Violeta Barrios de Chamorro

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Violetta Barrios de Chamorro

Violeta Barrios de Chamorro (* 18. Oktober 1929, Rivas, Nicaragua) ist eine nicaraguanische Politikerin, Publizistin und war zwischen 1990 und 1996 Präsidentin von Nicaragua.

Leben[Bearbeiten]

Violeta Chamorro war Staatspräsidentin von Nicaragua von 1990–1996. Sie ist Mutter mehrerer Kinder, ihr Mann war der Zeitungsverleger Pedro Chamorro, der 1978 unter der Somoza-Diktatur ermordet wurde. Sie wuchs auf einer Rinderfarm auf und ging in den USA zur Schule, wo sie Sekretärinnenkurse besuchte. Nach dem Tod ihres Vaters kehrte sie nach Nicaragua zurück wo sie 1950 ihren Mann Pedro Chamorro heiratete. Die Idylle währte aber nur ein paar Jahre, 1957 wurde er in den Süden Nicaraguas verbannt. Seine Frau folgte ihm, und sie flohen nach Costa Rica. Pedro Chamorro kehrte 1960 nach einem Amnestieerlass in die Heimat zurück und setzte dort seine Tätigkeit als Verleger fort. 1978 ermordeten ihn Somoza-Milizionäre.

Redakteurin[Bearbeiten]

Pedro Chamorros Tod veranlasste große Teile der Opposition, den Kampf der sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) gegen Somoza zu unterstützen. Der Guerillakrieg entwickelte sich zu einem allgemeinen Volksaufstand. Im Juli 1979, nach dem Erfolg der Revolution, gehörte Violeta Chamorro der fünfköpfigen „Junta des nationalen Wiederaufbaus“ an. Aus Enttäuschung über den diktatorischen Kurs der Sandinisten schied sie bald wieder aus. Unter Violeta Chamorros wurde die liberale „La Prensa“ zur größten Zeitung Nicaraguas und zum wichtigsten Sprachrohr der Opposition im Kampf gegen die Sandinisten.

Präsidentin[Bearbeiten]

Am 25. Februar 1990 setzte sich Violeta Chamorro als Kandidatin des antisandinistischen, durch die USA auf breiter Basis unterstützten Parteienbündnisses „Unión Nacional Opositora“ („UNO“) mit 54,7 Prozent der Stimmen gegen den sandinistischen Staatschef Daniel Ortega durch. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bescheinigte ihr im Februar 1992, dass sie und ihr Kabinett innerhalb von zwei Jahren Erstaunliches geleistet hätten, z. B. die Kreditwürdigkeit ihres Landes in kürzester Zeit wiederherzustellen. Auch beim Abbau der fast 100.000 Mann starken sandinistischen Streitkräfte und der Demobilisierung der Ende 1989 noch fast 20.000 Mann starken Truppe des Widerstandes („Contras“) war die Regierung erfolgreich. Die gewaltige Inflation wurde von ihr beendet und sie führte die Marktwirtschaft wieder ein. 1996 durfte sie nach einer sechsjährigen Amtszeit nicht mehr kandidieren.


Vorgänger Amt Nachfolger
Daniel Ortega Präsidentin von Nicaragua
25. April 199010. Januar 1997
Arnoldo Alemán