Peter Heyling

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Peter Heyling (* 1607 oder 1608 in Lübeck; † 1652 (?) in Sawakin, Sudan) war der erste Deutsche in Äthiopien.

Biografie[Bearbeiten]

Heyling wurde als Sohn eines Lübecker Goldschmiedes geboren und studierte nach dem Besuch des Katharineum zu Lübeck Jura und Fremdsprachen in Paris. Sein Leben wurde von Hiob Ludolf und einem seiner Schüler, Johann Heinrich Michaelis, welche beide Nachforschungen bei Zeitgenossen betrieben, aufgezeichnet. Heyling wurde protestantisch erzogen und war überzeugter Lutheraner.

Heyling war ein Schüler von Grotius. Er galt als erster lutherischer Missionar in Äthiopien, das er 1634 erreichte. Er lernte Arabisch in Ägypten und Jerusalem und war beim König Fasilides (1632–1667) Minister, Lehrer, Arzt und Theologe. In einer Kirche der Stadt Gonder richtete er eine Ambulanz ein. Er übersetzte das Neue Testament ins Amharische. Seinem Einfluss wird die Gründung der Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus zugeschrieben. Er wurde wahrscheinlich 1652 auf seiner Flucht von Türken enthauptet.

Aus einem Brief an seine „sehr geliebten Brüder und verehrten Väter“ aus dem Jahr 1634 aus Kairo: „Etwa vor zwey Jahren (A.C 1632) sind die Jesuiten aus des Ethiopischen Kaysers Lande gantz wiederum vertrieben worden, und ist darauf die uhralte Religion wieder eingeführet. So viel mir die Christen in Egypten Nachricht geben, sind es etwa dreyßig Jahr, daß die Abessinier den letzten Ertz-Bischof durch den Alexandrinischen oder Copthischen Patriarchen, uhralten Gebrauch nach erwehlet, abgeholet haben.
Geliebt es dem Herrn so werde ich Euch aus den abessinischen Ländern (so wol von dem, das ich jetzo angedeutet, als auch von allem, was sonsten dienlich zu erfahren) gründlich Bericht schreiben. Denn etwa vor zwey Monaten sind die Abgesante von jetzigem Abessinischen Kayser bey dem Alexandrinischen Patriarchen angelangt, und ist, ihrem Gewerbe und Begehren nach, schon ein ertz-Bischof aus der Egyptischen Kirche erwehlet: mit welchem ich, geliebt se dem Herrn, die folgende Woche fortziehen werde.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks und Info[Bearbeiten]