Rosenbürstenhornwespe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rosenbürstenhornwespe
Eine Rosenbürstenhornwespe von oben

Eine Rosenbürstenhornwespe von oben

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Pflanzenwespen (Symphyta)
Familie: Bürstenhornblattwespen (Argidae)
Unterfamilie: Arginae
Gattung: Arge
Art: Rosenbürstenhornwespe
Wissenschaftlicher Name
Arge ochropus
(Gmelin in Linnaeus, 1790)

Die Rosenbürstenhornwespe (Arge ochropus (Synonym: Arge rosae)) ist eine Pflanzenwespe aus der Familie der Bürstenhornblattwespen. Sie ist eine von 29 Arge-Arten in Deutschland.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Tiere werden sieben bis zehn Millimeter lang. Sie haben ein Abdomen, das die Breite der vorderen Körperglieder übertrifft. Der Thorax der Tiere ist zweifarbig, überwiegend schwarz mit gelben Seiten, daran ist die Art von allen anderen mitteleuropäischen Arge- Arten unterscheidbar. Der Hinterleib ist leuchtend gelb gefärbt. Beim Männchen sind die Cerci schwarz und gegen den gelben Hinterleib scharf abgesetzt. Die Beine sind schwarz, das zweite und dritte Segment der Hintertarsen sind gelb gefärbt mit einem schwarzen Ring am Hinterende. Die Rosenbürstenhornwespe hat keinen Stachel und kann somit nicht stechen. Das Weibchen hat aber einen Legebohrer, mit dem sie 16 bis 18 Eier in einer Reihe ablegt.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Larve von Arge ochropus lebt auf Rosenarten. Als Nahrungspflanzen werden genannt:[2] Rosa canina, R. gallica, R rubiginosa, R. majalis, R. pimpinellifolia und in der Türkei auch Rosa damascena.[3] Die Imagines sind Blütenbesucher ohne Bindung an Rosen, sie treten z.B. häufig auf den Blüten von Doldenblütlern auf. Arge ochropus gilt als etwas wärmeliebend. Sie kommt häufig gemeinsam mit verwandten Arten wie z.B. Arge pagana vor. Flugzeit der Imagines ist der Sommer (April/Mai bis August). Die Art bildet in Mitteleuropa zwei oder drei überlappende Generationen aus.[4] Die grün gefärbten, relativ dicht behaarten Larven leben gesellig (gregär) auf Rosenbüschen und können Kahlfraß verursachen. Die Verpuppung erfolgt im Boden unterhalb der Pflanze. Das letzte Larvenstadium spinnt dazu einen steifen, zweilagigen Kokon aus Seide.

Die Larve von Arge ochropus ist wie alle untersuchten Arten gegen Fressfeinde wie z.B. Ameisen durch Giftstoffe geschützt.[5] Beim Annähern einer Ameise krümmt die Larve ihr Abdomen in ihre Richtung nach oben. Aus Drüsen auf der Bauchseite austretendes Sekret, aber auch das Blut (Hämolymphe) der Larve wirkten fraßhemmend und giftig auf Ameisen. Die ziemlich auffallend gefärbten Larven wurden auch von Singvögeln (Amseln) verschmäht.

Die Art kommt Europa, in West- und Zentralasien und im Mittelmeerraum vor. In Mitteleuropa ist sie weit verbreitet und nicht selten, sie tritt auch in Hausgärten auf. Sie gilt als landwirtschaftlicher Schädling beim kommerziellen Rosenanbau.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Angela Roßmann: Lexikon der Tiere. Erster Band, Lexikographisches Institut, München 1977
  • Y.D. Burggraaf-van Nierop & C . van Achterberg (1990): De Cephidae en Argidae van Nederland (Hymenoptera). Zoologische Bijdragen 39: 3-66.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arge ochropus bei Fauna Europaea. Abgerufen am 21. September 2012
  2. Andreas Taeger, Ewald Altenhofer, Stephan M. Blank, Ewald Jansen, Manfred Kraus, Hubert Pschorn-Walcher, Carsten Ritzau (1998): Kommentare zur Biologie, Verbreitung und Gefährdung der Pflanzenwespen Deutschlands (Hymenoptera, Symphyta). In: Taeger A. & S.M. Blank (Hrsg.): Pflanzenwespen Deutschlands (Hymenoptera, Symphyta). Kommentierte Bestandsaufnahme. — Verlag Goecke & Evers, Keltern: 49-135.
  3. Ozan Demirözer & İsmail Karaca (2011): Phytophagous Arthropod Species Associated with Oil Bearing Rose, Rosa damascena Miller, in Isparta Province with Distributional Remarks. SDU Journal of Science 6 (1): 9-25.
  4. Hubert Pschorn-Walcher & Ewald Altenhofer (2000): Langjährige Lärvenaufsammlungen und Zuchten von Pflanzenwespen (Hymenoptera, Symphyta) in Mitteleuropa. Linzer biologische Beiträge 32(1): 273-327.
  5. Charles-Albert Petre, Claire Detrain, Jean-Luc Boeve (2007): Anti-predator defence mechanisms in sawfly larvae of Arge (Hymenoptera, Argidae). Journal of Insect Physiology 53: 668–675. doi:10.1016/j.jinsphys.2007.04.007
  6. H. Özbek, O. Çalmaşur A review of insects and mites associated with roses in Turkey. Acta Horticulturae 690.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arge ochropus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien