Hamburg-Harburg

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Wappen von Hamburg
Harburg
Stadtteil von Hamburg
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Über dieses Bild
Koordinaten 53° 27′ 33″ N, 9° 58′ 58″ O53.4592599.98267279Koordinaten: 53° 27′ 33″ N, 9° 58′ 58″ O
Höhe 79 m ü. NN
Fläche 3,9 km²
Einwohner 22.674 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5814 Einwohner/km²
Postleitzahl 21073, 21075, 21079
Vorwahl 040
Bezirk Harburg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Harburg (niederdeutsch Horborg) ist ein Stadtteil im Süden Hamburgs und das Zentrum des Bezirkes Harburg.

Der an der Süderelbe gelegene Stadtteil ist der Kern der ehemaligen Stadt Harburg (auch als „Harburg an der Elbe“ oder Harburg/Elbe bezeichnet) und der späteren Großstadt Harburg-Wilhelmsburg sowie ehemaliger Verwaltungssitz des Landkreises Harburg.

Quartiere im Stadtteil sind das Phoenixviertel und der Harburger Binnenhafen.

An Harburg grenzen die Stadtteile Neuland, Gut Moor und Rönneburg im Osten, Wilstorf im Süden, Eißendorf und Heimfeld im Westen und Wilhelmsburg auf der anderen Seite der Süderelbe im Norden.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Harburgs

Funde in der Umgebung lassen auf eine Besiedlung der Gegend seit der Jungsteinzeit schließen. Namensgeber und Ausgangspunkt von Harburg war die Horeburg (Hore = Sumpf/Moor). Diese stand spätestens seit dem Jahr 1000 (Scherbenfunde) auf einer trockenen Talsandinsel in der sumpfigen Niederung der Elbe an der Stelle des heutigen Harburger Schlosses und war mit der Geest nur über einen Damm verbunden, der im Verlauf der heutigen Harburger Schloßstraße entsprach. Die 1133–37 erstmals urkundlich erwähnte Burg wurde vermutlich von den Grafen von Stade als Grenzfestung errichtet. 1257 gelangte sie in den Besitz der Welfen. Die Siedlung, die sich zunächst entlang des Dammes vor der Burg entwickelte, erhielt 1288 das Recht einer freien Gemeinde, 1297 schließlich das Stadtrecht. In der Folgezeit wurde Harburg zum wirtschaftlichen Zentrum der Vogtei Harburg. Eine wichtige Existenzgrundlage der Stadt blieb bis in das 19. Jahrhundert hinein der Fährverkehr nach Hamburg und das damit verbundene Speditions- und Logiergewerbe.

Wappen der Stadt Harburg

Harburg war 1527 bis 1642 Residenz einer Nebenlinie des Hauses Braunschweig-Lüneburg. 1528 wurde die Harburger Schützengilde gegründet. 1642 fiel das Amt Harburg an die Celler Hauptlinie der Welfen zurück und die Burg, die mittlerweile zu einem Residenzschloss ausgebaut war, wurde zu einer von Wasser umschlossenen Zitadelle erweitert. Dies erforderte den Abriss des ältesten Teils der Stadt, einschließlich der Marienkirche. Die Siedlung wurde daraufhin nach Süden erweitert und die Dreifaltigkeitskirche als Ersatz errichtet.

