Pressesprecher

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Dieser Artikel befasst sich mit der beruflichen Funktion. Siehe auch: pressesprecher (Magazin).

Ein Pressesprecher übernimmt für ein Unternehmen oder eine andere Organisation (z. B. staatliche Behörden, Vereine) den Kontakt zur Presse und zu anderen Medien, was als Medienarbeit bezeichnet wird. Häufig ist der Pressesprecher Hauptansprechpartner für Journalisten. Bei Vereinen und Non-Profit-Organisationen findet auch die Presse- bzw. Medienarbeit oft ehrenamtlich statt. Da sie die Organisation bzw. Institution auch gegenüber anderen Medien (Fernsehen, Hörfunk, Internet) repräsentieren, nennt man sie auch Mediensprecher.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die wichtigste Aufgabe eines Pressesprechers ist, den eigenen Arbeitgeber in der medialen Öffentlichkeit positiv darzustellen. Dies geschieht durch Belieferung der in Frage kommenden Redaktionen mit Pressemitteilungen und Stellungnahmen oder durch die Abhaltung von Pressekonferenzen und anderen Events (z. B. Preisverleihungen). Gemäß den Pressegesetzen der Bundesländer besteht für die öffentliche Verwaltung zudem eine Auskunfts- bzw. Unterrichtungspflicht gegenüber der Presse.

Der Pressesprecher ist in der Regel auch für Interviews zuständig. Bei bekannt gewordenen Fehlschlägen, die mit dem eigenen Arbeitgeber verknüpft sind, muss sich der Pressesprecher stellvertretend für diesen den Fragen der Journalisten stellen.

Zu den internen Aufgaben eines Pressesprechers gehört es, Broschüren und auch Reden zu schreiben. Ebenfalls Bestandteil der Arbeit des Pressesprechers ist das Zusammentragen, Analysieren und objektive Bewerten von internen und externen Sachverhalten und die Erstellung von Reports, Strategiepapiern und Handlungsempfehlungen - nicht selten gegen organisationsinterne Widerstände.

Die Medienauswertung und Medienresonanzanalyse sind grundlegende Tätigkeiten des Pressesprechers ebenso wie das frühzeitige Erkennen von medialen Krisen und die Beratung von Führungskräften in allen öffentlichkeitswirksamen Fragestellungen und Vorgängen.

Strukturen[Bearbeiten]

In vielen westlichen Ländern ist der Pressesprecher ein etablierter Berufsstand mit einer größeren Zahl von Berufsvertretern. Häufig gibt es einen eigenen Berufsverband, der die gemeinsame Außendarstellung und Qualitätssicherung vertritt und Fortbildungen und Tagungen anbietet.

In Deutschland gibt es mehrere Fachzeitschriften, darunter pressesprecher (ISSN 1612-7668) und PR Magazin. Darüber hinaus gibt es auch einen von Journalisten gewählten Pressesprecher des Jahres. Bewertet wird nach den Kriterien professioneller Umgang, journalistische Fähigkeiten und Informationsniveau. Seit 2007 fördert der Bundesverband Deutscher Pressesprecher den Pressesprechernachwuchs durch Auszeichnung herausragender Abschlussarbeiten und bemerkenswerter Dissertationen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Bentele/Lars Groskurth/René Seidenglanz: Profession Pressesprecher. Vermessung eines Berufsstandes. Helios Media, Berlin ISBN 9783981002430.
  • Klaus Commer: Ein bisschen Infozentrale, ein bisschen Werbeabteilung: Bundestagung der Pressesprecherinnen und Pressesprecher vom 25. bis 27. September 2002 an der Universität Karlsruhe. Universitätsbibliothek Karlsruhe 2002
  • Viola Falkenberg: Das kleine A-Z der Pressearbeit. Handbuch und Lexikon der 100 wichtigsten Fachbegriffe mit Arbeitsschritten und Merksätzen, Bremen 2011, ISBN 978-3-937822-45-7
  • Hans-Peter Förster: Zweitberuf: Pressesprecher: Schnellkurs für erfolgreiche Presse-Arbeit. 3., erw. Aufl. Luchterhand, Neuwied 2001, ISBN 3-472-04413-6
  • Judith Regenold: Einfluß auf das Image des Rathauses durch Öffentlichkeitsarbeit unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Pressesprecher/innen. Diplomarbeit, Fachhochschule Kehl 1999
  • Jürgen Roos: Kommunale Pressesprecherinnen in Baden-Württemberg: Zur Rolle kommunaler Pressesprecherinnen im Kommunikationsraum „kommunale Öffentlichkeit“ und zu Unterschieden in ihrer Professionalisierung. Magister-Arbeit, Universität Stuttgart 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spokespersons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]