Pavlova

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Dieser Artikel behandelt die Süßspeise; für weitere Bedeutungen, u.a. den Familiennamen, siehe Pawlowa.
Pavlova dekoriert mit Granatapfelkernen

Pavlova (manchmal auf Deutsch auch Pawlova geschrieben) ist eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus einer Baisermasse, die sowohl in Australien als auch in Neuseeland als ein Nationalgericht angesehen wird. Beide Länder beanspruchen die Erfindung der Süßspeise für sich. Fest steht, dass die Torte nach der russischen Ballerina Anna Pawlowa benannt wurde, die Ende der 1920er Jahre in beiden Ländern Gastauftritte hatte. Das Oxford English Dictionary nennt Neuseeland als Ursprungsort, weil das älteste bekannte Rezept dieses Namens 1927 dort erschien.[1]

Beschaffenheit[Bearbeiten]

Das Besondere des Baiserteigs bei Pavlova ist, dass nur die äußere Hülle hart wird, während das Innere weich bleibt, was durch die Zugabe von etwas Essig oder Zitronensaft sowie von Speisestärke bei der Zubereitung des Teigs erreicht wird. Nach dem Backen wird die Baisertorte aufgeschnitten und mit Schlagsahne und Früchten gefüllt sowie dekoriert. Traditionell ist die Verwendung von Passionsfrüchten.[1]

Herkunftsstreit[Bearbeiten]

Wer die Pavlova erstmals kreiert hat, ist seit Jahrzehnten zwischen Australien und Neuseeland umstritten. In Australien wird die Version favorisiert, nach der der deutschstämmige Herbert Sachse als Küchenchef des Hotels Esplanade in Perth diese Torte im Jahr 1935 erfunden und mit der Bemerkung „Es [das Baiser] ist leicht wie die Pavlova“ nach Anna Pawlowa benannt hat, wobei er sich von dem Tutu der russischen Balletttänzerin inspirieren ließ.[2] Der Name Pavlova wurde in Neuseeland nachweislich schon 1927 benutzt, jedoch zunächst für eine andere Süßspeise. Die neuseeländische Anthropologin Helen Leach hat nach ausgiebigen Recherchen mehrere Belege dafür gefunden, dass die Torte bereits vor 1935 in Neuseeland bekannt war.[1] In einem neuseeländischen Kochbuch aus dem Jahr 1929 ist ein Rezept für „Pavlova Cakes“ enthalten, die weitgehend der bekannten Pavlova entsprechen, mit dem Unterschied, dass es sich dabei um mehrere kleine Törtchen handelte. Ähnliche Rezepte erschienen in den folgenden Jahren, so dass davon auszugehen ist, dass Sachse nicht der Erfinder ist.[3][4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. Oxford University Press, Oxford u. a. 1999, ISBN 0-19-211579-0, S. 584: Artikel Pavlova.
  2. „Pavlova“ auf Chefkoch.de
  3. Glen Ralph: Whipping is Pavlovian
  4. The Telegraf: New Zealand wins Pavlova debate

Weblinks[Bearbeiten]