Rofelewand

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Rofelewand
Rofelewand vom Rappenkopf

Rofelewand vom Rappenkopf

Höhe 3353 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Ötztaler Alpen
Dominanz 3,3 km → Verpeilspitze
Schartenhöhe 528 m ↓ Verpeiljoch
Koordinaten 47° 1′ 0″ N, 10° 49′ 0″ O47.01666666666710.8166666666673353Koordinaten: 47° 1′ 0″ N, 10° 49′ 0″ O
Rofelewand (Tirol)
Rofelewand
Erstbesteigung 24. Juli 1873 durch Theodor Petersen, Alois Ennemoser, Josef Kirschner, Gottlieb Rauch, Alois Neururer, K. Neuner, C. Benzien und I. Müller
Normalweg durch die Eisrinne (II)

Die Rofelewand (3353 m ü. A.) ist ein mächtiger Doppelgipfel in den Ötztaler Alpen, einer der schönsten Berge des Kaunergrats zwischen Pitztal und Kaunertal. Er gehört in der Region zu den alpinistisch anspruchsvollsten und lohnendsten Zielen. Dementsprechend wird die Rofelewand gelegentlich auch als Matterhorn des Kaunergrats bezeichnet.

Besteigungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Erstbesteigung des Hauptgipfels gelang einer Gruppe mit Theodor Petersen, I. Müller, K. Neuner, A. Neururer und C. Benzien mit den Führern Alois Ennemoser, J. Kirschner und G. Rauch am 24. Juli 1873[1]. Theodor Petersen und Alois Ennemoser verließen um 2:50 Uhr in Begleitung von C. Benzien aus Berlin, dem Postmeister K. Neuner, dem Fotografen I. Müller aus Landeck, des Wirtes Alois Neururer, sowie der Gemsjäger Gottlieb Rauch und Josef Kirschner den Ort St. Leonhard im Pitztal. Sie stiegen durch den Wald in etwa einer Stunde zur Arzler Alm empor. Von dort hielt man sich südlich, ließ die steilen Wände der Rofelewand und eines Vorgipfels zur Rechten, einen vorspringenden Rücken, den Katzenkopf, zur Linken und erreichte über Geröll in einer Stunde die Moräne des Totenkarferners. Man betrat an der linken Seite des Gletschers die Felsen und kletterte bis an den Fuß eines steilen Schneefeldes empor. Die zunehmende Steigung erforderte langes Stufenhauen. In großer Höhe bog man mehr nach Norden ein, zu einer überschneiten Eisrinne. Nach Überwindung dieses 50° steilen Couloirs war der höchste Kamm erreicht und über eine scharfe Firnschneide erreichte man nach 5 Stunden und 10 Minuten Aufstieges ab St. Leonhard den Gipfel des Berges. Auch der niedrigere Ostgipfel wurde anschließend erstiegen, den Gottlieb Rauch ein Jahr zuvor erobert hatte. Für den Abstieg nach St. Leonhard benötigte man 2 Stunden 55 Minuten.

Routen[Bearbeiten]

Gletscherbecken und Eisrinne

Die Rofelewand besitzt einige Besteigungsrouten, die bis hin zu Routen von extremer Schwierigkeit reichen, was man beim Anblick des Berges bereits erkennen kann. Der am häufigsten begangene Weg führt über die oberen Gletscherbecken des Schweickert- und Totenferners und über eine sehr steile und oftmals gefährliche Eisrinne (45°, ca. 150 Hm) hinauf zum Gipfelgrat. Die Schwierigkeiten in der Eisrinne hängen sehr stark von den Verhältnissen ab. So hat die Eisrinne schon einige Opfer gefordert, unter anderem auch den Extrembergsteiger Günter Hafele, der am 19. Juni 2000 dort tödlich abstürzte.

Meistens wird dabei die Verpeilhütte als Stützpunkt benutzt. Wird der Berg jedoch vom Pitztal direkt begangen, so sind bis zum Gipfel ungefähr 2000 Höhenmeter zu überwinden, was extreme Anforderungen an die Kondition stellt.

Die bekanntesten Routen sind die folgenden:

  1. Eisrinne (II) von der Verpeilhütte: 4-5 Stunden, ca. 1300 Hm
    Die Route führt von der Verpeilhütte zu einem unterhalb des Schweickertferner gelegenen See und führt auf weiter auf dem Schweickertferner zum unteren Teil der Eisrinne. Über die Eisrinne gelangt man zum Gipfelgrat.
  2. Eisrinne (II) von Piösmes im Pitztal: 6-7 Stunden, ca. 2000 Hm
    Von Piösmes gelangt man über einen Steig zur Arzler Alm. Weiter geht es weglos über die Hochebene nahe dem Berg zum Totenferner. Über diesen geht es hinauf bis ins oberste Gletscherbecken neben der Rinne, zu der man über eine Felsrippe gelangt.
  3. Ostgrat (IV), 8-10 Stunden vom Einstieg
    Von der oben erwähnten Hochebene nahe der Arzler Alm steigt man über Rinnen zu einer Gratscharte jenseits des Katzenkopfes auf. Dort wartet eine schwierige Kletterei auf einem ausgesetzten Grat. Der Grat selbst besitzt zwei große Aufschwünge und ist recht ausgesetzt.
  4. Südschulter (II)
    Ähnliche Route wie der Normalweg aber unter Vermeidung der oftmals gefährlichen Eisrinne, indem man südlich unterhalb des Gipfels vom Gletscherbecken aus direkt über die Felsen zum Gipfel aufsteigt.
  5. Nordostwand (vermutlich V)
    Nach Angaben eines ortskundigen Bergführers ist man dabei, eine Kletterroute durch die NO-Wand mit Haken zu versichern. Dieser Weg ist jedoch nur für exzellente Kletterer zu bewältigen und der Schwierigkeitsgrad dieser Route dürfte bei V liegen.

Impressionen[Bearbeiten]

Literatur und Karte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rofelewand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eduard Richter: Die Erschließung der Ostalpen, Bd. II, Berlin 1894, Seite 313.