Polstersteinbrech

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Polstersteinbrech
Polstersteinbrech (Saxifraga cespitosa)

Polstersteinbrech (Saxifraga cespitosa)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Polstersteinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga cespitosa
L.
Blüten

Der Polstersteinbrech (Saxifraga cespitosa L.; Syn.: S. groenlandica L.) gehört zur Gattung Steinbrech (Saxifraga) und zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Der Polstersteinbrech ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen zwei und zehn Zentimeter erreicht.[1] Sie sind horstbildend und bilden polster-/teppichartige Pflanzenbestände. Die blühenden Triebe sind dicht mit Blättern besetzt, wobei blütenlose Ausläufer eine geringere Blattanzahl aufweisen und kleinere Blätter tragen.

Die ungefähr einen Zentimeter breite Blumenkrone setzt sich strahlenförmig aus fünfweißen, seltener blauroten bis rotvioletten Blütenblättern zusammen, die zirka fünf bis zehn Millimeter lang sind. Die fünf Kelchblätter sind behaart, die zehn Staubblätter und der Staubbeutel weisen eine blaue Färbung auf. Das Gynoeceum am Grund ist synkarp (verwachsenblättrig) mit zwei Griffeln und zwei Narben. Am Ende des Blütenstiels befindet sich jeweils eine Blüte. Die überwinternden Blätter sind in vier Reihen gegenständig sitzend. Sie sind meist dreiteilig gelappt, selten einfach oder fünflappig. Sie sind keilförmig, mit deutlichem breitem Stiel und mit stumpfen oder leicht spitzen Lappen. Die Blätter sind dicht mit kurzen Drüsen besetzt. Die Frucht besteht aus einer zweiteiligen Kapsel. Der Polstersteinbrech ist selbstbestäubend.[2]

Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli.[1]

Die Art hat die Chromosomenzahlen 2n = 78 oder 80[3].

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Polstersteinbrech weist auf der Nordhemisphäre ein zirkumpolares Verbreitungsgebiet auf. Er kommt häufig in der kanadischen Arktis (unter anderem Baffininsel, Ellesmere Island)[4], Alaska, Grönland, auf Island, Spitzbergen und Sewernaja Semlja vor.[5] Die Art kommt außerhalb der polaren Gebiete in der borealen Zone und der alpinen Höhenstufe in Gebirgen Europas und Nordamerikas vor. In Europa findet man sie in Island, Spitzbergen, in Skandinavien, Nordrussland aber auch im nördlichen Großbritannien.

Vom Polstersteinbrech ist bekannt, dass er (ähnlich dem Alpen-Mohn) außerhalb der vereisten Gebiete vermutlich in peripheren Glazialrefugien überlebte und in die Alpen eingewandert ist.[6] Als Wuchsstandorte kommen Felswände, dem Wind ausgesetze Stellen, Permafrostböden, Felsritzen, Schotterflächen und Fjellheiden infrage.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Neben der beschriebenen Art existieren vermutlich einige Varietäten, die jedoch nur unzureichend morphologisch beschrieben und identifiziert sind:[5][4]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 345.
  2. a b Polstersteinbrech. Saxifraga cespitosa. In: NatureGate. LuontoPortti / NatureGate, abgerufen am 19. Januar 2012 (deutsch).
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Seite 188, Helsinki 1999. ISBN 951-9108-12-2
  4. a b Saxifraga cespitosa. Flora of the Canadian Arctic Archipelago. In: S.G. Aiken, M.J. Dallwitz, L.L. Consaul, C.L. McJannet, L.J. Gillespie, R.L. Boles, G.W. Argus, J.M. Gillett, P.J. Scott, R. Elven, M.C. LeBlanc, A.K. Brysting und H. Solstad. Memorial University St. John's, abgerufen am 20. Januar 2012 (englisch).
  5. a b Saxifraga cespitosa. In: Panarctic Flora Vascular Plants. Naturhistorisk Museum, abgerufen am 20. Januar 2012 (englisch).
  6.  Wolfgang Frey und Rainer Lösch: Lehrbuch der Geobotanik: Pflanze und Vegetation in Raum und Zeit. 3 Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2010, ISBN 3827411939, S. 156.