Polkörper

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Polkörper, auch Polkörperchen oder Richtungskörper genannt, werden im Zuge der Reife- oder Reduktionsteilung (Meiose) gebildet und haften an der (künftigen) Eizelle. Bei vielen Arten legen die Polkörper den animalen Pol der Eizelle fest, nicht so allerdings beim Menschen.

Sie sind relativ arm an Cytoplasma und besitzen einen haploiden (einfachen) Chromosomensatz und werden in der Regel abgebaut (degenerieren).

Beim Menschen (wie bei allen Wirbeltieren) existieren zweierlei Polkörper. Der erste wird während der Meiose in der ersten Reifeteilung des primären Oozyts gebildet und besitzt einen haploiden Chromosomensatz mit 46 Chromatiden. Gleichzeitig entsteht der sekundäre Oozyt. In der zweiten Reifeteilung wird der sekundäre Oozyten in einen weiteren Polkörper und das Oozyt geteilt, die jeweils einen haploiden Chromosomensatz mit 23 Chromatiden enthalten.[1] Auch der Polkörper, der bei der ersten Reifeteilung entstand, teilt sich; es sind also am Ende insgesamt drei Polkörper vorhanden.[2]

Die Polkörper können im Zuge der Polkörperdiagnostik, einer möglichen Art der Präkonzeptions- oder Präimplantationsdiagnostik, zur Untersuchung der weiblichen Keimbahn auf genetische Besonderheiten vor der Einpflanzung von in vitro fertilisierter ("Reagenzglasbefruchtung") Embryonen verwendet werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Moore K. L, Persaud T. V. N., Torchia, M. G. (2011) Before we are born. Essentials of Embryology and Birth Defects ISBN 978-1-4377-2001-3
  2. Universität Bern: Das Eindringen des Spermatozoons in die Oozyte, aufgerufen am 27.November 2013