Racketeering

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Racketeering (engl. racket „Gaunerei“, „illegales Geschäft“) umfasst als kriminologischer Begriff insbesondere in den USA illegale Formen der Geschäftsführung, die als Teil der organisierten Kriminalität aufzufassen sind.

Ursprünglich bezog sich der Begriff racket vor allem auf Schutzgelderpressung (protection racket). Ab etwa 1850 wurden damit insbesondere durch das Bandenwesen in den Five Points in Manhattan von New York City auch andere Aktivitäten beschrieben, die organisiert oder bereits größtenteils auch bandenmäßig betrieben wurden, wie z. B. illegale Glücksspiele und insbesondere die Straßenlotterie (number games), die als number racket bezeichnet wurde.

Der Begriff racketeering wurde erstmals offiziell im Juni 1927 durch die Employers' Association of Chicago verwendet, um die Korruption und Gewalt innerhalb der Transportarbeiter-Gewerkschaft „Teamsters“ zu beschreiben.[1]

Im US-amerikanischen Englisch können so alle gängigen illegalen Aktivitäten, neben den ursprünglichen Bezeichnungen, beschrieben oder neu zusammengefasst werden. Auf diese Weise wird die strafrechtliche Verfolgung und Verurteilung vereinfacht:

Am 15. Oktober 1970 wurde der Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (18 U.S.C. §§ 1961–1968) – kurz RICO-Act – ins Leben gerufen, um der Korruption und der organisierten Kriminalität Herr zu werden. Auf dessen Grundlage begann die Bekämpfung insbesondere der US-amerikanischen Cosa Nostra und der verbrecherischen Vorgänge innerhalb der Gewerkschaft der Teamsters. Aus deutscher Sicht bemerkenswert ist die Möglichkeit, Kriminalität nicht nur durch drastische strafrechtliche Mittel, sondern auch durch zivilrechtliche Klagemöglichkeiten und umfangreiche Schadensersatzansprüche für geschädigte Dritte zu verfolgen.

In Deutschland wurde der Begriff Racket als von Max Horkheimer et al. geprägter Fachbegriff der Soziologie für Banden oder Cliquen verwendet, die sich beim Zerfall der staatlichen Ordnung bilden, mit der aus dem Englischen übernommenen Bedeutung „kriminelle Vereinigung“ oder „Teilunternehmung einer Verbrecherorganisation“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Witwer: The Most Racketeer-Ridden Union in America: The Problem of Corruption in the Teamsters Union During the 1930s. in Corrupt Histories, Emmanuel Kreike and William Chester Jordan, eds., University of Rochester Press, 2004. ISBN 1-58046-173-5 (englisch)

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Reuter: Racketeering in Legitimate Industries: A Study in the Economics of Intimidation, 1987 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]