Blick vom Schwarzenberg
Panorama vom Schwarzenberg 1654

Seit 1705 gehörte die Stadt zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und späteren Königreich Hannover. Im Siebenjährigen Krieg wurde Harburg 1757 von französischen Soldaten ohne große Gegenwehr aus der Festung eingenommen. Nach Reorganisation der hannoverschen Truppen bei Stade wurde die Festung (u.a. vom Schwarzenberg aus) dann einige Wochen später unter schweres Kanonenfeuer genommen, unter dem auch die Zivilbevölkerung leiden musste. Nach vierwöchigem Beschuss kapitulierten die Franzosen am 31. Dezember. Von 1803 bis 1805 besetzten erneut französische Truppen Harburg, nachdem Hannover gegenüber Napoleon kapituliert hatte. Aufgrund eines Vertrages von Preußen mit Napoleon wurde Hannover durch Preußen okkupiert und Harburg 1806 dann von preußische Truppen besetzt. Im gleichen Jahr begann auch die Besatzungszeit Hamburgs durch Frankreich zur Durchsetzung einer Kontinentalsperre. Von 1811 bis zum sechsten Koalitionskrieg gehörte Harburg zum Elbmündungsdepartement als Teil des französischen Kaiserreiches. In dieser Zeit wurde die Bremer Straße als Heerstraße angelegt. 1813/1814 wurde eine erste durchgängige Elbquerung durch die Franzosen errichtet. 1814 nach den Befreiungskriegen gehörte Harburg wieder zum Königreich Hannover.

1829 wurde eine regelmäßige Dampfschiff-Verbindung zwischen Harburg und Hamburg eingerichtet und zwischen 1845 und 1849 der Binnenhafen (als Dockhafen durch eine Schleuse von der Elbe getrennt) erheblich erweitert. 1847 eröffnete die Eisenbahnverbindung zwischen Hannover und Harburg. Der Kopfbahnhof am Hafen östlich der Altstadt ermöglichte den direkten Güterumschlag. Zudem hatte Harburg 1848 das Freihafen-Privileg bis zum Beitritt Hannovers zum Deutschen Zollverein 1854 (ab 1857 Errichtung eines zollfreien Speichers). Harburg wurde zu einem rasch wachsenden und für Hannover wichtigen Hafen- und Industriestandort, vor allem im Bereich der Verarbeitung von Kautschuk und Ölsaaten. Ab 1866 gehörte Harburg als Teil der Provinz Hannover zu Preußen. Neben der Industrie spielte die Garnison eine wichtige Rolle in der Stadt. Eine feste Verbindung nach Wilhelmsburg bzw. Hamburg bestand seit Fertigstellung der Eisenbahn-Elbbrücken 1872.

Die angrenzenden Ortschaften Wilstorf und Heimfeld wurden 1888 in den Stadtkreis eingemeindet, um der Ausweitung der Stadt und der im Rahmen der Industrialisierung stark gewachsenen Bevölkerungszahl gerecht zu werden. Es folgten 1893 Teile von Neuland, 1906 Lauenbruch und 1910 Eißendorf. Wohnviertel für Fabrikarbeiter, wie das Phoenixviertel, entstanden. Während der nördliche Teil der Altstadt an Schloss und Binnenhafen zunehmend gewerblich genutzt wurde, gab sich Harburg mit dem Neubau eines Rathauses (1890–92) und anschließender Verwaltungsbauten, einem Stadttheater (Harburger Theater 1894) sowie dem neuen Harburger Hauptbahnhof (1897) ein städtisches Gesicht. Seit 1899 gab es mit der Harburger Elbbrücke eine durchgehende Straßenverbindung nach Hamburg, über die auch die 1902 eingeführte Straßenbahn verkehrte (die letzte Harburger Linie wurde 1971 eingestellt) und 1904 begann der Bau von zunächst drei großen Seehafenbecken an Stelle des dafür abgerissenen Ortes Lauenbruch.

1920 kam es im Rahmen des Kapp-Putsches zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Harburgern und aufständischen Truppen (siehe Rudolf Berthold).

In den 1920er Jahren entstanden in Harburg zunehmend gemeinnützige Wohnsiedlungen, der Harburger Stadtpark in Wilstorf, das Stadtbad und eine Stadthalle (Friedrich-Ebert-Halle) mit zwei Schulgebäuden in Heimfeld.

1927 wurden der Stadtkreis Harburg und der Stadtkreis Wilhelmsburg zur Großstadt Harburg-Wilhelmsburg vereinigt. 1937 wurde die Stadt im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes, ebenso wie einige Orte des umliegenden Landkreises Harburg, vom Land Preußen an Hamburg übertragen. Die Stadt verliert ein Jahr später, am 1. April 1938, ihre Selbstständigkeit.

Während der Pogrome der Nationalsozialisten wurde im November 1938 die Harburger Synagoge zerstört. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Innenstadt von Harburg bis Ende 1944 nahezu verschont von alliierten Luftangriffen. Das Industrie- und Seehafengebiet war jedoch ab 1940 Ziel schwerer Angriffe und Zerstörungen. Ab Mitte 1944 konzentrierten sich die Angriffe auf die Mineralölindustrie sowie Eisenbahnanlagen und infolgedessen war auch die Innenstadt von Fehlwürfen betroffen.[1][2] Davon betroffen waren das alte Rathaus von 1722, Teile des neuen Rathauses (vereinfacht aufgebaut), die Dreifaltigkeitskirche, die Garnisonskirche St. Johannis und auch die in Harburg verbliebene Kreisverwaltung für den Landkreis Harburg, die 1944 dann endgültig nach Winsen (Luhe) verlegt wurde.

Teich auf dem Gelände der TUHH

Es folgten Jahre des Wiederaufbaus der Stadt, die nochmals erheblich ihr Gesicht durch neue Bauprojekte veränderten. So wurden für den Bau der 1983 eröffneten S-Bahn durch Harburg ganze Straßen neu geschaffen. Ein Straßenring schließt sich jetzt um die zur Fußgängerzone umgestaltete Lüneburger Straße. 1978 wurde die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) gegründet.

Am Abend des 27. März 2006 zog ein Tornado durch Harburg und verursachte erhebliche Schäden. Im Binnenhafen wurden beim Umstürzen von Kränen zwei Kranführer in ihren Kabinen getötet, zwei weitere Personen schwer verletzt. Ein auf Überlandleitungen geschleudertes Wellblechdach verursachte einen mehrstündigen Stromausfall, von dem 300.000 Einwohner, das Krankenhaus Harburg und der Schiffsmeldedienst betroffen waren. Auch die Wasserversorgung fiel teilweise aus und der Bahn- und Straßenverkehr über die Süderelbbrücken war unterbrochen.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Rathaus Harburg

Das Harburger Rathaus ist Sitzungsort der Bezirksversammlung für den Bezirk Harburg. Hier und in den umliegenden Gebäuden sitzt auch das Bezirksamt und die weiteren für den Bezirk zuständigen Verwaltungsbehörden. Im Stadtteil liegen auch das Amtsgericht Hamburg-Harburg, Arbeitsamt und Finanzamt Harburg.

Die Bürgerschaftswahl 2011 für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung brachte in Harburg folgendes Ergebnis[3]:

  1. SPD 49,2 % (+9,2)
  2. CDU 15,2 % (–18,1)
  3. GAL 11,4 % (+2,4)
  4. Die Linke 10,5 % (+1,6)
  5. FDP 3,3 % (–0,2)
  6. Übrige 10,4 % (+5,2)

Bürgermeister/Oberbürgermeister der Stadt Harburg[Bearbeiten]

Harburger Binnenhafen[Bearbeiten]

An den alten, durch eine Schleuse von der Süderelbe abgetrennten Hafenbecken im Harburger Binnenhafen entstanden um den Entstehungskern der Stadt Harburg, das Harburger Schloss, moderne Bürohäuser (Channel Hamburg), zum Teil auch hinter alten Speicher- und Fabrikfassaden. Im Sommer existiert hier ein Beachclub. Das zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 gehörende Areal der Schlossinsel soll mit Wohnungen bebaut werden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der 1883 errichtete Palmspeicher befindet sich im Zentrum des aufstrebenden und von Neubauten gekennzeichneten Channel Hamburg. Auf dem Bild ist die während der Sanierung vorgeblendete neue (hellrote) Fassade zu erkennen.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Die Sammlung Falckenberg, eine bedeutende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, ist in einer alten Fabrikhalle der Phoenix AG untergebracht. Die Kulturstiftung Phoenix Art von Harald Falckenberg und der Phoenix AG präsentieren dort auch Wechselausstellungen mit bedeutenden internationalen Kunstsammlungen. Der Bahnhof Hamburg-Harburg beherbergt als „Kulturbahnhof“ den „Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.“ mit wechselnden Ausstellungen und den Jazzclub im Stellwerk. Der Rieckhof ist ein Kultur- und Veranstaltungszentrum mit einem Veranstaltungssaal und Gruppenräumen. Das Helms-Museum beherbergt neben der archäologischen Sammlung auch das Theater Harburg im Gebäude am Museumsplatz.

