Palais Wittgenstein

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Dieser Artikel beschreibt das Palais Wittgenstein in Wien. Für das gleichnamige Kulturzentrum in Düsseldorf siehe Palais Wittgenstein (Düsseldorf).
Palais Wittgenstein: Musiksalon (um 1930)

Das Palais Wittgenstein in der Alleegasse (heute Argentinierstraße 16) im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden wurde 1871–73 vom Architekten Friedrich Schachner für einen Bauherrn namens Pranter errichtet. Es ging jedoch bald in den Besitz des Stahlindustriellen Karl Wittgenstein über. Karl Wittgenstein, aus ursprünglich jüdischer, aber zum Protestantismus übergetretener Familie, war Vater von neun Kindern, darunter der Philosoph Ludwig Wittgenstein und der Pianist Paul Wittgenstein. Er zog sich am Höhepunkt seines Erfolges aus dem Geschäftsleben zurück und betätigte sich danach vor allem als Förderer der Künste, etwa der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte. Nach dem Tod Karl Wittgensteins (1913) kam es zu verschiedenen Besitzerwechseln innerhalb der Familie, seit Anfang der 1930er-Jahre war Hermine Wittgenstein (1874–1950), die unverheiratete Tochter Karls und Schwester des Philosophen und des Pianisten, alleinige Hausherrin. Das prachtvoll eingerichtete Palais überstand den Krieg praktisch ohne Schäden, allerdings quartierte das NS-Regime Behörden ein. Nach dem Krieg entschloss sich die Besitzerin zum Verkauf an die Österreichische Länderbank. Diese ließ das Palais in den 1950er-Jahren abreißen und an seiner Stelle einen Wohnbau errichten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edgard Haider: Verlorenes Wien. Adelspaläste vergangener Tage. Böhlau, Wien u. a. 1984, ISBN 3-205-07220-0.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Palais Wittgenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.19658216.371721Koordinaten: 48° 11′ 47,7″ N, 16° 22′ 18,2″ O