Panzerabwehrhund

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Ausbildung sowjetischer Militärhunde (1941)

Ein Panzerabwehrhund, auch bekannt als Minenhund oder Hundemine, war ein mit Sprengstoff beladener Hund, der dazu ausgebildet wurde, unter feindliche Panzer zu laufen. Auf der Oberseite der umgeschnallten Sprengvorrichtung befand sich ein Knickzünder, der die Ladung zur Detonation brachte.

Panzerabwehrhunde wurden von der Roten Armee während des Zweiten Weltkrieges ausgebildet, um Panzer der Wehrmacht zu bekämpfen. Sie wurden trainiert, unter einen Panzer zu kriechen, indem Nahrung unter einen Panzer gelegt wurde. Die Panzer sahen aus der Hundeperspektive aber in der Regel alle gleich aus; außerdem rochen die sowjetischen Panzer durch ihre Öle und Fette anders als die deutschen: So ergab sich das Problem, dass während einer Schlacht häufiger die eigenen Panzer, auf welche die Panzerabwehrhunde zuvor im Training konditioniert worden waren, und seltener die der Deutschen von den Hunden angelaufen wurden.[1] Zudem waren die Panzerabwehrhunde zu ängstlich, um sich in die Richtung eines aktiven Panzers zu wagen, und liefen meist in Richtung der eigenen Schlachreihen zurück, so dass sie zu einer Bedrohung für jeden auf dem Schlachtfeld wurden.[1]

Als die deutsche Armee vom Einsatz der Hunde als Panzerabwehrwaffen erfuhr, wurde unter dem Vorwand der Tollwutbekämpfung die sofortige Tötung der Hunde im Frontbereich angeordnet.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden leistungsfähigere und einfachere Methoden der Panzerabwehr (z. B. Panzerabwehrhandwaffen) verfügbar. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Panzerabwehrhunde noch eingesetzt wurden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eric Chaline: Panzerabwehr-Hunde. In: Eric Chaline: 50 Tiere die unsere Welt veränderten, übersetzt von Monika Niehaus und Coralie Wink, Haupt Verlag, Bern 2014, ISBN 978-3-258-07855-7, S. 51.