Deutscher Naturschutzring

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Logo des Deutschen Naturschutzrings

Der Deutsche Naturschutzring e.V. (DNR) ist der Dachverband der in Deutschland tätigen Umwelt- und Naturschutzverbände. Er wurde 1950 gegründet und hat heute (2013) 96 Mitgliedsverbände mit zusammen mehr als fünf Millionen Einzelmitgliedschaften. Neben klassischen Naturschutz- und Umweltverbänden wie BUND und NABU gehören auch Organisationen wie der Deutsche Alpenverein, der Deutsche Wanderverband und der Deutsche Tierschutzbund sowie auch zahlreiche kleine Vereine zum DNR.

Der Verein betreibt umweltpolitische Koordinations- (nach innen) und Lobbyarbeit (nach außen) auf Bundesebene und – durch seine EU-Koordinationsstelle – auf europäischer Ebene. Ein Redaktionsbüro produziert die DNR-Monatszeitschrift umwelt aktuell sowie die elektronischen Informationsdienste Info-Service und EU-News für die Umwelt- und Naturschützer in den Mitgliedsverbänden.

Die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin. Von 1972 bis 2011 befand sich die Hauptgeschäftsstelle in Bonn, während in Berlin ab 1991 eine politische Geschäftsstelle mit der EU-Koordination und dem Redaktionsbüro aufgebaut wurde.

Leitung[Bearbeiten]

Präsident ist seit Dezember 2012 Hartmut Vogtmann. Der Agrarwissenschaftler Vogtmann war bis 2007 Präsident des Bundesamtes für Naturschutz und danach Präsident der Umweltstiftung Euronatur. DNR-Ehrenpräsident (und Präsidiumsmitglied) ist der von 2000 bis 2012 als Präsident amtierende Hubert Weinzierl.[1]

Die weiteren Mitglieder des Präsidiums (Vorstands) sind seit Dezember 2012:

Generalsekretär (Geschäftsführer) ist seit 1980 Helmut Röscheisen. Stellvertretende Generalsekretärin ist Helga Inden-Heinrich. Leiterin der EU-Koordination ist seit 2010 Bjela Vossen. Leiter der Projektstelle Forum Umwelt und Entwicklung (s. u.) ist seit 1996 Jürgen Maier. Die DNR-Geschäftsstelle ist mit etwa 20 Mitarbeitern besetzt.

Projekte und Arbeitsgruppen[Bearbeiten]

Seit 1998 findet jährlich der DNR-Kurs ZukunftsPiloten zur Qualifizierung junger Umweltaktiver statt. Der Kurs wird vom DNR getragen, von der Bewegungsakademie durchgeführt und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziert.

Weitere wichtige und aktuelle Projekte und Arbeitsgruppen des DNR sind:

Der Verein ist außerdem Trägerorganisationen für das Forum Umwelt und Entwicklung und die Klima-Allianz, zwei Bündnisse zivilgesellschaftlicher Organisationen mit Büros in den Geschäftsräumen des DNR.

Der Verein ist als Verband oder über Vertreter(innen) selbst Mitglied in zahlreichen Organisationen und Gremien.[2]

Der Verein ist neben anderen namhaften Organisationen Träger der jährlich in Berlin stattfindenden Demonstration unter dem Motto Wir haben es satt!.

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker des Umwelt-Dachverbandes bemängelten in der Vergangenheit, der DNR sei zu schwerfällig und durch die Eigeninteressen der großen Mitgliedsverbände sowie durch innerverbandliche Hierarchie und Bürokratie gelähmt. Gelegentlich wurde auch kritisiert, der DNR wolle die gesamte Umweltbewegung repräsentieren, während ihm wichtige Organisationen wie Greenpeace und WWF gar nicht angehörten und viele Umweltschützer gar nicht in Vereinen organisiert seien (Engels 2006, Röscheisen 2006). Zudem habe er eine zu große Staatsnähe, da Politiker und mit der Wirtschaft verbundene Personen das Präsidium dominierten (Natur- und Umweltschutz: Daten und Hintergründe, S. 90-99). Nach innerverbandlichen Klärungsprozessen wahrt das Präsidium inzwischen einen stärkeren Abstand zu Politik und Wirtschaft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Naturschutz, Umweltschutz, Naturschutzpolitik

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Presseinfo des DNR vom 1. Dezember 2012
  2. DNR-Leistungsbericht 2011 – S. 21ff.

Weblinks[Bearbeiten]