Reifendruck

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Reifenfüllmessgeräte bei der Auffüllung

Der Reifendruck ist der Druck in einem Luftreifen.

Reifendruck messen

Der Reifendruck ist entscheidend für die Verwendungsfähigkeit eines Luftreifens. Er wird deshalb nach Vorgabe eingestellt und muss zum Erhalt der Funktionsfähigkeit regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. Der Reifendruck kann sich auch im Betrieb durch Erwärmung erhöhen. Falscher Reifendruck führt zu vorzeitigem Verschleiß oder dem Versagen des Luftreifens. Deswegen kommen vermehrt Reifendruckkontrollsysteme in PKWs zum Einsatz. Außerdem kann sich der Reifendruck wesentlich auf das Fahrverhalten eines Fahrzeuges auswirken. Im Zweifelsfall sollte man sich also immer an den vorgegebenen Angaben des jeweiligen Fahrzeug- und/oder Reifenherstellers orientieren.

Der Reifendruck wird in der Einheit bar angegeben. Dabei ist es üblich, nicht den absoluten Druck anzugeben, sondern den Überdruck im Verhältnis zum Umgebungsdruck (Luftdruck). Die Reifendruckangabe 2,7 bar bedeutet also, der Reifendruck soll 2,7 bar über dem Umgebungsdruck von ca. einem bar liegen.[1] Der absolute Reifendruck wäre dann also 3,7 bar. Die Reifenfüllmessgeräte an Tankstellen machen es dem Autofahrer einfach, in dem sie nur den relativen Reifendruck (d. h. den Überdruck) in bar anzeigen, der auch in den Fahrzeugpapieren genannt wird.

Die Reifendruckangaben der Fahrzeug- oder Reifenhersteller beziehen sich immer auf den „kalten“ Reifen. Damit ist die Tatsache gemeint, dass sich der Reifen mit zunehmender Fahrtstrecke und -geschwindigkeit erwärmt. In der Praxis kann ein PKW-Reifen nach 10 km Fahrtstrecke mit gemäßigtem Tempo noch als „kalt“ betrachtet werden. Wird der Reifendruck nach einer schnellen Autobahnfahrt geprüft, hat sich die Reifenfüllung (Luft oder Stickstoff) auf Grund der Erwärmung ausgedehnt und der Reifendruck steigt um ca. 0,3 bar an.

Abweichungen von den Reifendruckangaben der Fahrzeug- oder Reifenhersteller können funktional begründet sein. Dazu drei Beispiele:

  • Ein erhöhter Reifendruck reduziert bei PKW-Reifen den Rollwiderstand und senkt damit den Treibstoffverbrauch.
  • Bei Geländewagen, Bau- oder Landmaschinen wird der Reifendruck gesenkt, um die Aufstandsfläche des Reifens zu vergrößern. Dadurch können Antriebsräder mehr Vortrieb auf den Boden übertragen, wobei gleichzeitig der durch den Reifen vertikal ausgeübte Bodendruck reduziert wird.

Für die Füllung des Reifens wird entweder Luft oder Stickstoff verwendet. Der Vorteil einer Stickstofffüllung ist bei PKW-Reifen sehr umstritten. Angeblich hält der Reifen den Druck besser als bei einer Luftfüllung. Für den gewöhnlichen Betrieb eines PKW-Reifens sind die Unterschiede jedoch vernachlässigbar klein (siehe auch bei Reifengas).

Die Stickstofffüllung des Reifens wird in der Regel durch eine farbige Ventilkappe angezeigt. Eine Nachfüllung des Reifens mit Luft ist problemlos möglich; zumal Luft zu 78 Prozent aus Stickstoff besteht. Für die Betriebssicherheit eines PKW-Reifens ist nicht die Wahl des Füllgases ausschlaggebend, sondern die regelmäßige Kontrolle und Korrektur des Luft- bzw. Stickstoffdrucks.

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Früher, als der Luftdruck noch in Atmosphären gemessen wurde, wurde der Reifendruck in der Einheit Atmosphären-Überdruck (atü) angegeben.