RPO (Raketenwerfer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der RPO (russisch РПО, Реактивный пехотный огнемет) ist ein leichter, tragbarer Raketenwerfer der Firma KBP, der eine Brand-, Blend- oder Explosivladung verschießt. Das Startrohr kann nur einmal verwendet werden; es wird nach dem Gebrauch weggeworfen. Die RPO kommt bei der Bekämpfung von Infanteristengruppen, Gebäuden, Bunkern sowie leicht gepanzerten Fahrzeugen zum Einsatz.

Geschichte[Bearbeiten]

RPO-A Startrohr und Rakete.

Das erste Modell der RPO-Serie, der RPO Rys (rus. РПО „Рысь“) (Luchs) wurde im Jahre 1979 bei der sowjetischen Armee eingeführt. Das System ersetzte dort die alten Flammenwerfer. Der Sprengkopf der RPO-Rakete bestand aus einer Füllung mit 4 kg Napalm. Beim Aufschlag setzte der Sprengkopf eine Fläche von 3 x 40 m in Brand. Die Fläche brannte danach für 1–2 Minuten. Das System wurde in großem Umfang in Afghanistan gegen die Mudschaheddin eingesetzt und erwies sich als äußerst effektiv. Der RPO Rys wurde mittlerweile ausgemustert und durch den RPO-A ersetzt.

Das Nachfolgesystem RPO-A „Schmel“ (rus. РПО-А „Шмель“) (Hummel) wurde im Jahre 1984 eingeführt. Dieses System ist mit einem thermobarischen Sprengkopf ausgerüstet. Die thermobare Wirkladung besteht aus 2,1 kg Isopropylnitrat (IPN). Dieser Sprengkopf erzeugt eine große Druck- und Hitzewirkung. Die Sprengkraft entspricht etwa der einer Standard-122-mm-Artilleriegranate. Der RPO-A wurde mit großem Erfolg in Tschetschenien eingesetzt. Thermobarische Sprengköpfe werden von vielen Nationen und Streitkräften geächtet. Die Detonation fügt den Opfern Verbrennungen, Gefäßschäden sowie schwere Schäden an den inneren Organen zu. Als Einsatzzweck gibt der Hersteller u.a. die Bekämpfung gedeckter Waffen im städtischen Umfeld sowie die Zerstörung von Unterständen, Fahrzeugen und leicht gepanzerten Fahrzeugen an.

Der später eingeführte RPO-Z ist mit einem Brand-Gefechtskopf bestückt. Die Brandladung besteht aus 20 mit Brandmasse gefüllten Pellets. Bei der Detonation wird eine Fläche von 4×30 m in Brand gesetzt. Die Branddauer beträgt 5 bis 7 Minuten. Der Hersteller gibt als Einsatzzweck das Inbrandsetzen von Gebäuden, Gelände und Öltanks an.

Der RPO-D ist mit einem raucherzeugenden Sprengkopf bestückt. Mit einem Schuss wird eine dichte Rauchwand von 55 bis 90 Meter Länge erzeugt. Die Rauchwirkung bleibt für 1,5–2 Minuten bestehen.

Im Dezember 2003 wurde der RPO Shmel-M PDM-A (kurz: RPO Shmel-M) bei den russischen Streitkräften eingeführt. Die Letalität soll gegenüber den Vorgängermodellen um 50 % gesteigert worden sein (entsprechend 5,5 kg TNT) bei einer Gewichtsreduzierung um 36 % auf ca. 7,6 kg. Das Kaliber soll von 93 mm auf 90 mm geändert worden sein. Durch einen verbesserten Antrieb soll die Einsatzentfernung gegen gepanzerte Fahrzeuge auf 450 m und die Reichweite auf 1.700 m gesteigert worden sein.[1]

Das computergestützte Trainingssystem für die Varianten RPO-A, RPO-D und RPO-Z trägt die Bezeichnung 9F700-2.

Übersicht der RPO-Raketenwerfer[Bearbeiten]

System RPO RPO-A RPO-Z RPO-D RPO-M
Einführungsjahr 1979 1984 1986 1986 2003
Kaliber 95 mm 93 mm 93 mm 93 mm 90 mm
Systemgewicht 11,3 kg 11,1 kg 11,0 kg 11,3 kg 8,8 kg
Gewicht Rakete 8,0 kg 6,5 kg unbekannt unbekannt 7,6 kg
Gewicht Sprengkopf 4,0 kg 2,1 kg 2,1 kg 2,3 kg 3,2 kg
Typ Sprengkopf Brand (Napalm) Thermobar Brand Rauch (Phosphor) Thermobar
Einsatzreichweite 300 m 600 m 1.000 m 1.000 m 1.700 m

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: RPO-A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Shmel. Infantry rocket-assisted flamethrower. In: kbptula.ru. KBP Tula, abgerufen am 1. März 2015 (englisch).

Quellen[Bearbeiten]

  1. David Crane: New RPO Shmel-M Infantry Rocket Flamethrower Man-Packable Thermobaric Weapon. In: defensereview.com. Defensereview, 27. Juli 2006, abgerufen am 1. März 2015 (englisch).