Von Plastiken – beeinflusst von der Berliner Schule Anfang des 20. Jahrhunderts – bis zur Minimal-Concept-Kunst ist bis heute ein Mix von „Kunst im öffentlichen Raum“ realisiert worden.

Auf dem Gelände der TUHH:

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

„Der Soldat“ ist ein von Hermann Hosaeus 1932 geschaffenes monumentales Denkmal, das bereits zur Zeit seiner Entstehung umstritten war, die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges aber nur mit geringen Beschädigungen überstand. Unmittelbar neben dem „Soldaten“ ist – erst auf den zweiten Blick sichtbar – die Skulptur „Trauerndes Kind“ von Hendrik-André Schulz als ergänzendes Denkmal 1988 aufgestellt worden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Handel[Bearbeiten]

Einkaufszentrum „Phoenix-Center“. Seit 2004 auf einem Teil des Werksgeländes der Phoenix AG

Der Stadtteil ist das Einzelhandelszentrum des Bezirkes Harburg und der näheren Orte und Städte in Niedersachsen. Neben der Fußgängerzone Lüneburger Straße, einem Warenhaus und drei Einkaufszentren (Marktkauf-Center, Harburg Arcaden und Phoenix-Center) findet auf dem „Sand“ ein täglicher Wochenmarkt statt. 2009 wurde der Bereich um die Hauptgeschäftsstraße zum Business Improvement District Lüneburger Straße erklärt, um die Straße aufzuwerten und den Einzelhandelstandort zu stärken, der dort in den letzten Jahren an Attraktivität verloren hatte.

Medien[Bearbeiten]

Ehemaliges Stadtbad, heute Sitz von Lühmanndruck, Herausgeber der „Harburger Anzeigen und Nachrichten

Die Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) mit Sitz in Harburg, war eine von 1844 bis 2013 in Harburg erscheinende Tageszeitung für die Region einschließlich der benachbarten Landkreise in Niedersachsen. Sie war die älteste in Hamburg erscheinende Zeitung. Weiterhin erhältlich sind das Hamburger Abendblatt mit der Lokalbeilage Harburger Rundschau und das Harburger Blatt.

Im Bereich der Neuen Medien gibt es das Online-Magazin besser-im-blick.de für die Bereiche Szene, Kunst, Kultur und Lifestyle sowie harburg-aktuell.de.

Unternehmen und Entwicklung der Industrie[Bearbeiten]

1836 nahm die Spirituosen und Likörfabrik H. Osterhoff (später Louis Hilke) am Karnapp 15/16 als eines der ersten fabrikähnlichen Anlagen ihren Betrieb auf. Der Ausbau der Hafenanlagen zu einem modernen, tideunabhängigen Dockhafen (Hamburger Hafen tideabhängig) mit direktem Eisenbahnanschluss, die Zugehörigkeit Harburgs zum Deutschen Zollverein (1854) und dem damit verbundenen zollfreien Warenabsatz im Binnenland, sowie das fehlen geeigneter Industrieflächen in Hamburg zog Unternehmer von Hamburg nach Harburg. 1854 verlegte H. C. Meyer jr. (Stockmeyer) einen Teil der Produktion nach Hamburg.

