Psychokampfstoff

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Psychokampfstoffe sind chemische Kampfstoffe, die das Bewusstsein der Opfer trüben und sind alle starke Rauschmittel. Ihr Ziel ist die Kampfunfähigkeit des Gegners, ohne ihn zu töten. Wie bei allen nicht-tödlichen Waffen ist aber eine dauerhafte Gesundheitsschädigung oder sogar Tod nicht ausgeschlossen, da die Dosis so wie die Einwirkdauer nicht genau kontrolliert werden können. Zudem stellen Berauschte, besonders wenn sie bewaffnet sind, für sich selbst und für andere eine unberechenbare Gefahr dar.

Hauptvertreter dieser Kampfstoffklasse sind Benzilsäureester (BZ) und Lysergsäurediethylamid (LSD). [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Forciert wurde die Entwicklung der Psychokampfstoffe in den 1960ern. Das amerikanische Militär führte im Zeitraum 1959 bis 1975 klinische Studien durch, bei denen etwa 2800 Soldaten mit BZ kontaminiert worden sein sollen. In dieser Zeit wurden auch vergleichende Tests mit LSD durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass BZ im Gegensatz zu LSD sehr viel besser als Kampfstoff einsetzbar ist. [2] BZ ist der einzige Psychokampfstoff der es zur militärischen Einsatzreife geschafft hatte. Ein mutmaßlicher Einsatz durch die Vereinigten Staaten von Amerika im Vietnamkrieg oder durch die Jugoslawische Volksarmee im Bosnienkrieg [3] ist allerdings nicht belegt.

Die Chemiewaffenkonvention, die fast alle Staaten ratifiziert haben, verbietet seit 1997 Entwicklung, Herstellung, Lagerung und Einsatz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Edward Stewart: Weapons of mass casualties and terrorism response handbook, Jones & Bartlett Learning, 2006, ISBN 9780763724252

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markus Schnedlitz: Chemische Kampfstoffe, GRIN Verlag, 2008, Seite 46, ISBN 9783640233601 [1].
  2. Dieter Wöhrle: Naturwissenschaft- Rüstung- Frieden, Band 9, Springer, 2007, Seite 207 ISBN 9783531150574 [2].
  3. Human Rights Watch CHEMICAL WARFARE IN BOSNIA? http://www.hrw.org/reports98/bosniacw/Bosni98o.htm#TopOfPage.