Paez (Volk)

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Die Paez sind ein indigenes Volk aus Kolumbien.

Daten und Hintergründe[Bearbeiten]

Sie bezeichnen sich selbst als Nasa. Ihre Sprache heißt Paez, die sie selbst Nasa Yuwe nennen. Sie leben in Cauca, einer Provinz Kolumbiens und dort in 21 Indianerreservaten auf insgesamt 2.764 km² in der schwer zugänglichen Anden-Region Tierradentro. Ihre Anzahl betrug 2011 etwa 138.000 Menschen.[1] Damit sind sie zahlenmäßig eines der größten indigenen Völker Südamerikas.[2] Ungefähr 65 % von ihnen sind christlicher Religion.

Die Paez sind wie alle Andenvölker seit der Conquista stark von der spanischen Kultur beeinflusst. Im 20. Jahrhundert wurde der Koka-Anbau und die daraus resultierende Drogenkriminalität ein immer größeres Problem für die Ethnie. Dieser negativen Entwicklung setzt sich seit 1971 eine Re-Indigenisierungsbewegung entgegen, die neben Kämpfen um Landrechte intensiv versucht, das ethnische Bewusstsein zu stärken. Die Bewegung geht von einer intellektuellen Elite aus, deren Ziel es ist, fremde Kulturelemente zu verbannen und das präkolumbische Erbe soweit wie möglich wieder zu beleben. Dies gilt sowohl für rituelle Revitalisierung der ethnischen Religion und des Schamanismus (und kommt damit einem Krisenkult nahe), als auch für viele andere Kulturelemente. 1994 kam es zu einem verheerenden Erdbeben im südlichen Stammesgebiet, das den Prozess deutlich festigte und beschleunigte. Die Schamanen deuteten dies als Warnschuss der Mutter Erde und anderer numinoser Geistmächte, weil die Indianer dem kommerziellen westlichen Lebensstil gefolgt seien, der bereits große Schäden an der lebenssichernden Umwelt verursacht hätte.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nina Richter:Hochland Kolumbien: Paez- Schamanismus, 2001, E-Book ISBN 978-3-640-01925-0
  • Josef Drexler: Öko-Kosmologie - die vielstimmige Widersprüchlichkeit Indioamerikas: Ressourcenkrisenmanagement am Beispiel der Nasa (Paez) von Tierradentro, Kolumbien, Verlag LIT; 5. Februar 2009, ISBN 3825819264

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.joshuaproject.net/international/de/countries.php?rog3=CO
  2. a b Drexler. S. 144–145.