Paul Hazard

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Paul Hazard

Paul Hazard (* 30. April 1878 in Noordpeene; † 12. April 1944 in Paris) war ein französischer Historiker und Essayist.

Leben[Bearbeiten]

Paul Hazard entstammte einer Lehrerfamilie; sein Vater und sein Großvater waren Lehrer in Noordpeene, im Französisch-Flandern. Paul besuchte die Schule des Dorfes und erwarb sein Zertifikat d’études in Arnèke. Am Gymnasium von Armentières, das heute seinen Namen trägt, betrieb er klassische Studien. Normalien, Agrégé de lettres, wurde er 1913 Professor an der Sorbonne und 1925 Inhaber des Lehrstuhls für moderne und vergleichende Literatur am Collège de France. Wichtige Werke von ihm sind La Crise de la conscience européenne. 1680–1715 (Die Krise des europäischen Geistes. 1680–1715) aus dem Jahr 1935 und La Pensée européenne au XVIIIe siècle, de Montesquieu à Lessing (Die Herrschaft der Vernunft. Das europäische Denken im 18. Jahrhundert) aus dem Jahr 1946. Zum Mitglied der Académie française wurde er 1940 gewählt. Er starb am 12. April 1944 in Paris kurz vor der Befreiung.

Zitat[Bearbeiten]

„Was ist Europa? Ein Denken, das sich nie zufrieden gibt. Ohne Mitleid mit sich selbst verfolgt es unaufhörlich zwei Spuren: die des Glücks und die der Wahrheit, die ihm noch unentbehrlicher ist und noch mehr am Herzen liegt. Kaum hat es einen Zustand erreicht, der dieser doppelten Forderung zu entsprechen scheint, so bemerkt es, weiß es, daß seine unsichere Hand nur etwas Vorläufiges, etwas Relatives hält; und es beginnt die verzweifelte Suche von neuem, die sein Ruhm und seine Qual ist.“

Paul Hazard: Die Krise des europäischen Geistes. 1680-1715. (1939:501)

Werke[Bearbeiten]

  • La Révolution française et les lettres italiennes, 1789-1815. Thèse présentée à la Faculté des lettres de Lyon (1910)
  • Journal de Ginguené 1807-1808. (1910)
  • Giacomo Leopardi (1913)
  • Un examen de conscience de l'Allemagne : d'après les papiers de prisonniers de guerre Allemands. Paris : Bloud et Gay, 1915
  • La ville envahie (1916)
  • L’Italie vivante (1923)
  • Histoire illustrée de la littérature française (avec Joseph Bédier, 2 vol., 1923–24)
  • Lamartine (1925)
  • La Vie de Stendhal (1928)
  • Avec Victor Hugo en exil (1930)
  • Don Quichotte de Cervantès : étude et analyse (1931)
  • La Crise de la conscience européenne : 1680-1715 (1935)
  • Le Visage de l'enfance (1938)
  • Quatre études. Baudelaire. Romantiques. Sur un cycle poétique. L'Homme de sentiment (1940)
  • La Pensée européenne au XVIIIe siècle, de Montesquieu à Lessing (1946).
  • Les Livres, les enfants et les hommes (1949)

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Die Krise des europäischen Geistes. 1680–1715. Aus dem Französischen übertragen von Harriet Wegener. Hamburg: Hoffmann und Campe 1939.
  • John Locke (1632-1704) und sein Zeitalter. Aus dem Französischen übertragen von Harriet Wegener und Albert E. Brinckmann. Hamburg: Hoffmann & Campe 1947.
  • Die Herrschaft der Vernunft. Das europäische Denken im 18. Jahrhundert. Aus dem Französischen übertragen von Harriet Wegener und Karl Linnebach. Hamburg: Hoffmann & Campe, 1949
  • Stendhal: wie er lebte, schrieb und liebte. Hamburg: Hoffmann & Campe, 1950.
  • Kinder, Bücher und große Leute. Vorwort von Erich Kästner. Aus dem Französischen von Harriet Wegener. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 1952.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Saintville: Bibliographie des oeuvres de Paul Hazard. Paris 1947

Weblinks[Bearbeiten]