Robin Wood

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Umweltorganisation. Siehe auch: Robin Wood (Autor) bzw. Robinwood
Robin Wood
Logo von Robin Wood
Zweck: Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e. V.
Vorsitz: Florian Kubitz (Vorstandssprecher)
Gründungsdatum: 12. November 1982
Mitgliederzahl: ca. 1.400 (+3.500 Förderer)
Sitz: Bremen (Bundesgeschäftsstelle)
Website: http://www.robinwood.de
Blockade der Mülldeponie Lichtenberg auf dem ehemaligen Uranabbaugebiet der Wismut AG, 1990
Floß von Robin Wood vor Anker auf dem Rhein in Köln während ihrer Kampagne „Stromwechsel jetzt! Floß geht's!“, 2007
Kranbesetzung gegen die Waldschlösschenbrücke in Dresden
Aktion mit Floß und Transparent am Holbeinsteg in Frankfurt am Main, 2010

Robin Wood, vollständige Bezeichnung Robin Wood – Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt, ist eine deutsche Umwelt- und Naturschutzorganisation.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde am 12. November 1982 von einem Dutzend Umweltaktivisten in Bremen gegründet. Der Name ist angelehnt an die Figur des Robin Hood: Statt wie Robin Hood als „Rächer der Enterbten“ bezeichnete sich Robin Wood als „Rächer der Entlaubten“.[1] Um sich verstärkt den Themen Waldsterben und Saurer Regen widmen zu können, verließen sie damals Greenpeace. Mit der Zeit kamen weitere Themen hinzu, so dass sich Robin Wood heute thematisch in die vier Fachreferate Wald, Tropenwälder, Energie und Verkehr gliedert. Robin Wood versteht sich als basisdemokratische gewaltfreie Aktionsgemeinschaft.[1]

Zwei Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood wurden im November 2010 wegen ihrer Gleisblockade zur Zahlung von insgesamt 8.450 € aufgefordert. Ein strafrechtliches Verfahren werde geprüft.[2] Da eine Rechtsgrundlage für die Erhebung der Kosten fehle, hob das Verwaltungsgericht Schleswig die entsprechenden Gebührenbescheide der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt am 17. Dezember 2013 auf. [3]

Organisation[Bearbeiten]

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich größtenteils durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Er hat in Deutschland zurzeit etwa 1.400 stimmberechtigte Mitglieder und etwa 3.500 Fördermitglieder. Derzeit gibt es Regionalgruppen von unterschiedlicher Größe und Aktivität in etwa zehn Städten und Regionen. Insgesamt arbeiten zwölf Festangestellte in der Bundesgeschäftsstelle (Bremen), der Magazin-Redaktion (Schwedt) und der Pressestelle einschließlich der Fachreferate (Hamburg).[4] Von den stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins nehmen die der Regionalgruppen sowie die Angestellten ihr satzungsmäßiges Recht wahr, Vertreter für die Delegiertenversammlung zu wählen. Mehrmals im Jahr versammeln sich diese gewählten Delegierten, um über Politik und Aktivitäten des Vereins zu entscheiden - hierbei wird das Konsensprinzip angestrebt.

Aktionen und Kampagnen[Bearbeiten]

Im Fokus der Arbeit von Robin Wood stehen Maßnahmen zur Verbesserung der bemängelten Zustände in der Natur durch bestimmte Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Robin Wood versucht, durch gewaltfreie Aktionen die ihrer Meinung nach drängendsten ökologischen Probleme in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Zu diesen Aktionen zählen Proteste[5] wie die Erkletterung oder Besetzung von Gebäuden[6] und das Enthüllen von Transparenten, aber auch die Umweltbildung bei öffentlichen Veranstaltungen oder in Schulen. Darüber hinaus werden Recherchen und Publikationen veröffentlicht und vierteljährlich das ROBIN-WOOD-Magazin herausgegeben. Auf einem selbst gebauten Floß, das in den letzten Jahren in ganz Deutschland unterwegs war, werden aktuelle Themen präsentiert. Auch 2011 fand eine Floßtour unter dem Motto Mit dem Strom gegen Atom – Stadtwerke atomstromfrei! statt.[7]

Die Aktionen, Informationsstände, Vorträge und Veröffentlichungen werden teilweise von ehrenamtlichen Aktiven getragen. Die inhaltliche Hintergrundarbeit dazu liefern die Fachgruppen mit Unterstützung von Fachreferenten.

Aktuelle Kampagnen widmen sich den Hintergründen der Papierproduktion, der Verwendung von Tropenholz für Gartenmöbel oder der Zerstörung von Tropenwald für Ölpalmenmonokulturen. Robin Wood klärt über bestehende Gütesiegel wie das Forest Stewardship Council (FSC) auf und fördert den Gebrauch von Recyclingpapier insbesondere an Schulen. Außerdem betreibt Robin Wood zurzeit eine intensive Wechselkampagne für Stromkunden. Dabei fordern sie den sofortigen Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie werben für den Wechsel zu einem der empfohlenen Ökostromanbieter. Aktuell richten sie ihren Protest auch besonders gegen die zahlreichen neuen Kohlekraftwerke, die in Deutschland geplant sind.[8]

Sie sprechen sich gegen die Privatisierung der Deutschen Bahn AG, den Bau des Transrapids und die umfassende Subventionierung des Flugverkehrs aus. Außerdem fordern sie konsequente Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Lange, Erdman Wingert (Hrsg.): ROBIN WOOD - Und vor uns sterben die Wälder Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1984, ISBN 3-498-07299-4.
  • Sepp Holzer, Hans Haas u. a.; Robin Wood (Hrsg.): Die Visionäre: Ist unsere Erde noch zu retten? Concordverlag, Mariahof 2005, ISBN 978-3-950188-72-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robin Wood – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eigene Darstellung auf www.robinwood.de, abgerufen am 7. Juni 2013.
  2. Hamburger Abendblatt, abgerufen am 18. Februar 2011.
  3. Pressemitteilung Robin Wood, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  4. Organigramm von Robin Wood, abgerufen am 7. Juni 2013.
  5. Robin Wood protestiert gegen Baumfällungen in der Berliner Zeitung vom 22. Juni 2007, abgerufen am 27. Juni 2009.
  6. Robin Wood-Aktivisten freigesprochen in swr-online.de vom 25. Juni 2009, abgerufen am 27. Juni 2009.
  7. Infos zur Floßtour www.robinwood.de, abgerufen am 13. Dezember 2011
  8. Ökostromkampagne auf www.robinwood.de, abgerufen am 27. Juni 2009.