Ellesmere Island

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Ellesmere Island
Satellitenaufnahme
Satellitenaufnahme
Gewässer Arktischer Ozean
Inselgruppe Königin-Elisabeth-Inseln
Geographische Lage 79° N, 80° W79.255-79.6044444444442616Koordinaten: 79° N, 80° W
Lage von Ellesmere Island
Länge 820 km
Breite 440 km
Fläche 196.236 km²
Höchste Erhebung Barbeau Peak
2616 m
Einwohner 146 (2006)
<1 Einw./km²
Hauptort Grise Fiord
Die Arktische Kordillere auf Ellesmere
Die Arktische Kordillere auf Ellesmere

Ellesmere Island (deutsch Ellesmere-Insel) ist mit einer Größe von 196.236 km²[1] (nach anderen Quellen 183.000 bzw. 212.690 km²) die zehntgrößte (nach anderen Ermittlungen die neunt- oder elftgrößte) Insel der Erde.

Sie gehört zu den Königin-Elisabeth-Inseln Kanadas im Kanadisch-Arktischen Archipel und ist Teil des kanadischen Territoriums Nunavut. Von Nordgrönland im Osten ist sie durch den zum Teil nur 30 km breiten Kennedy-Kanal getrennt. Im Westen liegt die Axel-Heiberg-Insel, im Süden, getrennt durch den Jonessund, die Devon-Insel.

Die Insel wurde 1616 von William Baffin und Robert Bylot entdeckt und 1852 von Inglefields Expedition nach Francis Egerton, dem ersten Grafen von Ellesmere, benannt.

Etwa 80.000 km² der durch Fjorde stark gegliederten Insel sind vergletschert. Der nördlichste Punkt der Insel, Kap Columbia auf 83° 6′ nördlicher Breite, ist zugleich der nördlichste Punkt Kanadas und 769 km vom Nordpol entfernt. Der Lake Hazen im nördlichen Teil der Insel ist der nördlichste größere See Kanadas. Die Arktische Kordillere bedeckt den größten Teil der Ellesmere-Insel, womit sie die gebirgigste Insel des Archipels ist. Die Barbeau-Spitze ist mit 2616 m der höchste Berg der Insel und zugleich des Territoriums Nunavut.

Die Landschaft ist baumlose Tundra mit einer Vegetation von Flechten, Moosen und anderen arktischen Pflanzen. Der Jahresniederschlag beträgt lediglich etwa 60 mm, die Durchschnittstemperatur -12°C. Zur Fauna gehören Moschusochse, Karibu, Polarfuchs, Polarwolf, Polarhase, Lemming und verschiedene Vogelarten wie Schneeeule, Gerfalke und Kanadagans.

Die Insel war schon vor mindestens 4000 Jahren von Vorfahren der Inuit besiedelt. Heute existieren drei ganzjährig bewohnte Niederlassungen: die Militärstation Alert (auf 82° 30′ n. Br. und damit nördlichste menschliche Niederlassung überhaupt), ferner die Wetter- und Forschungsstation Eureka sowie die Inuit-Siedlung Grise Fiord. Insgesamt bewohnen nur 146 Menschen die Insel.

Etwa ein Fünftel der Insel steht als Quttinirpaaq-Nationalpark, vormals Ellesmere National Park Reserve, unter Naturschutz.

Im Sedimentgestein der Ellesmere-Insel wurden 2006 die bis heute einzigen Fossilien des Tiktaalik gefunden, eines Fleischflossers, der ein Bindeglied zwischen Fischen und Landbewohnern darstellt. Bedeutend sind auch die Fossilreste der Margaret-Formation, die es ermöglichen, ein Biotop zu rekonstruieren, welches im Eozän vor rund 50 Millionen Jahren unter subtropischen Klimaverhältnissen bestanden hat.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nunavut Handbook, Iqaluit 2004, ISBN 0-9736754-0-3
  • Lyle Dick: Muskox Land: Ellesmere Island in the age of contact. University of Calgary Press, Calgary 2001.
  • Noel Humphreys, Edward Shackleton, A. W. Moore, R. Bentham, D. Haig-Thomas, A. J. Wilmott, Percy Cox, H. E., Colonel Vanier, H. R. Mill: Oxford University Ellesmere Land Expedition. In: Geogr. J. 87 (5), 1936. S. 385–443 (eingeschränkte Vorschau, englisch)
  • Edward Shackleton: Arctic Journeys – The Story of the Oxford University Ellesmere Land Expedition 1934–1935. Hodder and Stoughton Ltd., London 1937, und Farrar & Rinehart, New York 1938.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ellesmere Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Atlas of Canada – Sea Islands (Version vom 6. Oktober 2012 im Internet Archive) (englisch)
  2. Jaelyn J. Eberle und David R. Greenwood: Life at the top of the greenhouse Eocene world — A review of the Eocene flora and vertebrate fauna from Canada’s High Arctic. Geological Society of America Bulletin; January/February 124 (1/2), 2012, S. 3–23