu, Nekemte, Bedele, Metu, Jimma, Agaro, Ambo, Holeta Genet, Sebeta, Waliso, Fiche, Walenchiti, Wenji Gefersa, Mojo, Debre Zeyit, Meki, Zway, Arsi Negele, Shashemene, Asela, Asebe Teferi, Dodola, Ginir, Robe, Goba, Kibre Mengist, Shakiso, Hagere Mariam, Negele Boran und Moyale.

2005 besuchen 42,7 % der Kinder in Oromia (43,9 % der Jungen, 41,4 % der Mädchen) eine Primarschule, was etwa dem landesweiten Durchschnitt entspricht. 14,5 % (18 % Jungen, 10,5 % Mädchen) besuchen eine Schule auf Sekundarstufe. 87,2 % der Frauen waren beschnitten, 2,5 % davon in der schwersten Form (Infibulation). 29,8 % der Frauen gaben an, die Weiterführung der Beschneidung zu befürworten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region wurde nach der Revolution 1991 gebildet, als mit der neuen föderalistischen Verwaltungsgliederung Äthiopiens die historischen Provinzen aufgelöst wurden und die größten Volksgruppen jeweils einen eigenen Bundesstaat erhielten. Sie wurde zunächst auch Region 4 genannt.

Nicht alle Oromo-Gebiete wurden Teil von Oromia. So wurden die nördlichsten Oromo-Gruppen in den Provinzen Tigray (die Rayya und Azabo) und Wollo den Regionen Tigray und Amhara zugeteilt. Teile der Provinz Wollega wurden Benishangul-Gumuz zugeschlagen, auch musste Oromia zugunsten der Somali-Region und der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker auf einige Gebiete verzichten.[4]

Vor allem mit der Somali-Region bestehen weiterhin Grenzstreitigkeiten. Im Grenzgebiet betrachten sich Gruppen wie die Gabbra, Garre, Jarso und Guura traditionell sowohl als Oromo als auch als Somali.[5] Die von beiden Regionen beanspruchte Stadt Harar, wo Oromo die Bevölkerungsmehrheit ausmachen, wurde zum eigenen Bundesstaat mit den Aderi als Titularnation, das ebenfalls umstrittene Dire Dawa wurde unabhängige Stadt.

Politik[Bearbeiten]

Die Regionalregierung stellt seit der Gründung von Oromia die Demokratische Organisation des Oromo-Volkes (OPDO), die der regierenden Koalition EPRDF angehört. Sie war 1989 von der TPLF gegründet worden, die mit ihrem bisherigen Partner unter den Oromo – der separatistischen Oromo-Befreiungsfront OLF – nicht zufrieden war[6]. Im Jahr 2000 gab die OPDO ihre Zustimmung dafür, die bisherige Regionalhauptstadt Addis Abeba aus Oromia auszugliedern und Adama/Nazret zur neuen Hauptstadt zu machen.

Bei den Wahlen für das Regionalparlament mit 537 Sitzen im Jahre 2005 gewann die OPDO 387 Sitze. 105 Sitze gingen an den Oromo People’s Congress (OPC/KUO) aus der oppositionellen Koalition UEDF, die eine stärkere Föderalisierung Äthiopiens anstrebt und vor allem bei den Oromo verankert ist. Die andere große Oppositionskoalition CUD/Qinijit, die im Gegenteil wieder mehr Zentralismus befürwortet und von manchen Oromo und Amharen in Oromia aus Protest gegen die EPRDF gewählt wurde,[2] erhielt 33 Sitze. Die Oromo-Oppositionspartei OFDM/WAFIDO gewann zehn Sitze und die Geda System Advancement Party zwei.[7]

Partei oder Koalition Sitze (537) Anteil
OPDO 387 72,1 %
OPC/KUO 105 19,6 %
Koalition Qinijit 33 6,1 %
OFDM/WAFIDO 10 1,9 %
Geda System Advancement Party 2 0,4 %

Die OLF setzt sich weiterhin auch gewaltsam, jedoch weitgehend erfolglos, für eine Unabhängigkeit der Oromo von Äthiopien ein. Die Zentralregierung wie auch die mit ihr verbündete Regionalregierung sieht daher jegliche Äußerungen von Oromo-Kultur, Oromo-Nationalismus und politischer Kritik als potenzielle Bedrohung. Oromo, die die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützen oder denen dies vorgeworfen wird, werden verfolgt.[8]

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Oromia ist wie die anderen Regionen in Verwaltungszonen eingeteilt. Diese sind weiter unterteilt in über 100 Woredas, wobei sich die Anzahl von Zonen und Woredas durch verschiedene Neueinteilungen geändert hat. Die Woredas sind weiter in Kebeles unterteilt.

Unterhalb der Kebele-Stufe wurden gott und garree als nächstuntere Verwaltungsstufen eingeführt. Kritikern zufolge dient diese noch engmaschigere Verwaltungsstruktur auch dazu, die Kontrolle der regierenden OPDO/EPRDF über die Bevölkerung zu verstärken.[8]

Die Zonen sind West-Wellega (Mirab Wellega), Ost-Wellega (Misrak Wellega), Illubabor (Illu Aba Bora), Jimma, West-Shewa (Mirab Shewa), Nord-Shewa (Semen Shewa), Ost-Shewa (Misrak Shewa), Arsi (Arssi), West-Harerge (Mirab Harerge), Ost-Harerge (Misrak Harerge), Bale und Borena; in Dokumenten der Zentralen Statistikagentur von 2007 sind des Weiteren Südwest-Shewa, Guji, West-Arsi, Kelem Welega, Horo Gudru sowie als Special Zones Adama, Jima und Burayu gelistet.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Zentrale Statistikagentur (CSA): Summary and Statistical Report of the 2007 Population and Housing Census Results (PDF; 1,7 MB), (S. 7, 78, 79, 112)
  2. a b Abdulkader Saleh, Nicole Hirt, Wolbert G.C. Smidt, Rainer Tetzlaff (Hrsg.): Friedensräume in Eritrea und Tigray unter Druck: Identitätskonstruktion, soziale Kohäsion und politische Stabilität, LIT Verlag, Münster 2008, ISBN 9783825818586 (S. 224, 349)
  3. CSA: Ethiopia Demographic and Health Survey, 2005, S. 20, 253
  4. Thomas Zitelmann: Nation der Oromo. Kollektive Identitäten, nationale Konflikte, Wir-Gruppenbildungen, 1994, ISBN 9783860930366 (S. 178f.)
  5. Tobias Hagmann, Mohamud H. Khalif: State and Politics in Ethiopia’s Somali Region since 1991, in: Bildhaan. An International Journal of Somali Studies 6, 2006, S. 25–49 (PDF; 121 kB)
  6. Paul B. Henze: Layers of Time: A History of Ethiopia, 2000, ISBN 978-1-85065-522-0 (S. 322)
  7. Äthiopische Regionalwahlen 2005, in: African Elections Database. abgerufen am 25. Mai 2010.
  8. a b Human Rights Watch: Suppressing Dissent. Human Rights Abuses and Political Repression in Ethiopia's Oromia Region, 2005 (engl., PDF; 318 kB)