In Harburg waren traditionell Ölmühlen, Kautschuk verarbeitende Betriebe und die Hersteller der Maschinen für die vorgenannten Industriezweige ansässig. Bereits 1855 gründete German Julius Koeber in Harburg eine Eisenhütte. Das heutige Werksgelände der 2005 entstandenen Firma Harburg-Freudenberger geht zurück auf die Harburger Eisen- und Bronzewerke, die später an Krupp übergingen. 1856 entstand die Kautschukverarbeitung in Form der Harburger Gummi-Kamm Compagnie (als Teil von H. C. Meyer jr.), die 1930 von der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie übernommen wurde. Die Firma produzierte bis zum Umzug nach Lüneburg 2009 im Harburger Binnenhafen (darunter immer noch Kämme für den Friseur-Bedarf, z.B. traditionsreiche Modelle unter dem Namen „Hercules Sägemann“).

Ebenfalls 1856 entstand die Albert & Louis Cohen, Harburg – Schuhfabrik, eine Weichgummifabrik der Brüder Albert und Louis Cohen, aus der die spätere Phoenix AG hervorging, einem der größten Arbeitgeber der Stadt. Seit 2004 gehört der Betrieb zur ContiTech, einem Tochterunternehmen der Continental AG. 2006 wurde ein Teil, die Autozulieferer-Sparte Stankiewicz ausgegliedert, verblieb jedoch in Harburg. Neben der Gummiindustrie siedelte sich der heute noch wichtige Bereich der Ölsaatenverarbeitung an. Auf die erste Dampfmühle 1838 folgte 1857 die Kohleöl- und Gasfabrik Noblee & Thoerl.

1912 wurde das erste Geschäft der heutigen Drogeriekette Budnikowsky in der Mühlenstraße 33 (heute: Schloßmühlendamm) eröffnet.

Die im Harburger Binnenhafen entstehenden Büros werden unter anderem von Airbus, Firmen aus dem IT-Bereich und der TuTech Innovation GmbH der TUHH genutzt. Die Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas hat ihren Deutschland-Sitz hier. Daneben prägen die Schiffbau- und Reparaturbetriebe der Jöhnk Werft, die Qualifizierungsgesellschaft Jugend in Arbeit Hamburg e.V. und der Technische Betrieb Harburg (TBH) der HPA die Schlossinsel.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Harburg ist heute wichtiger Verzweigungspunkt der Strecken von Hamburg nach Hannover und nach Bremen sowie weiter ins Ruhrgebiet, der Niederelbebahn und Knotenpunkt des Hamburger Nahverkehrs.

1949 wurde in Harburg von der Hamburger Hochbahn ein Oberleitungsbusbetrieb als Ersatz für zwei stillgelegte Straßenbahnlinien eingerichtet, der bis 1958 bestand. Im Mai 1971 verlor Harburg seine letzte Straßenbahn, die Linie 11 nach Hamburg. Dafür wurde 1983 der S-Bahn-Tunnel unter der Harburger Innenstadt mit den Stationen Harburg und Harburg Rathaus in Betrieb genommen.

Im Zuge des Baus der U-Bahn-Linie U4 der Hamburger Hochbahn wurde auch eine Verlängerung über Wilhelmsburg nach Harburg diskutiert.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

In Harburg befindet sich die Technische Universität Hamburg-Harburg und deren Universitätsbibliothek. Auf dem Campus der Hochschule sind auch die Kühne School of Logistics and Management und das Northern Institute of Technology (NIT) ansässig.

Die allgemeinbildenden Schulen des Stadtteils sind die öffentlichen Schulen Goethe-Schule Harburg, Lessing-Stadtteilschule, Grund- und Stadtteilschule Maretstraße, Grundschule Kerschensteinerstraße, Förderschule Schwarzenbergstraße und die Schulen in freier Trägerschaft, das Niels-Stensen-Gymnasium, Katholische Schule Harburg und Handelsschule Weber.

Im Stadtteil befindet sich außerdem die Hamburger Volkshochschule Region Harburg/Finkenwerder und die Bücherhalle Harburg als öffentliche Stadtteilbibliothek.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Brunswig: Feuersturm über Hamburg. Stuttgart 1978, S. 342ff. ISBN 3-87943-570-7
  2. enWiki: Bombing of Hamburg in World War II
  3. Ergebnis bei www.statistik-nord.de, dann über die Suchfunktion den Stadtteil auswählen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Harburg (Stadtteil) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien