Pedro Chamorro

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Pedro Joaquín Chamorro Cardenal (* 23. September 1924; † 10. Januar 1978) war der Herausgeber von La Prensa, der einzigen einflussreichen nicaraguanischen Oppositionszeitung unter der Somoza-Diktatur.

Chamorro war mit Violeta Barrios de Chamorro, der späteren Präsidentin Nicaraguas (1990-1996), verheiratet.

Bereits 1959 starteten bürgerliche Kräfte der konservativen Partei in der Guerilla von Olama und Mollejones unter Chamorros Führung von Costa Rica aus einen bewaffneten Invasionsversuch gegen die Somoza-Diktatur, der jedoch scheiterte. Das Unternehmen war von dem costaricanischen Politiker José Figueres Ferrer logistisch unterstützt worden. [1] Er war außerdem von 1975 bis zu seinem Tod Vorsitzender der oppositionellen UDEL (Unión Democrática de Liberación, „Demokratischen Union für die Befreiung“) und galt für den US-amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter als möglicher Nachfolger von Anastasio Somoza Debayle.

La Prensa wurde während der Somoza-Diktatur nie verboten oder vollständig geschlossen, Chamorro wurde wegen unliebsamer Berichterstattung mehrmals inhaftiert. Im Zuge der Sandinisten-Aufstände wurde Chamorro, wahrscheinlich auf Befehl des Sohnes des Diktators, Anastasio Somoza Portocarrero, 1978 ermordet.[2] 50.000 Nicaraguaner nahmen an seiner Beerdigung teil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger Mendieta Alfaro: Olama y Mollejones, Managua (impresiones CARQUI) 1992.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leo Gabriel: Aufstand der Kulturen. Konflikt-Region Zentralamerika: Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1987, S. 185.
  2. Michael Rediske: Umbruch in Nicaragua. Die Entstehung der Revolution aus dem Zerfall bürgerlicher Herrschaft, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile – Lateinamerika, Berlin 1984, S. 134.