Äthiopische Streitkräfte

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Übersicht der Streitkräfte (2014)[1][2]
Landstreitkräfte
Soldaten 135.000
Kampfpanzer >446
Luftstreitkräfte
Soldaten 3.000
Kampfflugzeuge 42
Transportflugzeuge 11
Hubschrauber 37
Äthiopische Soldaten im Koreakrieg 1951

Die Äthiopischen Streitkräfte (englisch Ethiopian National Defense Forces, kurz ENDF) sind das Militär Äthiopiens.

Sie wurden in ihrer heutigen Form nach der Auflösung der Kaiserlichen Armee Äthiopiens 1975 gegründet und waren im Jahr 2005 162.500 Mann stark, was sie zu einer der größten Armeen Afrikas macht. Nach US-Angaben sollen es im Jahr 2012 rund 180.000 Soldaten sein. Seit der Unabhängigkeit Eritreas (1993) verfügt das Land über keine Marine mehr.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kaiserliche Armee Abessiniens war die älteste noch existierende Armee der Welt. Während des Abessinienkriegs wurden die Streitkräfte vom faschistischen Italien besiegt und Äthiopien wurde Teil Italienisch-Ostafrikas. Von 1940 bis 1941 befreiten geflüchtete Einheiten zusammen mit dem Britisch Empire das Kaiserreich und beteiligten sich am Wiederaufbau der Monarchie unter Haile Selassi. Die Inflation in der Folge der Dürrekatastrophe von 1973 und der Ölkrise löste in Äthiopien Massendemonstrationen von Studenten und Streikwellen aus und führten zum Sturz Selassis. 1975 wurde die Monarchie abgeschafft und das ehemalige Kaiserreich eine sozialistische Volksrepublik. Dies führte zum Äthiopischen Bürgerkrieg. Der provisorische Militärverwaltungsrat Derg verfügte mit Unterstützung des Ostblocks bald über die nominal größte Armee des subsaharischen Afrikas – um die 300.000 Mann. Im Ogadenkrieg 1977 bis 1978 konnte sich Äthiopien behaupten. Die Kampfkraft der Armee, die größtenteils aus zwangsrekrutierten Bauern bestand, war jedoch trotzdem vergleichsweise gering. Die äthiopische Regierung unter Mengistu Haile Mariam wurde schließlich von einer Koalition aus drei verschiedenen Rebellengruppen – der Revolutionären Demokratischen Front der Äthiopischen Völker – und den staatseigenen Funktionären gestürzt. Im Mai 1991 nahm die Revolutionäre Demokratische Front erfolgreich die Hauptstadt Addis Abeba ein.

Die Streitkräfte der Demokratischen Volksrepublik Äthiopien wurden von den Ethiopian National Defense Forces abgelöst. Nach einem Referendum am 25. April 1993 wurde in Übereinstimmung mit der neuen äthiopischen Regierung die unabhängige Republik Eritrea ausgerufen. In den darauffolgenden Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea. Während des Grenzkrieges gegen Eritrea von 1998 bis 2000 mobilisierten die äthiopischen Streitkräfte bis zu 350.000 Soldaten. Eine große Anzahl an Soldaten wurde nach dem Krieg wieder demobilisiert. Die Streitkräfte befinden sich weiterhin im Transformationsprozess von einer ehemaligen Guerilla-Armee hin zu einer Berufsarmee. Dabei erhalten die äthiopischen Streitkräfte Unterstützung verschiedener Staaten, insbesondere von den USA. Äthiopien hat zwei Friedenskontingente entsandt, eines nach Burundi und ein weiteres nach Liberia. 2009 wurden auch Soldaten in die sudanesische Krisenregion Darfur entsandt. Seit Juni 2011 stellen die Streitkräfte das Hauptkontingent für die Friedensmission United Nations Interim Security Force for Abyei (UNISFA) zwischen dem Sudan und Südsudan. Im Dezember 2011 unterstützten die äthiopischen Soldaten auch die Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) und befanden sich im Krieg gegen die Union islamischer Gerichte in Somalia.[3] Seit Januar 2014 beteiligt sich Äthiopien (erneut) mit 4.400 Soldaten an AMISOM.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Heer[Bearbeiten]

Das Heer umfasst im Moment 135.000 aktive Soldaten. Äthiopien erweiterte seine Waffenbestände insbesondere im Grenzkrieg gegen Eritrea (1998–2000).

Zur Ausrüstung zählen nach neuesten Angaben[4]

Luftwaffe[Bearbeiten]

Roundel der Luftwaffe Äthiopiens

Die Luftwaffe umfasst im Moment 3.000 aktive Soldaten. Sie verfügt u.a. über[4]:

Marine[Bearbeiten]

Über eine Marine verfügt Äthiopien seit der Staatsgründung Eritreas nicht mehr.

Bewaffnete Oppositionskräfte[Bearbeiten]

Für bewaffnete Oppositionskräfte siehe:[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Äthiopische Streitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Äthiopien in GlobalDefence.net.
  2. IISS Military Balance 2014.
  3. US Department of State.
  4. a b bicc Informationsdienst Sicherheit, Rüstung und Entwicklung in Empfängerländern deutscher Rüstungsexporte: Länderporträt Äthiopien. Dezember 2014.