Pringles
Pringles ist der Markenname für ein Snackprodukt, das aus Kartoffelflocken industriell hergestellt wird. Es gab rechtliche Streitigkeiten um die Verwendung des Begriffes Kartoffelchips, den die ursprüngliche Herstellerfirma Procter & Gamble verlor. Zusammen mit Produkten anderer Hersteller gehören Pringles zur Gruppe der Stapelchips, während die herstellereigene Bezeichnung „Knabbergebäck“ lautet.
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[Bearbeiten] Geschichte des Produktes
Das Produkt wurde, nach Vorarbeiten von Fredric Baur Ende der 1950er Jahre, Mitte der 1960er Jahre bei dem US-amerikanischen Unternehmen Procter & Gamble von Alexander Liepa entwickelt. Der Markenname findet seinen Ursprung im Namen der Straße Pringle Drive in Cincinnati[1]. Das Produkt wurde 1968 erstmals auf Testmärkten verkauft. 1971 wurden dann im gesamten amerikanischen Markt die „Pringle's Newfangled Potato Chips“ verkauft, von denen sich 1986 der Name Pringles ableitete. Heutzutage werden Pringles in über 140 Ländern verkauft.[2] Der Originalwerbeslogan lautet: „everything pops with Pringles“[3], während die deutsche Version „Liebe auf den ersten Pop“[4] lautet.
In Deutschland sind Pringles seit 1996 erhältlich[5]. Derzeit werden folgende Classic-Sorten angeboten: „Cheese & Onion“, „Hot & Spicy“, „Ketchup“, „Original“, „Paprika (sweet)“, „Salt & Pepper“, „Sour Cream & Onion“ sowie „Texas BBQ Sauce“. Inzwischen gibt es eine, im Unterschied zu den regulären Pringles, schärfere „Xtreme“-Edition mit den folgenden Sorten: „Exploding Cheese & Chilli“, „Flamin‘ Chilli Sauce“, „Spicy Sour Cream & Onion“ sowie „Take Away Smokin Ribs“ Außerdem gibt es die Sorten „Original“, „Paprika (sweet)“ und „Sour Cream & Onion“ als kleine 40g Dosen.[6]
Als limitierte Versionen gab und gibt es in unregelmäßigen Abständen ausländische Geschmacksrichtungen, zum Beispiel „Pizza“, „Salt & Vinegar“, „Peperoni“ oder „Tomato & Mozzarella“.
Die Produktion für den außeramerikanischen Markt erfolgt im belgischen Mechelen.
In einigen Ländern, wie den USA, gibt es verschiedene Editionen, wie beispielsweise Multigrain, mit einem hohen Vollkornanteil. Auch die Einführung solcher Editionen wurde anhand von Light Aromas (weniger Fett), Dippers (schaufelartig geformte Stapelchips zum Verzehr mit fertigen Dips) und rice infusions (mit Reismehl) in Deutschland getestet. Durch zu geringes Interesse seitens der Kunden wurde der Verkauf in Deutschland wieder eingestellt.
Im Jahr 2006 reduzierte der Hersteller bei gleichbleibendem Preis die Füllmenge von 200 auf 180 auf 170 Gramm pro Packung und geriet so z. B. seitens der Verbraucherzentrale Hamburg in die Kritik, versteckte Preiserhöhungen zu betreiben. Procter & Gamble begründet die verdeckte Preiserhöhung damit, dass höherwertige Inhaltsstoffe verwendet würden und die neuen Pringles eine geringere Dichte hätten und daher bei gleicher Füllhöhe das Gewicht sinke. 2009 wurde bei den Pringles Classic wiederholt reduziert (von 170 g auf 165 g). Ab 2010 warb der Hersteller mit einer Anzahl von 90 Chips pro Dose. Auf der Verpackung blieben weiterhin 165 g vermerkt.
Im Februar 2012 ist die Füllmenge auf 190 g erhöht wurden, womit der Inhalt um 15% zugenommen hat. Es wurde für alle Sorten eine bessere Verteilung der Gewürze entwickelt. Zudem wurde der Anteil von gesättigten Fettsäuren um 30% verringert. Die drei beliebtesten Sorten („Hot & Spicy“, „Paprika (sweet)“und „Sour Cream & Onion“) werden von nun an mit 40% mehr Gewürzpulver produziert. Außerdem wurde die Gewürzmischung für die vier beliebtesten Sorten (+ „Texas BBQ Sauce“), welche rund 80% des gesamten Verkaufes in Deutschland ausmachen, verbessert. Für diese Veränderungen gibt es unter dem Slogan „Die neuen Pringles poppen jetzt mit noch mehr Geschmack“ zahlreiche Werbekampagnen.[7]
2011 plante Procter & Gamble den Verkauf der Marke Pringles an US-amerikanische Unternehmen Diamond Foods. Diese hätten einen Großteil der Zahlung von ca. 2,4 Mrd. $ in Aktien erstattet, womit Procter & Gamble mit 57% am Unternehmen beteiligt wäre.[8][9] Der Verkauf platzte allerdings Anfang 2012, als bekannt wurde, dass Diamond Foods in einen Bilanzskandal verwickelt ist. Daraufhin fand sich der Cornflakes Hersteller Kellogg‘s als Käufer, der die Marke für rund 2,7 Mrd. $ im Sommer 2012 übernehmen wird.[10]
[Bearbeiten] Nährwert
Die 190-Gramm-Packung der Sorte „Paprika (sweet)“ enthalt 60,8 Gramm Fett. Zusammen mit den anderen Inhaltsstoffen hat sie einen Energiewert von 4031,8 kJ (963,3 kcal).
