Palliative Therapie

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Als palliative Therapie oder Palliativtherapie bezeichnet man eine medizinische Behandlung, die nicht auf die Heilung einer Erkrankung abzielt, sondern darauf, die Symptome zu lindern oder sonstige nachteilige Folgen zu reduzieren (Palliation).[1] Der Begriff palliativ leitet sich von lateinisch pallium „Mantel“ ab und bedeutet wörtlich „ummantelnd“.

Die Maßnahmen der Palliativmedizin haben oft das Ziel, bei fortschreitenden unheilbaren Erkrankungen den Verlauf zu verlangsamen und Symptome wie Übelkeit, Schmerz oder (reaktive) Depressionen zu reduzieren.

Formen der Palliativtherapie[Bearbeiten]

Palliative Therapie eines Patienten hat den Anspruch, den Patienten umfassend zu behandeln und besonders die Problembereiche zu behandeln, unter denen der Patient am meisten leidet. Diese sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

  • Schmerztherapie zielt auf die Linderung akuter und chronischer Schmerzzustände ab (sofern diesen ein selbständiger Krankheitswert beigemessen wird, siehe auch Schmerzkrankheit), ohne jedoch das für die Schmerzen ursächliche Grundleiden zu behandeln. Ihr primäres Ziel ist es, die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern. Die Schmerztherapie ist damit daher bezüglich der Schmerzkrankheit kurativ und bezüglich des Grundleidens palliativ.[2][3] Dabei kommen verschiedene Schmerzmittel zum Einsatz. Die Medikamente können je nach Situation beispielsweise als Tabletten, Pflaster oder per Schmerzpumpe zugeführt werden.
  • Medikamentöse Therapie: Oft können durch Medikamente weitere Probleme des Patienten gelindert werden. Beispiele: Behandlung von Übelkeit, Verbesserung des Appetits, Bekämpfung der Verstopfungen (z. B. durch Schmerzmittel oder Tumor), Behandlung einer Depression, Behandlung von Hirndruck, Reduktion von Atemnot.
  • Psychologische Behandlung
  • Verbesserung der Ernährungssituation
  • Die Palliativbestrahlung zielt auf Metastasierungs- und Wachstumsreduzierung bösartiger Tumoren ab, wobei jedoch von vorneherein klar ist, dass eine Heilung des Tumorleidens unmöglich ist.[4] Ein klassisches Beispiel ist die Bestrahlung von Knochenmetastasen, die durch Druck auf das Knochenmark starke Schmerzen und Knochenbrüche verursachen können.
  • Palliative Chemotherapie kann das (bösartige) Tumorleiden nicht beseitigen, kann aber den Verlauf der Erkrankung verzögern und damit eventuell die verbleibende Lebensspanne eines Patienten verlängern.
  • Eine palliative Operation ist ein chirurgischer Eingriff, dessen Zielsetzung die Abmilderung von Krankheitsbeschwerden oder das Erhalten lebenswichtiger Körperfunktionen ist, ohne dass eine vollständige Heilung oder Beseitigung der Krankheitsursache beabsichtigt ist.[5] Beispielsweise kann bei einem Darmverschluss ein Stück Darm entfernt werden. Als zytoreduktive Chirurgie oder Debulking bezeichnet man eine größtmögliche Entfernung von Tumormassen zur Erleichterung einer palliativen Chemotherapie oder einer palliativen Bestrahlung mit demselben Ziel. Sie kommt entsprechend vor allem bei Tumoren in Betracht, die grundsätzlich gut auf Chemotherapie oder Bestrahlung ansprechen.

Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapie sind für den Patienten sehr (und eben auch oft zu) anstrengend, aus diesem Grund müssen diese Maßnahmen gut überlegt sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pschyrembel, de Gruyter, ISBN 3-11-007018-9.
  2. Weiterbildungsordnung der Bayerischen Landesärztekammer vom 1. Januar 2009, pdf
  3. Schmerztherapie In: Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, 2003.
  4. Palliativbestrahlung In: Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, 2003. hier online
  5. Palliativoperation. In: Meyers Lexikon Online.