Darmverschluss

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Klassifikation nach ICD-10
K56 Paralytischer Ileus und mechanischer Ileus ohne Hernie
K56.0 Paralytischer Ileus
K56.1 Invagination
K56.2 Volvulus
K56.3 Gallensteinileus
K56.4 Sonstige Obturation des Darmes
K56.5 Intestinale Adhäsionen [Briden] mit Ileus
K56.6 Sonstiger und nicht näher bezeichneter mechanischer Ileus
K56.7 Ileus, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Der Ileus (latinisierte Form des griechischen ειλεός ileós, von altgriechisch εἰλέιν eilein „einschließen, zusammendrängen“), deutsche Bezeichnungen Darmverschluss oder Darmlähmung ist eine Unterbrechung der Darmpassage. Als lebensbedrohliches Krankheitsbild bedarf er im Allgemeinen einer sofortigen Krankenhauseinweisung und eventuell einer chirurgischen Intervention.

Im Englischen wird oft der mechanische Ileus (Darmverschluss) als obstruction und nur der paralytische Ileus (Darmlähmung) als ileus bezeichnet.

Einteilung[Bearbeiten]

nach der Ursache[Bearbeiten]

Hier unterscheidet man

nach dem Darmabschnitt[Bearbeiten]

Nach dem Darmabschnitt, in dem der Verschluss auftritt, kann man in Dünndarmileus und Dickdarmileus unterteilen.

nach dem Alter[Bearbeiten]

Hier kann man Besonderheiten unterscheiden[1]

nach den Symptomen[Bearbeiten]

Die Unterscheidung in Ileus und Subileus (Vorstufe des Ileus) richtet sich nach der Schwere des Aufstaus und der Symptomatik. Die Grenze zwischen den beiden Formen ist unscharf und nicht klar definiert, aber sie trennt aus pragmatischen Gründen beim mechanischen Ileus die Gruppe mit Indikation zur Operation von einer Gruppe mit konservativem Behandlungsversuch.

Ursachen[Bearbeiten]

Mechanischer Ileus[Bearbeiten]

Bridenileus des Dünndarms mit Teilgangrän (Operationsbild)
Operationspräparat nach Dünndarmteilresektion (105 cm Jejunum), gleicher Fall
Torsionsileus, die Schnürfirche am Ileum ist gut zu sehen.

Ursachen für einen mechanischen Ileus können u.a. sein:

  • mechanische Verstopfung (Obturation) durch:
  • eine gewachsene oder entzündliche Verengung (Obstruktion) durch
  • Verlegung, Abklemmung (Strangulation)
    • Ein Verwachsungsstrang (Bride) klemmt den Darm zu, führt zum Bridenileus
    • verklebte Abknickung des Darms (Adhäsionsileus)
    • Ein eingeklemmter Eingeweidebruch (Inkarzeration, siehe dort)
    • Eine Verdrehung des Darmes (Volvulus) schnürt das Lumen zu und die Blutversorgung ab
    • Eine Einstülpung (Invagination) eines Darmteils in einen anderen führt sowohl zur Verlegung, Einengung als auch zur Abklemmung der Blutversorgung des Darms

Paralytischer Ileus[Bearbeiten]

Symptome[Bearbeiten]

Die Symptome eines Darmverschlusses sind krampfartige Bauchschmerzen, ein aufgeblähter Bauch (Meteorismus), Erbrechen von Magen- und Darminhalt bis hin zum Koterbrechen (Miserere), Wind- und Stuhlverhalt. Im späten Stadium treten die Symptome der Peritonitis hinzu, weil Keime die Darmwand durchwandern. Gleichzeitig kommt es zu einer massiven Elektrolyt- und Wasserverschiebung in und um den Darm. Bakteriengiftstoffe und die Flüssigkeitsverschiebungen können zum Kreislauf- und Multiorganversagen führen. In seinen Auswirkungen auf den ganzen Körper spricht man von der Ileuskrankheit.

Diagnose und Differentialdiagnose[Bearbeiten]

Die Körperliche Untersuchung einschließlich rektaler Untersuchung ergibt mit lokalen Schmerzen, Abwehrspannung, Hernien (Eingeweidebrüche) und Überblähung wichtige Hinweise. Zusätzlich erfolgen Blutentnahme zur Bestimmung von Laborwerten sowie Bildgebung mit Sonographie und eventuell Röntgen des Abdomens.

Eine Unterscheidung zwischen dem mechanischen und paralytischen Ileus lässt sich oftmals sehr schnell mit Hilfe des Abhorchens des Abdomens herbeiführen. Während ein mechanischer Ileus sich durch Hyperperistaltik (verstärkte Darmtätigkeit und metallisch klingende Geräusche sind wahrnehmbar) bemerkbar macht, äußert sich der paralytische Ileus durch „Totenstille“ im Abdomen.

Bild eines postoperativen (Sub-)Ileus im Ultraschall

Bei Ileusverdacht liefert die Sonographie schnelle Hinweise: Man sieht eine typische Pendelperistaltik, d. h. der Darminhalt pendelt hin und her. Auch findet man verbreiterte, übermäßig mit Luft oder Flüssigkeit gefüllte Darmschlingen. Man kann oft den Ort des Verschlusses eingrenzen. Darmabschnitte hinter einem mechanischen Hindernis sind kollabiert (Hungerdarm)[2].

Röntgenaufnahme des Abdomens mit typischer Spiegelbildung bei Dünndarmileus

Die Röntgenleeraufnahme des Bauches im Stehen oder in Linksseitenlage zeigt beim typischen Ileus überblähte Darmschlingen mit Flüssigkeitsspiegeln als Hinweis auf den Ort eines Verschlusses gibt. Je nach Befinden kann durch einen Einlauf und/oder eine Passage mit Kontrastmittel Ort und Ursache eingegrenzt werden.

Zusätzlich kann eine CT des Bauches durchgeführt werden. Damit kann häufig die Ursache des Darmverschlusses gefunden werden.

Differential-Diagnose[Bearbeiten]

Von der langen Liste der Ileusursachen müssen andere Krankheiten wie die Pseudoobstruktion Ogilvie-Syndrom, das Colon spasticum, Stoffwechselstörungen, z.B. Porphyrie, Toxisches Megacolon, Morbus Crohn abgegrenzt werden. Mitunter kann die Ursache eines Ileus nicht erkannt werden, so dass eine Bauchspiegelung erforderlich wird.

Behandlung[Bearbeiten]

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Das gilt auch bei eventueller Operation für das anzuwendende Verfahren.

Begleitende Maßnahmen dienen der Entlastung des Darmes wie Magensonde, eventuell parenterale Ernährung oder Einlauf.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Bettex, N. Genton, M. Stockmann (Hrsg.): Kinderchirurgie. Diagnostik, Indikation, Therapie, Prognose. 2. Auflage, Thieme 1982
  • F. C. Sitzmann: Kinderheilkunde. Diagnostik - Therapie - Prophylaxe. 6. Auflage, Hippokrates 1988, ISBN 3-7773-0827-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. Ebel, E. Willich, E. Richter (Hrsg.): Differentialdiagnostik in der Pädiatrischen Radiologie. Band 2m Thieme 1995, ISBN 3-13-128101-4, Seite 337f
  2. V. Hofmann, K. H. Deeg, P. F. Hoyer: Ultraschalldiagnostik in Pädiatrie und Kinderchirurgie. Lehrbuch und Atlas. Thieme 2005, ISBN 3-13-100953-5
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