[Bearbeiten] Inhaltsstoffe
Für die Sorte „Paprika (sweet)“: Kartoffelpüreepulver, pflanzliches Öl, pflanzliches Fett, Reismehl, Weizenstarke, Emulgator: E 471, Maltodextrin, Paniermehl (enthält Weizenmehl), Hefepulver, Dextrose, Zucker, Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat, Dinatriumguanylat und Dinatriuminosinat, Paprikapulver, Zwiebelpulver, Aroma, Raucharoma, Knoblauchpulver, Farbstoff: Paprikaextrakt, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Speisesalz, modifizierte Reisstärke.
Die Stapelchips von Pringles fielen durch eine hohe Belastung mit krebserregendem Acrylamid auf. Bei Tests der Organisation foodwatch im Jahr 2006 enthielt die Sorte „Paprika“ der Marke Pringles rund zehnmal soviel Acrylamid wie der Testsieger. Bei einem weiteren Test von foodwatch im Jahr 2007 war Pringles erneut Testverlierer.[11] Die Acrylamid-Werte hatten sich im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht erhöht und lagen um den Faktor 34 über denen eines vergleichbaren Produkts. Nach einer von foodwatch organisierten Protestaktion wurde der Acrylamidgehalt 2008 von 1600 Mikrogramm pro Kilogramm auf 490 reduziert.[12]
[Bearbeiten] Trivia
- Die Meinung, dass sich die zylinderförmigen Pringles-Verpackungen als Funkverstärker/Yagi-Antenne für Wireless LAN verwenden lassen, ist ein Irrglaube, wie Untersuchungen der Zeitschrift c't (2003, Heft 9) gezeigt haben. Dies liegt an dem zu kleinen Verhältnis von Durchmesser der Dose zu Wellenlänge der Strahlung von 2,4 GHz. Gute Ergebnisse ließen sich im selben Test mit Konservendosen erzielen.[13]
- Der Chemiker und Verpackungstechniker Fredric J. Baur, der am 4. Mai 2008 mit 89 Jahren in Cincinnati verstarb, hatte 1970 ein Patent auf die Pringles-Dose erhalten. Er war so stolz auf seine Erfindung, dass ein Teil seiner Asche auf seinen Wunsch neben der Urne in einer Pringles-Dose beerdigt wurde. Der Rest seiner Asche wurde in einer normalen Urne neben der Chips-Dose bestattet, eine weitere Urne erhielt einer seiner Enkel.[14][15]
- Die Verpackung besteht im Gegensatz zu herkömmlichen Stapelchipsverpackungen nicht aus Kunststofffolie, sondern aus Pappe und einer dünnen Schicht Aluminium, einem Boden aus Metall und einem Kunststoffdeckel. Diese Kombination hat eine schlechtere Umweltbilanz.
- Das Magazin Markt des WDR Fernsehens wies nach, dass die Füllmenge der Verpackung von 2006 bis 2010 von 200 auf 165 g sank, während der Preis von 1,59 € um 40 Cent auf 1,99 € stieg.[16]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://deconsumers.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/9926/~/woher-kam-der-name-pringles%3F
- ↑ http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/kellog-s-uebernimmt-pringles-fuer-2-7-milliarden-us-dollar_H1546582013_1830/?ID_ARTICLE=4-1-1830
- ↑ http://www.pringles.com/home
- ↑ http://www.pringles.de
- ↑ http://deconsumers.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/9937/~/seit-wann-gibt-es-pringles%3F
- ↑ http://pringles.de/products
- ↑ http://peerlessbyabby.wordpress.com/2012/01/11/praktisch-gesunde-chips-und-xxl-und-neuer-geschmack/
- ↑ http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:trennung-von-pringles-procter-gamble-wird-schlanker/60035338.html
- ↑ http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:konsumgueter-branche-nichts-wie-raus-mit-aussenseitermarken/60038491.html
- ↑ http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/kellog-s-uebernimmt-pringles-fuer-2-7-milliarden-us-dollar_H1546582013_1830/?ID_ARTICLE=4-1-1830
- ↑ foodwatch Acrylamidtest 2007
- ↑ foodwatch - Aktion "Pringles-Chips ohne Krebsgefahr" beendet
- ↑ Heise
- ↑ Associated Press
- ↑ Ashes of man who designed Pringles packaging buried in crisp can
- ↑ http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2010/kw47/1123/02_mogelpackung_verpackung.jsp