Pareidolie

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Das „Marsgesicht“

Pareidolie (aus altgr. παρα para, ‚daneben‘, ‚vorbei‘, und εἴδωλον eidolon, ‚Form‘, ‚Erscheinung‘) bezeichnet das Phänomen, in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen.

Beispiele[Bearbeiten]

Bekannte Beispiele für Pareidolien sind unter anderem vorbeiziehende Wolken, deren Form an alltägliche Dinge erinnern, aber auch Landschaftsformationen, wie zum Beispiel das „Marsgesicht“ in der Cydonia-Region des Mars. Die Flecken des Erdmondes rufen ebenfalls vermeintliches Gestaltensehen hervor, so der „Hase im Mond“. Ein weiteres bekanntes Phänomen, das möglicherweise mit Pareidolien einhergeht, ist das der sogenannten „Marienerscheinungen“.

Ursache[Bearbeiten]

Pareidolien sind das Resultat bewusst oder unbewusst hervorgerufener Fehldeutungen durch das menschliche Gehirn: Dieses neigt dazu, diffuse und scheinbar unvollständige Wahrnehmungsbilder und -strukturen zu komplettieren und vertrauten Mustern und Formen anzugleichen. Dabei scheinen die Art und Gestalt der Trugbilder von der Erwartung des Gehirns abzuhängen. Dass besonders oft menschliche Gesichter wahrgenommen werden, gründet wahrscheinlich auf einer Art „natürlicher Alarmfunktion“, die sicherstellen soll, dass der Mensch im Alltag auch sich versteckende Personen und Gesichter ausfindig machen und (wieder)erkennen kann.

Pareidolien unterscheiden sich von Apophänien (siehe unten) und insbesondere von Halluzinationen dadurch, dass sie zum einen willentlich gesteuert werden können, und zum anderen auch dann nicht verschwinden, wenn man das vermeintliche Gesicht/Objekt angestrengt beobachtet. Des Weiteren kann insbesondere eine natürliche Pareidolie (Wolke, Landschaftsformation etc.) in der Regel von mehreren Personen gleichzeitig wahrgenommen werden.

Apophänie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Apophänie

Die Apophänie ist eine Unterform der Pareidolie und etwas eingegrenzter als diese. So beschränkt sie sich auf deren Aspekt, in eine Zufallsstruktur etwas „hineinzusehen“. Demgegenüber beinhaltet die Pareidolie auch die (aktiv) gesuchten Wahrnehmungen, wie etwa die Stimmen in einer spiritistischen Sitzung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie: Eine Einführung. 6., überarb. Aufl., Thieme, Stuttgart 2010, ISBN 978-3131587268 (22 Seiten, Taschenb.).
  • Oliver Grasmück: Eine Marienerscheinung in Zeiten der Diktatur – Der Konflikt um Peñablanca, Chile: Religion und Manipulation unter Pinochet. (= Religionsgeschichtliche Versuche Und Vorarbeiten. Bd. 56) De Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3110220544, S. 92 (709 Seiten, gebd. Ausg.).
  • Douglas Bernstein, Louis Penner, Alison Clarke-Stewart, Edward Roy: Psychology. 8. Aufl., Cengage Learning, Boston 2007, ISBN 978-0618874071, LCCN 2007933487, S. 177 (englisch; 760 Seiten, gebd. Ausg.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pareidolie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Pareidolie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen