Rentenindex

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Dieser Artikel behandelt einen Rentenindex im Sinne eines Wirtschaftsindikators. In der Schweiz bedeutet Rentenindex auch die Rechnungsgrundlage für die jährliche Anpassung der Alters- und Hinterbliebenenrenten.[1]

Ein Rentenindex ist ein Index, der der Messung der Entwicklung des jeweiligen Rentenmarktes dient. Ein Anstieg des Rentenindex bedeutet, dass auf dem Rentenmarkt die Kurse gestiegen und folglich die Renditen bzw. die Zinsen gefallen sind. Die Teilmärkte, auf die sich ein Rentenindex bezieht, können nach Währungen, Risiken (z. B. Pfandbriefmarkt, Hochzinsmarkt, Staatsanleihenmarkt), Restlaufzeiten, Regionen und Emissionsvolumina beschränkt sein.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Damit das im Rentenfonds abgebildete Portfolio für den betrachteten Markt repräsentativ ist, ist es notwendig, bei der Auswahl der Papiere sowohl das Emittentenrisiko, als auch die jeweilige Restlaufzeit zu beachten. Um das Emittentenrisiko vergleichbar zu halten, behandeln die wichtigsten Rentenindizes ausschließlich Staatsanleihen. Die Restlaufzeiten (Duration) müssen die Situation des Marktes widerspiegeln. Bedingt durch den automatischen Rückgang der Laufzeit, ist es notwendig, die Indexzusammensetzung in relativ kurzen Abständen anzupassen.

Verwendung[Bearbeiten]

Rentenindizes dienen als Maßstab für die Entwicklung des Rentenmarktes (z. B. als Benchmark für Rentenfonds), als direkte Anlagestrategie für Rentenindexfonds, sowie als Rechnungsgrundlage für die Zahlungsflüsse von Derivaten (insbesondere Optionsscheinen) und Zertifikaten.

Wichtige Rentenindizes[Bearbeiten]

Deutscher Rentenmarkt[Bearbeiten]

REX[Bearbeiten]

Der REX spiegelt den Markt für Bundesanleihen wider. Es gibt ihn in der Variante eines Preisindex, der nur die Kurse und nicht die Zinsen berücksichtigt, und in der Variante des Performanceindex REXP, der Zinserträge berücksichtigt und annimmt, dass sie wieder in die Papiere des Index fließen. Der REX ist ein synthetischer Index, da er auf der Wertentwicklung von fiktiven Anleihen basiert. Dazu wird mit einem Modell aus den Kursen der tatsächlich verfügbaren Anleihen eine Zinsstrukturkurve extrapoliert.

PEX[Bearbeiten]

Der PEX spiegelt die Marktentwicklung der deutschen Pfandbriefe wider und wird in den unterschiedlichen Laufzeiten ermittelt. Er dient gemäß der Rechtsprechung des BGH der Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitigen Darlehensrückzahlungen von Privatkunden.

eb.rexx[Bearbeiten]

Die Indexfamilie eb.rexx spiegelt den Markt für Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe wider. Im Gegensatz zum REX und zum PEX basiert er auf Körben von tatsächlich gehandelten Anleihen.[2]

RDAX[Bearbeiten]

Der RDAX ist ein Index deutscher Unternehmensanleihen. Er wird seit dem 9. Mai 2005 täglich durch die Deutsche Börse ermittelt. Der RDAX wird aus in Euro denominierten Anleihen der 30 DAX-Unternehmen gebildet. Die Anleihen müssen ein Rating "Investment Grade" (BBB- oder besser) und ein Volumen von mindestens 500 Mio. Euro aufweisen. Das Gewicht aller Anleihen eines einzelnen Emittenten im Index ist auf zwanzig Prozent beschränkt. Der Index startet am 9. Mai mit 89 Anleihen von 20 Unternehmen des Aktienindexes DAX. Er verfügt über eine historische Zeitreihe bis Januar 1999.

Sonstige[Bearbeiten]

Schweizer Rentenmarkt[Bearbeiten]

Österreicher Rentenmarkt[Bearbeiten]

Internationale Rentenindizes[Bearbeiten]

  • JP Morgan Government Bond Index (für viele Länder)
  • EMLE (Emerging Markets Liquid Eurobond Index, Schwellenländeranleihenindex der Deutschen Bank)
  • iBoxx

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)
  2. http://www.dax-indices.com/DE/MediaLibrary/Document/ebrexx_L_3_8_d.pdf

Weblinks[Bearbeiten]