Rydzyna

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Rydzyna
Wappen von Rydzyna
Rydzyna (Polen)
Rydzyna
Rydzyna
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Leszno
Fläche: 2,17 km²
Geographische Lage: 51° 48′ N, 16° 40′ O51.816.666666666667Koordinaten: 51° 48′ 0″ N, 16° 40′ 0″ O
Einwohner: 2780
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 64-130
Telefonvorwahl: (+48) 65
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 136,00 km²
Einwohner: 8770
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3013043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Grzegorz Jędrzejczak
Adresse: Rynek 1
64-130 Rydzyna
Webpräsenz: www.rydzyna.pl

Rydzyna (deutsch Reisen) ist eine Stadt in der Wojewodschaft Großpolen in Polen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes entstammt dem Jahr 1403. Dort wurde als Gründer der Ortschaft der Adelige Jan z Czerniny genannt. Im Jahr 1422 hat Rydzyna die Stadtrechte erhalten. Die Stadt hat von ihrem Besitzer das Wappen Wierzbno übernommen, das eine Festungsbastei mit einer Vierfelder Tafel auf der zwei mit Pfeilen und zwei mit Lilien zu sehen sind, darstellt. In dem Besitz der Familie Rydzyński war Rydzyna bis Ende des 17. Jahrhunderts. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gehörte Rydzyna der Adelsfamilie Leszczyński und war zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch Sitz des polnischen Königs Stanislaus I. Leszczyński.

In den Zeiten der Zugehörigkeit zum Deutschen Reich trug die Stadt den Namen Reisen.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Bis 1887 gehörte Reisen zum Kreis Fraustadt (poln. Wschowa), von 1887 bis 1920 war es Bestandteil des Kreises Lissa. Durch den Versailler Vertrag wurde die preußische Provinz Posen aufgelöst und Rydzyna war in der Zeit von 1920 bis 1939 polnisch. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1939 gehörte der Ort bis zum Kriegsende 1945 erneut zum Deutschen Reich (Landkreis Lissa (Wartheland)). Heute ist Rydzyna Bestandteil des Powiats Leszczyński.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rydzyna im April 2005

Das gotische Schloss Rydzyna der Adelsfamilie Rydzyński wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Johannes von Czernina aus Rydzyna errichtet. Es wurde von der Familie Leszczyński übernommen und auf seinen Mauern wurde von 1682 bis 1695 das barocke Schloss gebaut. Weitere Umbauten erfolgten um 1700 nach Plänen des italienischen Architekten Pompeo Ferrari. Zusammen mit seinem Park und den angrenzenden Flächen stellte es damals die prachtvollste Magnatenresidenz in Großpolen dar. Von 1705 bis 1709 war es Residenz des polnischen Königs Stanislaus Leszczynski. 1709, während des Nordischen Krieges, wurde das Schloss von Truppen des Zaren teilweise niedergebrannt. Sein Schloss in Rydzyna hatte Stanislaus Leszczynski an Alexander Josef Sulkowski verkauft, der ihm seine vormalige Pracht wiedergab. Die Familie Sułkowski übernahm das Schloss, welches in den Jahren 1742 bis 1745 vom Baumeister Carl Martin Frantz, einem Sohn des aus Reval stammenden Architekten Martin Frantz, erneut umgebaut wurde. Das Schloss erhielt zu dieser Zeit neue Dächer, die Fassaden und der prachtvolle Haupteingang wurden im Rokokostil umgestaltet. Die Arbeiten am Schloss und seiner Umgebung wurden dann von Fürst August, Alexander Josef Sulkowskis Sohn, weitergeführt. Die Wirtschaftsgebäude des Schlosses wurden mit klassizistischen Fassaden versehen und auch der Ballsaal wurde im selben Stil ausgeschmückt. Neu errichtete man die Orangerie und die stilvollen Pavillons im Park. Die fürstliche Residenz der Familie Sulkowski war in den 1780er Jahren in ganz Großpolen als kulturelles Zentrum (Hoftheater der Familie Sulkowski) und Bildungszentrum (Gymnasium des Piaristenordens) berühmt. Der letzte Umbau erfolgte in den Jahren 1785 bis 1790 unter der Leitung von Ignacy Graff; die Pläne werden dem Architekten Domeniko Merlini (1730–1797) zugeschrieben. Neben Rogalin, Kórnik und Gołuchów zählt Schloss Rydzyna zu den bedeutendsten Palastbauten in Großpolen. Die Nationalsozialisten richteten 1940 im Schloss die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Reisen ein. Die heutige Form kann nicht mehr als barockes Original gelten, da das Schloss 1945 von den sowjetischen Truppen niedergebrannt, und erst 1970-89 nach alten Plänen rekonstruiert wurde.

Die St.-Stanislaus-Kirche (Kościoł św. Stanisława) wurde in den Jahren 1746 bis 1751 im Stil des Barock gebaut.

Gemeinde Rydzyna[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Rydzyna besteht aus den Orten

Rittergut Gabel um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–45)
Augustowo Augustowo Augustenfeld
Dąbcze Dambitsch Dambitsch
Jabłonna Gabel Gabel
Junoszyn Friedrichshuld Friedrichshuld
Kaczkowo Katschkau Katschkau
Kłoda Kloda Roden
Lasotki Lestwitzhof Lestwitzhof
Maruszewo Marianowo Abbau  ?
Moraczewo Moraczewo
1905–19 Lindenau
Lindenau
Nowawieś Neuguth Neugut
Pomykowo Pomykowo
1905–19 Wilhelmsau
Wilhelmsau
Przybina Przybin
1905–19 Brausewitz
Brausen
Robczysko Robczysko Schlesingen
Rojęczyn Roniken Roniken
Rydzyna Reisen Reisen
Tarnowa Łąka Tharlang Tharlang
Tworzanice Groß Tworsewitz 1939–43 Groß Torsdorf
1943–45 Großtorsdorf
Tworzanki Klein Tworsewitz 1939–43 Klein Torsdorf
1943–45 Kleintorsdorf

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rydzyna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 28. November 2014.