Reiskocher

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In seine Einzelteile zerlegter Reiskocher.

Ein elektrischer Reiskocher ist ein Küchengerät, mit dem das Kochen von Reis vereinfacht wird. Nur der gespülte rohe Reis und die passende Menge an Wasser müssen eingefüllt werden. Das Garen geschieht ohne weiteres Zutun nach der „Quellreismethode“, bei der das Kochwasser restlos von den Reiskörnern aufgenommen wird bzw. verdampft.

Die herkömmliche Zubereitung von Reis im Kochtopf auf dem Herd erfordert fortlaufende Überwachung, damit der Reis nicht überkocht, breiig wird, austrocknet oder verbrennt, aber dennoch hinreichend gar wird – zu kurz gekochter Reis schmeckt zwar kaum anders, kann aber zu Verdauungsschwierigkeiten führen. Außerdem schmeckt der Reis besser, wenn während des Kochens kein Kondenswasser von der Deckelinnenseite heruntertropft.[Beleg?] Bei besseren Reiskochern wird daher das Wasser auf anderem Wege als durch den Reis hindurch zum Heizelement zurückgeleitet, um dann dort wieder zu verdampfen.

Die ersten automatischen Reiskocher wurden in den 1950er Jahren durch die Toshiba Corporation in Japan auf den Markt gebracht.[1] Heute sind automatische Reiskocher in ganz Ost-, Süd- und Südostasien sehr weit verbreitet, selbst in Familien, die sonst kaum Küchengeräte besitzen.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Abschaltmechanismus funktioniert temperaturabhängig: die Temperatur im Kochtopf bleibt zunächst durch das Wasser konstant bei 100 °C - wenn alles Wasser verdampft ist bzw. vom Reis aufgenommen wurde (mengenabhängig nach ca. 10-30 Minuten), erhöht sich die Temperatur des Heizelementes und der Reiskocher schaltet sich ab oder schaltet je nach Modell auf Warmhalten. Der Temperatursensor beruht oft auf dem Curie-Effekt: ein Dauermagnet haftet zunächst am Heizelement. Bei einer bestimmten, materialabhängigen Curie-Temperatur verschwindet der Magnetismus, der Magnet fällt ab und schaltet den Schalter aus (bzw. um auf kleine Heizleistung zum Warmhalten). Der Vorgang ähnelt dem bei magnetisch geregelten Lötkolben, mit dem Unterschied, dass der Dauermagnet im Reiskocher so weit abfällt, dass er nicht von allein wieder anziehen kann, wenn die Temperatur abfällt. Ein Anbrennen ist durch diese Abschaltung nicht möglich. Bei Reiskochern aus dem Iran wird absichtlich erst bei höheren Temperaturen heruntergeschaltet, damit der Reis am Topfboden knusprig wird. Dadurch lässt sich dieser als Reiskuchen servieren. Dieser knusprige Boden wird im Persischen Tahdig (ته دیگ) genannt.

Viele Reiskocher können den Reis für viele Stunden warmhalten, manche mit eingebauter Zeitschaltuhr – in Asien ist das eine wichtige Funktion, da dort meist morgens der Reis für den ganzen Tag zubereitet wird. Das Warmhalten bei ausreichend hoher Temperatur verhindert auch die Vermehrung des Bakteriums Bacillus cereus, das gekochten Reis bei zu geringer Temperatur rasch befallen und eine Lebensmittelvergiftung auslösen kann.

Der Reiskocher hat einen zum Reinigen herausnehmbaren Topf aus Metall (bei billigen Geräten Aluminium, bei teuren Modellen eine teflonbeschichtete Metalllegierung, die das Ankleben verhindert). In einigen Modellen schützt eine in den Topf eingelegte Silikonmatte vor Verkratzen beim Umrühren.

In Südostasien werden auch Reiskocher mit einem Topf aus Keramik angeboten. Es sind Modelle mit elektronischer Kochzeitregelung, die zusätzlich für die Zubereitung von Suppen und Reis-Congee eingesetzt werden können.

Andere Bedeutungen[Bearbeiten]

Ein Solarkocher wird in der Umgangssprache oft als Reiskocher bezeichnet, weil in armen Ländern damit hauptsächlich Reisgerichte gekocht werden. Ebenso werden wassergekühlte Motorräder aus japanischer Produktion abwertend Reiskocher genannt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Toshiba Firsts Of Their Kind. Toshiba Corp. Museum. Abgerufen am 15. Juli 2012.
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