Reflexivpronomen

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Das Reflexivpronomen (auch: rückbezügliches Fürwort) ist ein Pronomen, das sich vom Personalpronomen dadurch unterscheidet, dass es auf Einheiten verweist, die besonders nahe, in der Regel in demselben Satz, stehen. Beispielsweise unterscheiden sich das Reflexivpronomen sich und das Personalpronomen ihn im folgenden Beispiel dadurch, dass nur sich auf das Subjekt desselben Satzes (des Nebensatzes in der Konstruktion) bezogen sein kann:

a) Ottoi bemerkte, dass Karl ihni beobachtete   ( = Otto wird beobachtet)
b) Otto bemerkte, dass Karli sichi im Spiegel beobachtete ( = Karl beobachtet sich selbst)

Verwendung[Bearbeiten]

Reflexivpronomen können sich im Deutschen auf verschiedene Arten von Satzteilen beziehen, solange das Bezugswort in der grammatischen Hierarchie (bei den meisten Verben: Subjekt < indirektes Objekt < direktes Objekt < Präpositionalobjekt) höher steht als das Reflexiv. Beispiele:[1]

Wir zeigten ihmi sichi selbst im Spiegel
Ottoi sprach mit sichi selbst
Wir klärten Annai über sichi selbst auf

Ein Reflexivpronomen innerhalb einer Nominalphrase kann sich auf den Genitiv in derselben Nominalphrase beziehen:

Annasi Stolz auf sichi selbst

Formen[Bearbeiten]

Das deutsche Reflexivpronomen sich kann die Funktion eines Dativs oder Akkusativs haben, diese Form tritt dabei nur in der 3.Person auf und deckt alle Numerus- und Genusmerkmale ab. In allen Fällen, für die keine Form von sich existiert, tritt die entsprechende Form des Personalpronomens ein, also für 1. und 2. Person sowie für Genitive, zum Beispiel:

Ich habe bemerkt, dass dui dichi im Spiegel beobachtest. (vgl.: Ich beobachte dich. )
Der Dichteri war seineri selbst überdrüssig geworden.  (vgl.: Wir waren seiner überdrüssig. )

Funktionen[Bearbeiten]

Im Deutschen wie auch in anderen Sprachen wie Französisch oder Latein ist das Reflexivpronomen auch fester Teil von gewissen Verben, ohne wirklich eine rückbezügliche Bedeutung zu haben, beispielsweise sich erinnern, sich verabreden, sich langweilen.

In der deutschen Sprache wird das Reflexivpronomen sich häufig synonym zu Reziprokpronomen wie einander gebraucht, z.B. in der Phrase sie waschen sich. Hierbei kommt es zu einer Ambiguität, sodass dieser Satz auf zwei Weisen interpretiert werden kann. Zum einen als sie waschen einander und zum anderen als sie waschen sich selbst. Die genaue Interpretation muss dann aus dem Kontext erschlossen werden.

Reflexivpronomina in anderen Sprachen[Bearbeiten]

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In den slawischen Sprachen findet sich eine Unterscheidung nach der Rückbezüglichkeit (vergleiche Reflexivpronomen), mit der Mehrdeutigkeiten eines pronominalen Bezugs regelmäßig aufgelöst werden. In Bosnisch, Kroatisch und Serbisch beispielsweise:

"Ana je dala Fatimi svoju knjigu." → „Ana gab Fatima ihrreflexiv Buch.“ (also „Ana gab Fatima ihr eigenes Buch.“)
"Ana je dala Fatimi njenu knjigu." → „Ana gab Fatima ihrnicht-reflexiv Buch.“ (also „Ana gab Fatima Fatimas Buch.“)

Je nach Sprache kann die mögliche Reichweite des Bezugs für ein Reflexivpronomen variieren. Die Definition dieser Grenze ist in der Linguistik ein Gegenstand der Bindungstheorie

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das zweite und dritte Beispiel aus: Duden. Die Grammatik, 8. Aufl. 2009, S. 274

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Reflexivpronomen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen