Rolladen Schneider LS1
| Rolladen Schneider LS1 | ||
|---|---|---|
| Typ: | Segelflugzeug | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Rolladen Schneider Flugzeugbau | |
| Erstflug: | 1968 | |
| Produktionszeit: | 1968 bis 1977 | |
| Stückzahl: | 464 | |
Die LS1 ist ein einsitziges Segelflugzeug der Clubklasse, mit 15 m Flügelspannweite und starrem Flügelprofil. Entworfen wurde sie für die damalige Standardklasse (Clubklasse der FAI) als erster eigener Entwurf von Wolf Lemke. Die LS1 wurde in acht Varianten (LS1-0, a, b, c, d, e, ef, f, f(45)) gebaut und dabei mehrfach überarbeitet. Die Varianten LS1a bis LS1d unterscheiden sich äußerlich nur unwesentlich. Ab LS1c wurden ein Einziehfahrwerk, gewöhnliche Schempp-Hirth Bremsklappen anstelle der Hinterkantenklappen der Vorserienmodelle, sowie ein größeres Seitenruder eingeführt. Die LS1d konnte erstmals Wasserballast im Flügel aufnehmen und bei der LS1e wurde das gedämpfte Höhenruder der LS2 verwendet.
Die Weiterentwicklung gipfelte in der LS1f, die sich von den Vorgängerversionen durch einen neuen Rumpf mit schlankerem Cockpit und einteiliger Haube optisch und auch ergonomisch deutlich unterschied. Das Cockpit der LS1f ist recht eng, aber ergonomisch ausgelegt. Alle Bediengriffe sind gut erreichbar und können aufgrund ihrer Form und Anordnung kaum verwechselt werden. Dieser Rumpf wurde äußerlich weitgehend unverändert über die LS6 und LS7 bis zu den aktuellen Mustern LS8 und LS10 verwendet. Weiterhin wurde ein neues gedämpftes Höhenleitwerk und ein nunmehr gefedertes Einziehfahrwerk eingebaut. Auch der Einstellwinkel der Tragflächen gegenüber dem Rumpf wurde angepasst. Die Flügel blieben äußerlich gleich, jedoch führten Änderungen in der Herstellung zu besserer Formtreue. Es wurde auch kein Holz in tragenden Bauteilen mehr verwendet. In der Summe führten die aerodynamischen Modifikationen zu nochmals verbesserten Flugeigenschaften und spürbar verbesserten Schnellflugleistungen. In der Version LS1-f(45) kann dies durch die erhöhte maximalen Flächenbelastung bei starker Thermik besser ausgenutzt werden. Bemerkenswert ist ferner der sehr große Zuladungsbereich der LS1-f, der von 60-110kg im Cockpit reicht. Auch ist das Leergewicht mit 230-240kg vergleichsweise niedrig.
In allen Varianten sagt man der LS1 ausgesprochen angenehme Flugeigenschaften und eine gute Steigleistung in der Thermik nach. Die f-Version verfügt darüber hinaus bei hohen Geschwindigkeiten über verbesserte Gleitflugleistungen. Verglichen mit anderen Mustern ihrer Zeit ist die LS1 jedoch relativ empfindlich gegenüber Verschmutzungen der Flügeloberflächen, beispielsweise durch auftreffende Mücken oder Regentropfen. Dies liegt in erster Linie im verwendeten Tragflügelprofil begründet, das mit 19,6% relativer Höhe recht dick ist. Die Ausführungen mit Pendelruder bedürfen im Windenstart besonderer Aufmerksamkeit, da bei zu stark gedrücktem Ruder die Strömung am Höhenleitwerk abreißen kann. Von den Leistungen her ist die LS1f vergleichbar mit Mustern wie ASW19, Standard Cirrus, Jantar Standard, Hornet und DG-100.
Die LS1 ist bei ihren Piloten durch ihre harmonischen Flugeigenschaften und die, gemessen an ihrem Alter, hohe Leistungsfähigkeit sehr beliebt. Hergestellt wurde sie bei der Firma Rolladen Schneider Flugzeugbau GmbH in Egelsbach bei Frankfurt. Die Produktion wurde 1977 zugunsten des Rennklasseflugzeugs LS3 eingestellt. Eigentliche Nachfolgerin der LS1 wurde 1980 die LS4, die mit mehr als 1000 gebauten Einheiten das bisher erfolgreichste Standardklasse-Segelflugzeug in Kunststoffbauweise wurde.
Bekannt wurde die LS1 durch zahlreiche Siege bei nationalen und internationalen Meisterschaften. So wurde Helmut Reichmann 1970 auf einer LS1c in Marfa, Texas Segelflugweltmeister.
[Bearbeiten] Allgemeine Infos
| LS1 | |
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Konstrukteur | Wolf Lemke |
| Klasse | Club (früher Standard) |
| Erstflug | 1968 |
| Stückzahl | 464 |
| Sitzplätze | 1 |
| Bauart | Flächen: GfK-Schaum-Sandwich, Rumpf: GfK |
| Flügelprofil | Wortmann FX-66-S-196 |
[Bearbeiten] Technische Daten
Die LS1c erreichte eine Gleitzahl von etwa 35 und eine Geschwindigkeit von 220 km/h.
| LS1f | |
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Flügelspannweite | 15,00 m |
| Flügelfläche | 9,74 m² |
| Flügelstreckung | 23,1 |
| Flächenbelastung | ~33–40 kg/m² (LS1-f(45): –45 kg/m²) |
| beste Gleitzahl | 38,2 |
| geringstes Sinken | 0,64 m/s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
| Mindestgeschwindigkeit | 65 km/h |
| Wasserballast | je nach Gewicht, <80 l |
| Leergewicht | etwa 230 kg |
| max. Zuladung ohne Wasser | 110 kg |
| Flugmasse | max. 390 kg (LS1-f(45): max. 439 kg) |