Peltigerales

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Peltigerales
Schuppen-Hundsflechte (Peltigera praetextata)

Schuppen-Hundsflechte (Peltigera praetextata)

Systematik
Unterreich: Dikarya
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Lecanoromycetes
Unterklasse: Lecanoromycetidae
Ordnung: Peltigerales
Wissenschaftlicher Name
Peltigerales
Walt. Watson

Die Peltigerales sind eine Ordnung der Schlauchpilze (Ascomycota) und enthalten vor allem flechtenbildende Arten.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Peltigerales haben vielgestaltige Thalli. An der Unterseite bilden sie Rhizinen, wurzelähnliche Gebilde. Die Ascosporen sind vorwiegend vielfach septiert, farblos oder braun. Die Asci sind mehrschichtig. Die Paraphysen sind vorwiegend unverzweigt und frei.

Die Vertreter der Ordnung bilden sowohl zweifache (ein Photobiont) als auch dreifache (zwei Photobionten) Symbiosen. Cyanobakterien (Nostoc, Scytonema, selten Dichotrix) kommen im ganzen Thallus vor, wenn sie der einzige Photobiont sind, oder als sekundäre Photobionten in speziellen Gebilden (Cephalodien). In letzterem Fall sind Grünalgen die primären Photobionten (Coccomyxa, Dictyochloropsis, Myrmecia). Chlorophyceae-Grünalgen als einzige Photobionten sind selten. Bei Dreifach-Symbiosen kann der Mykobiont einen eigenen, abgegrenzten Thallus bilden, der nur den Cyanobakterien-Partner, nicht jedoch den Grünalgen-Partner beherbergt.

Sie produzieren eine Vielzahl von sekundären Inhaltsstoffen, besonders Triterpenoiden.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Peltigerales sind weltweit verbreitet. Die Lobariaceae haben ihren Verbreitungsschwerpunkt auf der Südhemisphäre, während die anderen Familien bevorzugt auf der Nordhalbkugel vorkommen. Sie wachsen auf verschiedenem Untergrund: Moose, Gestein, Boden, Baumrinden. Meist kommen sie auf frischen bis feuchten Wald-Standorten vor.

Systematik[Bearbeiten]

Die Peltigerales sind eine monophyletische Gruppe. Sie wird in zwei ebenfalls monophyletische Unterordnungen untergliedert. Zu den Peltigerales zählen folgende Familien (mit ausgewählten Gattungen und Arten):[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jolanta Miadlikowska, François Lutzoni: Phylogenetic classification of peltigeralean fungi (Peltigerales, Ascomycota) based on ribosomal RNA small and large subunits. In: American Journal of Botany Band 91, 2004, S. 449-464. (Abstract und Volltext) (Merkmale, Verbreitung)
  • Jolanta Miadlikowska et al.: New insights into classification and evolution of the Lecanoromycetes (Pezizomycotina, Ascomycota) from phylogenetic analyses of three ribosomal RNA- and two protein-coding genes. In: Mycologia, Band 98, 2006, S. 1088–1103.
  • D. S. Hibbett et al.: A higher-level phylogenetic classification of the Fungi. In: Mycological research, Mai 2007; 111(5): 509-547. Epub 2007 13. März 2007. doi:10.1016/j.mycres.2007.03.004, (PDF; 1,3 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Miadlikowska et al.: New insights into classification and evolution of the Lecanoromycetes..., 2006.
  2. O. E. Eriksson (Hrsg.): Outline of Ascomycota - 2006 In: Myconet, Band 12, 2006, S. 1-82. (online html)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peltigerales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien