Papierschnittwunde

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Papierschnittwunde an einer Fingerkuppe

Eine Papierschnittwunde (englisch: paper cut) ist eine Schnittverletzung, die durch die scharfen Ränder eines Papierblattes verursacht wurde. Es handelt sich dabei um kleine, schwach blutende Wunden, die eher selten bei „Hautkontakten“ mit scharfen Papierkanten wie etwa bei Greifbewegungen entstehen können und folglich meistens im Handbereich – insbesondere an einem Finger oder einer Fingerkuppe – der verletzten Person auftreten[1] oder aber beim Anlecken gummierter Briefumschläge an der Zungenspitze.

Sie zählen zu den mechanisch entstandenen Wunden. Papierschnittwunden gelten im Hinblick auf die geringe Größe als vergleichsweise schmerzhaft. Diese Schmerzempfindung wird dadurch verursacht, dass bei der oberflächlichen Verletzung die Nerven meist nicht durchtrennt, sondern nur „angeschnitten“ werden, und dass die scharfe Papierkante die Hautschichten eher „zerreißt“ als zerschneidet. Außerdem enthalten die Hände und insbesondere die Finger verhältnismäßig viele und besonders empfindliche Schmerzrezeptoren.[2][3]

Rezeption[Bearbeiten]

Der Begriff Papierschnittwunde wird gelegentlich eingesetzt, um einen schmerzhaften Vorgang im Sinne der Redewendung „Kleine Ursache, große Wirkung“ bzw. deren Spiegelung zu umschreiben. So trägt ein englischsprachiger Song aus dem 2009 erschienenen Album Battlefield der US-amerikanischen Sängerin Jordin Sparks, in dem sie eine vergangene Liebe besingt, den Titel Papercut, und der Refrain des Liedes lautet: „I’m okay, I’ll survive. I only think about you half the time. […] It was only a paper cut. It’s only a paper cut, a paper cut.“[4] Der niederländische Bildhauer, Maler und Installationskünstler Paul van den Hout benannte sein 2011 begonnenes Internetkunstprojekt, bei dem er in Form eines Blogs unter anderem aktuelle „große“ Gegenwartskunst und -künstler vorstellt sowie zugleich in Form eines Onlineshops eigene „kleine“ Kunstplakate zu Minimalpreisen anbietet, als Poster project Papierschnittwunde.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Schloder: Schnittverletzungen. Erste Hilfe für tiefe Wunden. Auf: news.de, Rubrik „Gesundheit“, vom 9. März 2011; abgerufen am 2. Dezember 2011
  2. Lauren Cox, ABC News Medical Unit: The Peculiar Pain of Paper Cuts. Artikel auf der Website von ABC News vom 8. Februar 2008; englisch, abgerufen am 2. Dezember 2011.
  3. David Butler, G. Lorimer Moseley: Schmerzen verstehen. Springer Science+Business Media, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-21211-6, S. 22 ff. (online bei Google Bücher).
  4. Songtext: Papercut von Jordin Sparks auf Magistrix.de vom 20. Juli 2009; englisch, abgerufen am 2. Dezember 2011.
  5. WWW.PAPIERSCHNITTWUNDE.COM. Internetkunstprojekt von Paul van den Hout, 2011; englisch, abgerufen am 2. Dezember 2011.