Revolution des 8. März

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Mitglieder des Baath-Militärkomitees - Salim Hatum (l.), Mohammed Omran (mitt.) und Salah Dschadid (r.) - feiern den Putsch

Die Revolution des 8. März (arabisch ‏ثورة الثامن من آذار‎), auch bezeichnet als Märzrevolution 1963, war die erfolgreiche staatsstreichartige Machtübernahme der Arabisch-Sozialistischen Baath-Partei in Syrien. Die Regierung von Präsident Nazem Koudsi und Ministerpräsident Chaled Alazem von der Volkspartei wurde gestürzt.

Bei dem Staatsstreich, an dem sich neben den syrischen Streitkräften und der syrischen Armee auch die Marine und die Luftstreitkräfte beteiligten, starben über 800 Menschen, weitere 20 Personen wurden hingerichtet.[1] Die Planung und Verschwörung des Umsturzes war durch den Militärputsch der Irakischen Baath-Partei inspiriert.

Planung und Vorbereitungen[Bearbeiten]

Der Parteivorsitzende Michel Aflak (links) und Salah Dschadid, einer der Hauptplaner des Putsches (rechts)

Der Staatsstreich wurde eher durch das Militärkomitee der Baath-Partei als durch deren zivile Führerschaft geplant. Der Parteivorsitzende Michel Aflak stimmte dem Plan allerdings zu. Die führenden Mitglieder des Militärkomitees, auch nach der Machtübernahme, waren der Druse Muhammad Umran sowie die beiden Alawiten Salah Dschadid und Hafis al-Assad. Weitere Mitglieder waren Louai al-Atassi und Amin al-Hafiz. Das Komitee erhielt Unterstützung von zwei Nasseristen, Raschid al-Qutayni und Muhammad al-Sufi, sowie durch den Unabhängigen Ziad al-Hariri.

Der Staatsstreich wurde ursprünglich für den 7. März geplant, wurde aber um einen Tag verschoben, nachdem die Regierung der damaligen Syrischen Republik aufdeckte, dass Verschwörer ein Treffen planten.

Ergebnisse und weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Es gelang während der Revolution, Baathisten und Nasseristen zusammenzuführen und die "Alt-Baathisten" als Staatsführung einzusetzen. Der Nationalrat des Revolutionskommandos übernahm die Rolle des Gesetzgebers, und Salah Eddine Bitar wurde die Funktion des Leiters einer Regierung der Nationalen Einheit zugeschrieben. Die Baath nahm an dieser Regierung teil, zusammen mit der Arabischen Nationalistischen Bewegung (Nasseristen), der Arabischen Einheitsfront und der Organisation der Einheitssozialisten (Ex-Baathisten). Als Kompromiss zwischen Baathisten und Nasseristen wurde Louai al-Atassi Vorsitzender eines Nationalen Kommandorats der Revolution und somit de facto Staatschef.

Später ging die Baath dazu über, ihre Macht im neuen Regime zu konsolidieren, und beseitigte im April des gleichen Jahres die nasseristischen Offiziere. Die folgenden Turbulenzen führten zu einem Sturz der Regierung Bitars und zu einem gescheiterten Putsch der Nasseristen unter Jassem Alwan im Juli, im Zuge dessen die Baath die Macht weiter ausbaute.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hopwood, 1988: S. 45
  2. Derek Hopwood. Syria 1945-1986: Politics and society. Unwin Himan ltd., 1988