Pazifische Felsenauster

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Pazifische Auster
Pazifische Felsenauster

Pazifische Felsenauster

Systematik
Teilklasse: Pteriomorphia
Ordnung: Ostreoida
Überfamilie: Ostreoidea
Familie: Austern (Ostreoidae)
Gattung: Crassostrea
Art: Pazifische Auster
Wissenschaftlicher Name
Crassostrea gigas
Thunberg, 1793

Die Pazifische Felsenauster (Crassostrea gigas) ist die kommerziell wichtigste Austernart mit einem Weltmarktanteil von 93,7 % (2003). Sie heißt auf französisch Huître creuse (du Pacifique) und auf englisch Pacific (cupped) oyster. Diese Austernart ist ausgesprochen robust und krankheitsresistent, und sie wächst überdurchschnittlich schnell.

Aussehen[Bearbeiten]

Pazifische Felsenaustern sind ausgesprochen große Austern, sie können bis zu 40 cm lang werden. Sie sind meist länglich geformt und nicht selten bananenartig gekrümmt. Die Schale ist sehr hart und besitzt eine scharfe Kante, Taucher können sich an ihr leicht Schnittverletzungen zuziehen. Die „untere“ Schale ist stark gebaucht, ihre Gegenseite relativ flach. Die Farbe ist meist grau, gelegentlich auch bräunlich oder grünlich.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Pazifische Felsenauster lebt in Küstengewässern in Tiefen von 4 bis 50 Metern. Sie bevorzugt felsigen Untergrund, akzeptiert aber zur Not auch schlammigen oder sandigen Boden. Sie laicht im Juli und August, sofern die Wassertemperatur über 19–23 °C liegt, und sie produziert pro Laichvorgang 50–100 Mio. Eier. Die Eier werden vom weiblichen Tier sofort ausgestoßen und im Wasser durch das Sperma der männlichen Tiere befruchtet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Diese Austernart stammt ursprünglich aus Ostasien (Küsten Japans und Koreas), wurde aber mittlerweile über große Teile der Welt verbreitet. 1964 wurde die Art in der Oosterschelde (Niederlande) ausgesetzt, von wo sie sich anschließend nach Nordwesten ausbreitete und etwa 1980 das Wattenmeer bei Texel erreichte. Im Bereich der deutschen Nordseeküste wurde sie erstmals 1984 auf einer niedersächsischen Muschelkultur westlich von Norddeich entdeckt. Bis 2002 gab es nur wenige Pazifische Felsenaustern im Niedersächsischen Wattenmeer. Inzwischen wird befürchtet, dass sie aufgrund des Fehlens von Freßfeinden und durch mildere Winter die Miesmuscheln als vorherrschende Organismen verdrängen könnte.[1]

Die Pazifische Felsenuster ersetzt dabei nicht die bis 1930 durch Überfischung ausgerottete Europäische Auster, da diese Austernbänke ausschließlich im flachen Sublitoral besaß.[1]

Sie wird selten gefischt, sondern ganz überwiegend in Aquakultur gezüchtet. Weltgrößter Produzent ist China mit 3,7 Mio. Tonnen pro Jahr, das sind 83,3 % der Weltproduktion. Mit deutlichem Abstand folgen Japan und Nordkorea (jeweils 5,9 %), sowie Frankreich (2,6 %, das entsprach im Jahre 1995 96,7 % der europäischen Produktion).

Kulinarisches[Bearbeiten]

In Asien wird die Pazifische Felsenauster üblicherweise als „Fleischauster“ verwendet, also in zubereiteter Form genossen. Sie dient auch als Ausgangsprodukt für Derivate wie z.B. Austernsauce. In Europa wird sie fast ausschließlich roh konsumiert („geschlürft“). Sie wird üblicherweise als „fines de claires“ angeboten, gelegentlich auch nach ihrer Herkunft. Bekannte Provenienzen sind „Cancale“ und „Marennes-Oléron“ (Frankreich), sowie „Sylter Royal“ (Deutschland), „Loch Fyne“ (Schottland) und „Willapa“ (USA).

Weltjahresproduktion[Bearbeiten]

Y.P. Crassostrea gigas 1950-2003.gif

Jahresproduktion in Tonnen (Quelle: FAO/FIGIS)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Einwanderung der Pazifischen Auster in das Niedersächsische Wattenmeer. Bedrohung der natürlichen Lebensgemeinschaften durch die Spätfolgen ihrer Aquakulturhaltung

Literatur[Bearbeiten]

  • Maren Peters: Aliens im Wattenmeer. Die Nordsee wird von exotischen Arten erobert. Die Pazifische Auster könnte sogar die heimische Miesmuschel ablösen. (In: FOCUS, Nr. 11/2007, S. 150/151)

Weblinks[Bearbeiten]