Rod Hundley

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Basketballspieler
Rod Hundley
Spielerinformationen
Voller Name Rodney Clark Hundley
Spitzname Hot Rod
Geburtstag 26. Oktober 1934
Geburtsort Charleston, West Virginia,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Größe 195 cm
Position Guard
College West Virginia University
NBA Draft 1957, 1. Pick, Minneapolis Lakers
Liga NBA
Trikotnummer 33
Vereine als Aktiver
1957–1960 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Minneapolis Lakers
1960–1963 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Lakers

Rodney Clark „Hot Rod“ Hundley (* 26. Oktober 1934 in Charleston, West Virginia, Vereinigte Staaten) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler der Minneapolis Lakers und der Los Angeles Lakers in der NBA und langjähriger Basketball-Kommentator für die Heimspiele der Lakers, Phoenix Suns und der Utah Jazz und den US-Kanälen ABC und CBS. Der 1,95 Meter große Hundley galt in seiner Zeit bei der West Virginia University als einer der größten College-Spieler seiner Generation.

Biografie[Bearbeiten]

Rod Hundley wurde 1934 in ärmlichsten Verhältnissen geboren: sein Vater Butch war ein professioneller Billardspieler, der sein Geld für Alkohol und Frauen ausgab, und seine Mutter Corrine ein Teenager vom Lande, die nach der Great Depression auf der Suche nach Arbeit nach Charleston gekommen war. Da Butch seinen Sohn total vernachlässigte und Corrine mit der Erziehung völlig überfordert war, gab sie ihn in eine Pflegefamilie nach der anderen. Hundley suchte Zuflucht im Basketball und etablierte sich mit seiner Wurfgenauigkeit und seinen damals bahnbrechenden Dribblings (u.a. hinter dem Rücken, durch die Beine oder beidhändig) bald als bester Spieler der Stadt. Bei den West Virginia Mountaineers brach Hundley im College mehrere Punkterekorde, wurde mit seiner extrem spektakulären Spielweise und wegen seines guten Aussehens zum Publikumsliebling und gilt bis heute nach Jerry West als größter Basketballer aus West Virginia. Hier wurde auch sein Spitzname "Hot Rod" (dt. „Draufgänger“) geboren. Nach seiner WVU-Karriere wurde Hundley in die WVU Hall of Fame aufgenommen.

Hundley wurde dann von den Minneapolis Lakers im NBA-Draft von 1957 an Position 1 gezogen. Er wurde Teil der Lakers, die in Minneapolis fast pleitegingen, dann nach Los Angeles zogen und mit Flügelspieler Elgin Baylor mehrmals in den NBA-Finals an den Boston Celtics scheiterten. Obwohl er als Supertalent galt, wurde Hundley nicht wirklich glücklich. Der zeit seiner Basketballkarriere für seinen sehr unprofessionellen Lebenswandel bekannte Hundley – er hatte wegen seiner schrecklichen Kindheit nie Disziplin gelehrt, nahm Training wenig ernst und war als Raucher, Trinker und Frauenheld bekannt – wurde vom strengen Coach Fred Schaus zunehmend in die Reserve zurückbeordert. Bald schon wurde der ebenfalls aus WVU stammende, aber völlig professionell lebende Jerry West der neue Chef-Aufbauspieler der Lakers; Hundley hingegen wurde zum Pausenclown degradiert, der nur noch spielte, wenn das Team 20 Punkte in Front lag: ihm war diese Rolle peinlich, doch als einer der Topverdiener fügte er sich. Trotzdem hätte Hundley 1962 fast das alles entscheidende 7. Spiel der NBA-Finals 1962 gegen die Celtics entschieden, als er eine Sekunde vor Schluss bei Gleichstand einen freien Wurf auf den Korb hatte, doch stattdessen zu seinem Teamkollegen Frank Selvy passte, der seinen Wurf verfehlte. Die Lakers verloren schließlich in der Verlängerung, und Hundley ist bis heute wütend auf Selvy und sich selbst. Der zunehmend an maladen Knien und an Motivationsverlust leidende Hundley hörte 1963 im Alter von lediglich 28 Jahren mit Basketball auf.

Als seine Basketballkarriere endete, war Hundley tief beschämt, dass er sein Talent so vergeudet hatte: insbesondere der Vergleich mit WVU- und Lakers-Teamkollegen Jerry West, der weniger talentiert, aber viel ehrgeiziger und daher erfolgreicher war, quälte ihn. Als Hundley das Angebot bekam, Spiele der Lakers zu im Radio kommentieren, schwor er sich, diese Chance zu nutzen. Er hörte seiner Stimme zuliebe von einem Tag auf dem anderen mit dem Rauchen auf und wurde bei den Lakers und später bei den Phoenix Suns, Utah Jazz und in den Sportsendern CBS und ABC ein angesehener Kommentator. Heute lebt Hundley mit seiner Freundin Suzette in Salt Lake City.

Privatleben[Bearbeiten]

Hundley ist der Sohn des Billiardspielers Butch und der Gelegenheitsarbeiterin Corrine Hundley und wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf. Als Kind wurde er von einer Pflegefamilie in die andere geschickt und oft ignoriert oder misshandelt. In dieser Zeit war er so unglücklich, dass er an Zitteranfällen litt, viel weinte und seine Betten nässte. Ohne echte Bezugspersonen wurde er zu einem Trinker, Raucher und Frauenheld, den seine Mutter nach seinem kometenhaften Aufstieg zum Basketballstar in Charleston lange Zeit aus den Augen verlor, bis sie Rod kurz vor ihrem Tod nochmal sah. Seinen Vater sah er bis zu seinem Tod einige Male, ohne aber den Kontakt wiederherstellen zu wollen.

Obwohl Hundley der Prototyp des coolen Lebemannes galt, litt er zeitlebens unter Kontaktangst und Einsamkeit und übertünchte dies lange Jahre mit seinem großspurigem Auftreten. Er heiratete seine College-Freundin in seiner Zeit in WVU, aber ließ sich 2 Jahre später scheiden. Als Lakers-Profi ehelichte er Florence Pellman und hatte drei Töchter mit ihr, doch trennte sich 1974 (ohne aber sich zu scheiden) von ihr. Hundley gab in einem Interview 2003 zu, ein schlechter Ehemann und Vater zu sein, der immer fremdging, nie Verantwortung für sich oder andere übernahm und nie wirklich fähig war zu lieben, weil er es als Kind nie beigebracht bekam. Allerdings sorgte er stets dafür, dass es ihnen materiell gutging, und sowohl Frau als auch Töchter haben bis heute ein gutes Verhältnis zu ihm.

Bücher[Bearbeiten]

Über Hundley gibt es zwei Werke der Literatur. Sportsjournalist Bill Libby brachte 1970 Hundleys Biografie Clown: Number 33 in Your Program, Number 1 in Your Heart – Hot Rod Hundley (Cowles, New York NY, ISBN 0-402-12571-1) heraus, und Hundley selbst veröffentlichte im Oktober 1998 sein Buch Hot Rod Hundley „You Gotta Love It, Baby“ (Sports Pub Inc., Champaign IL, ISBN 1-57167-243-5), das Anekdoten aus der NBA aus seiner Spieler- und Kommentatorsicht wiedergibt.

Weblinks[Bearbeiten]